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„In der Politik überleben nur die Schachspieler“

Kieler Steuer-Deal „In der Politik überleben nur die Schachspieler“

Am Tag ihres Rücktritts wird Susanne Gaschke noch einmal nationale Aufmerksamkeit zuteil. Wenige Minuten nach ihrer Pressekonferenz schreibt Spiegel Online in einer Eilmeldung: „Kiel braucht ein neues Stadtoberhaupt.

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Die Nachricht vom Rücktritt Susanne Gaschkes verbreitete sich gestern vom Kieler Rathaus aus in Windeseile und genoss nationale Aufmerksamkeit. „Spiegel Online“ widmete dem Thema wenige Minuten nach der Pressekonferenz eine Eilmeldung.

Quelle: KN

Kiel. “Die Frankfurter Allgemeine Zeitung nennt das Aus der Oberbürgermeisterin ein „klägliches Ende eines feuilletonistischen Experiments im Rathaus an der Förde“ und sieht eine „Selbstüberschätzung“, die Gaschke „aus dem Journalismus ins Amt getragen“ habe. Focus Online berichtet vom Ende eines „Schmierentheaters von Kiel“, bei dem die scheidende Oberbürgermeisterin allerdings keinerlei Selbstkritik an den Tag gelegt habe.

 Die Nachricht verbreitet sich an diesem stürmischen Tag im Kieler Rathaus in Windeseile. „Selbstgerechter Abgang“ (Lübecker Nachrichten), „Gaschke suchte die Fehler erneut nur bei allen anderen (...), und es hat sich erwiesen, dass diese Kandidatin überfordert und damit ungeeignet war“ (Hessische Niedersächsische Allgemeine), „Der Fall illustriert, wie riskant der Einstieg in die Politik für Quereinsteiger sein kann“ (Straubinger Tagblatt), „Ein quälend langes Abwahlverfahren hat Susanne Gaschke ihrer Partei erspart, ansonsten aber kaum etwas“ (Landeszeitung Lüneburg).

 Auch der Online-Auftritt der Zeit – Gaschkes ehemaliger Arbeitgeber, der das Thema bislang weitgehend ignoriert hat – begibt sich in die Analyse: „Zum Verhängnis wurde ihr möglicherweise auch, dass es keine professionelle Supervision in der Krise gab.“ Es sei darüber hinaus anzunehmen, „dass Gaschke den eigenen Anteil an dem verhängnisvollen Verlauf der Ereignisse durchaus klar sieht. Mit gebührendem Abstand wird sie wohl eine selbstkritischere Analyse ihrer mission impossible vornehmen“. Die Berliner Zeitung resümiert, dass „in der Politik nur die Schachspieler überleben, die berechnend Zug um Zug setzen“. Zu viel Idealismus habe Susanne Gaschke geschadet. „Auch das ist – ohne Gaschke heilig zu sprechen – eine der vielen Lehren von Kiel.“ Nicht jedoch der Fehler bei dem Steuerdeal habe Gaschke aus dem Amt geworfen. „Sondern vielmehr der Umgang mit der Kritik an ihrem Fehler. Kritik, Streit und Debatte sind keine Degenerationserscheinungen der Demokratie, sondern deren Voraussetzung.“

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Ein Artikel von
Tamo Schwarz
Sportredaktion

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