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Alte Sünden des Professors Uthoff

Kieler Steuer-Deal Alte Sünden des Professors Uthoff

Prof. Detlef Uthoff und die Steuern – der Mediziner ist in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder an die Finanzbehörden geraten. 1993 ermittelte sogar die Staatsanwaltschaft gegen den Unternehmer, der am Ende einen Strafbefehl wegen Steuerhinterziehung kassierte.

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Prof. Detlef Uthoff hatte vor 20 Jahren die Kosten für ein Kindermädchen falsch abgerechnet, die ursprünglich für die Arztpraxis angestellt worden war, dann aber in den Privathaushalt wechselte.

Quelle: aug (Archiv)

Kiel. Wie die Kieler Nachrichten damals berichteten, hatte Uthoff über Jahre hinweg 264000 DM an Steuern hinterzogen. Nach eigenen Angaben musste er dafür 1,8 Millionen DM Strafe zahlen und erhielt außerdem zehn Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung. Der Fall hatte damals in der Landeshauptstadt für erhebliches Aufsehen gesorgt. Uthoff hatte demnach die Kosten für ein Kindermädchen falsch abgerechnet, die ursprünglich für die Arztpraxis angestellt worden war, dann aber in den Privathaushalt wechselte. Die Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen aufgenommen, nachdem der Finanzbehörde eine Rechnung über 500000 DM für den Hausgarten in die Hände gefallen war, die er steuerlich über seine Privatklinik abgerechnet hatte.

 Im aktuellen Fall geht es um Gewerbesteuern, die wegen Uthoffs Immobilienhandel anfielen. Der Mediziner besaß damals mehrere Tausend Mietwohnungen, Geschäftszentren und Häuser. Viele Objekte musste er wieder verkaufen. Nach jahrelangen Auseinandersetzungen belief sich die Gesamtschuld inklusive Zinsen und Mahngebühren auf 7,8 Millionen Euro. Wie berichtet, wurden ihm 3,7 Millionen Euro von Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke per Eilentscheidung erlassen. Die verbleibenden 4,1 Millionen Euro sollen innerhalb von zwei Jahren gezahlt werden. Eine erste monatliche Rate in Höhe von 80000 Euro soll im August überwiesen worden sein.

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Ein Artikel von
Bodo Stade
Stellvertretender Chefredakteur

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