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Augenarzt Uthoff wehrt sich

Kieler Steuer-Deal Augenarzt Uthoff wehrt sich

Acht Wochen nach Bekanntwerden des Kieler Steuer-Deals bricht Prof. Detlef Uthoff sein Schweigen – und wehrt sich erstmals öffentlich gegen Kritik. „Ich bin kein Steuersünder“, sagte der 71-jährige Augenarzt in einem Interview mit den Kieler Nachrichten. Er habe „nichts Unrechtes getan“.

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Erstmals äußert sich Prof. Detlef Uthoff öffentlich zu der Kieler Steueraffäre.

Quelle: Krato

Kiel. Es sei ihm nicht möglich gewesen, die volle Steuerschuld von knapp acht Millionen Euro zu bezahlen, ohne seine Klinik in Gefahr zu bringen. Zugleich sagte Uthoff, die Eilentscheidung der Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke habe ihn überrascht.

Aus in den 90er Jahren gescheiterten Immobiliengeschäften ist eine Gewerbesteuerschuld von 4,1 Millionen Euro entstanden, die der Mediziner abstottert – im Gegenzug verzichtet die Stadt auf Zinsen und Säumniszuschläge in Höhe von 3,7 Millionen Euro. Hätte er die 7,8 Millionen Euro auf einen Schlag begleichen müssen, wäre seine Augenklinik Bellevue in die Insolvenz gegangen, bekräftigte Uthoff in dem Interview: „Gezahlt wurde nicht, weil ich es einfach nicht konnte.“ Um auch die Schuldzinsen in Raten abzutragen, hätte er noch stärker in die Rücklagen der Klinik greifen müssen. Das aber könne er sich nicht leisten, weil sonst „die Klinik ins Hintertreffen geraten würde“.

Anfang 2013 habe er „alle verfügbaren Mittel eingesetzt und Konten aufgelöst“, um dem Finanzamt ausstehende Einkommensteuern in Millionenhöhe zu überweisen. „Mehr war aber auch nicht drin.“ Er könne die Empörung vieler Bürger über den Erlass der Gewerbesteuerzinsen verstehen, räumte der Arzt ein. Aber er habe „nichts Unrechtes getan“. Dass man ihm in Medien einen aufwendigen Lebensstil vorwerfe, sei „ein Witz“, die öffentliche Kritik empfinde er als „einfach nur ungerecht“. So dienten etwa seine Häuser auf Sylt und in Kiel den Banken als Sicherheit. „Ich fahre einen geleasten BMW. Die ärztlichen Direktoren anderer Kliniken haben einen dicken Mercedes.“

Er werde noch einige Jahre weiter operieren, um die mit der Stadt getroffene Vereinbarung zu erfüllen und den Bestand der Klinik mit den 150 Arbeitsplätzen zu sichern, sagte Uthoff. „Ich werde um unsere Augenklinik kämpfen, sie ist mein Lebenswerk.“ Wegen der Diskussion über den Steuer-Deal sei die Zahl der Patienten bereits gesunken, die Verunsicherung auch seiner Mitarbeiter sei groß. Im Zuge der Verhandlungen habe er der Stadt sogar angeboten, sich an der Klinik zu beteiligen. Dies sei jedoch rechtlich nicht möglich gewesen.

Direkt mit Gaschke habe er ebenso wenig verhandelt wie mit deren Amtsvorgänger Torsten Albig, sagte Uthoff. Weder er noch seine Steuerberater hätten Druck auf die Oberbürgermeisterin ausgeübt, schnell zu einer Entscheidung zu kommen, betonte der Mediziner. Die Stadt selbst habe ihm gegenüber sogar schriftlich erklärt, dass die Ratsversammlung einbezogen werden müsse. Dass Gaschke dann während der Kieler Woche 2013 eine Eilentscheidung getroffen habe, sei für ihn eine Überraschung gewesen, sagte der Augenarzt.

Unterdessen wächst der Druck auf Gaschke immer weiter.

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