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Abwahl – Das hatten wir schon mal

Wie der Kieler Oberbürgermeister Otto Kelling 1996 aus dem Amt gejagt wurde Abwahl – Das hatten wir schon mal

Politische Erdbeben und gegenseitige Abschuldigungen gipfelten im Kieler Rathaus schon zweimal in Abwahlen von Verwaltungssspitzen. Erstmals in der Nachkriegsgeschichte wurde 1992 der Bürgermeister und Kämmerer Heinrich Möllenhoff (CDU) wegen Differenzen mit dem Magistrat aus dem Amt gejagt. Vielen Kielern fällt als Vergleich zur jetzigen Schlammschlacht eher die Abwahl von Oberbürgermeister Otto Kelling 1996 ein.

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Otto Kelling (SPD) war 1992-1996 Oberbürgermeister, ohne je nach Kiel zu ziehen.

Quelle: pae

Kiel. 1992 war der Sozialdemokrat mit dem Ruf, ausgewiesener Verwaltungsexperte zu sein, auf Karl-Heinz Luckhard gefolgt. Auf den damals 43 Jahre alten Verwaltungschef prasselten bald viele Vorwürfe ein, vor allem als er auch nach Jahren noch seine vielen Heimfahrten nach Iserlohn damit begründete, in Kiel keine Wohnung zu finden. Er sei zu wenig präsent, zeige nur wenig Führungsqualitäten, hieß es bald. So wurden nach vier Jahren Amtszeit, die ihm Pensionsansprüche sicherten, die Forderungen nach Rücktritt oder Abwahl immer lauter. Im April 1996 versuchte die SPD-Fraktion bei der CDU Rückendeckung für eine Abwahl zu finden. Doch Kelling preschte selbst vor und bot an, den Weg frei zu machen. Am 5. Dezember 1996 stand fest: Kelling verliert sein Amt an der Verwaltungsspitze mit 44 Stimmen von SPD, CDU und Grünen. Die Stadtunion stimmte nicht zu.

 Gegen Kelling lief übrigens auch ein Disziplinarverfahren. Er sollte 2000 Mark Geldbuße zahlen, weil er 1995 verwaltungsinterne Informationen über den Umgang mit einem Gutachten zur Kieler Woche in die Presse lancieren wollte. Das Innenministerium hob die Maßnahme auf: Es bestehe „kein Disziplinarinteresse“ mehr.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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