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„Unser Klappi“ findet für alles eine Lösung

Serie „Kieler Originale“ „Unser Klappi“ findet für alles eine Lösung

In den achtziger Jahren stellte der gelernte Tischler Dirk Klapproth die Weiche für sein Berufsleben neu und wurde bei der Landeshauptstadt Hausmeister. In Schilksee etwa ist er für die Grundschule zuständig. Bei Schülern und Lehrern erfreut er sich allergrößter Beliebtheit, für sie ist er schlicht „unser Klappi“.

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Hausmeister Dirk Klapproth klettert oft auf die Leiter, um von den Schuldächern Bälle zurückzuholen.

Quelle: Ingrid Haese

Schilksee. An seinem Job schätzt der Dirk Klapproth, Jahrgang 1962 und Vater von vier Töchtern, die vielseitigen Aufgabenfelder, das selbstständige Arbeiten und den Kontakt zu den Menschen. „Früher war ich auf Montage, das war nichts für mich, deshalb habe ich mich damals bei der Stadt beworben“, berichtet der Kieler beim Ortstermin in Schilksee. Seine Stelle als Schulhausmeister trat er am 1. Oktober 1986 an. Zuerst war er als Springer an verschiedenen Arbeitsorten tätig, kümmerte sich dann eineinhalb Jahre um die Instandhaltung der Gebäude und die Haustechnik der Schule am Sonderburger Platz, um schließlich 1992 in Kiels nördlichsten Stadtteil zu wechseln. Zu seinem Zuständigkeitsbereich gehören neben der Grundschule auch die Sporthalle, der Jugendtreff und die Kita Langenfelde.

 Der Dienst für den Hausmeister mit Fünf-Tage-Woche beginnt morgens um 7 Uhr mit dem Aufschließen der Grundschule und dem Rundgang. Zwischendurch nimmt er Anrufe entgegen, denn die Lehrer treffen erst gegen 7.50 Uhr ein. Kontrollgänge in den Gebäuden zählen zu Dirk Klapproths täglichen Aufgaben. So überprüft er beispielsweise die Beleuchtung, repariert, wenn nötig, Fenster, Türklinken, Wasserhähne und Mobiliar, bringt verstopfte Toiletten in Ordnung, sieht nach den Heizungsanlagen und notiert die Verbräuche für Wasser und Strom. Wenn die Reinigungskräfte in den Gebäuden sauber machen, ist Dirk Klapproth als Ansprechpartner in der Nähe, ebenso, wenn Handwerker größere Reparaturen ausführen. Involviert ist der Hausmeister zudem bei Feueralarmübungen, die er in Kooperation mit der Freiwilligen Feuerwehr Schilksee organisiert und mit der Handsirene einläutet.

„Mittendrin“ ist er nicht zuletzt auch bei den Kindern. „Sie begrüßen mich mit „Hallo Klappi“, winken mir zu, erzählen etwas von sich, außerdem werde ich gebeten, Bälle vom Dach zu holen, wenn mal wieder welche oben gelandet sind“, schildert Dirk Klapproth typische Begegnungen. Besonders freut es den Hausmeister, der in seiner Freizeit leidenschaftlich gern Motorrad fährt, wenn er ehemaligen Schülern in positiver Erinnerung geblieben ist. „Schüler, die schon 16 Jahre aus der Schule raus waren, haben mich zu ihrem Klassentreffen eingeladen, es war total spannend zu sehen, was aus ihnen geworden ist“, erzählt er und fügt hinzu: „Mir gefällt mein Job. Ich wollte nie das Klischee vom bösen Hausmeister erfüllen, habe deshalb für mich einen guten Mittelweg gesucht. Die Kinder respektieren mich, haben aber keine Angst vor mir.“

Mit seiner Einschätzung liegt Dirk Klapproth richtig. Viertklässlerin Charlize Bahr (10) sagt über ihn: „Klappi leistet gute Arbeit, wenn wir ihn etwas fragen, hilft er uns, und er macht auch Späße und Streiche.“ Mitschülerin Sophie Jahraus (10) hält Klappi für den „besten Hausmeister der Welt“. Und Keno Recke (10) findet ihn „einfach toll“. Beim Lehrerkollegium hat Dirk Klapproth ebenfalls gute Karten. So beschreibt ihn die kommissarische stellvertretende Schulleiterin Birkheid Torff mit: „Er ist sehr nett und hilfsbereit, kocht morgens für uns alle Kaffee, ist für alles offen und findet für alles Lösungen.“

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