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Gaschke legt sich erneut mit Albig an

Kieler Steuer-Deal Gaschke legt sich erneut mit Albig an

Nach dem versöhnlichen Auftritt in einer Talkshow dachten viele Beobachter, dass es nun um Susanne Gaschke etwas ruhiger wird. Von wegen. In einem Interview rechnet Kiels Ex-Oberbürgermeisterin mit ihren SPD-Parteifreunden ab. 

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Albig wünscht Gaschke Ruhe

Susanne Gaschke erneuert ihre Kritik an Torsten Albig.

Quelle: dpa

Kiel. Wenige Tage nach ihrem zornigen Rücktritt hat Ex-Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke nachgelegt und Ministerpräsident Torsten Albig (beide SPD) scharf angegriffen. In einer vorab veröffentlichen Mitteilung zur am Montag erscheinenen Ausgabe des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ wirft Gaschke ihrem Amtsvorgänger vor, nicht zu seiner Mitverantwortung in der Kieler Steueraffäre zu stehen.

„Es war mein Vorgänger im Amt, Torsten Albig, der spätestens 2011 einen Weg gebilligt hat, der nicht Vollstreckung hieß, sondern Vergleich“, wird Gaschke im Hamburger Magazin zitiert. Sie habe auf dem Höhepunkt der Affäre nicht begriffen, „warum Albig mit aller Gewalt aus der Sache herausgehalten werden wollte“, so Gaschke. Vor dem Hintergrund, dass sie den bereits eingeschlagenen Weg zu Ende gegangen sei, sei es „nicht in Ordnung“, dass „Albig sich so herauszog.“

Auch SPD-Landeschef Ralf Stegner habe die Affäre zusammen mit Albig genutzt, um eine alte Rechnung mit ihr zu begleichen. „Man darf ja nicht vergessen, dass die ganze Truppe, mit der ich da zu tun hatte, schon mal gegen mich stand“, sagte Gaschke in Anspielung auf ihre damalige Kandidatur für den Posten als Kieler Oberbürgermeisterin. „Die wollten mich nie.“ Dennoch räumt sie auch Fehler in ihrem Umgang mit dem Steuerfall ein. „Im Nachhinein muss ich sagen: Wir hätten den ganzen Ärger schon vermieden, wenn wir vorher die Fraktionsvorsitzenden im Rat eingebunden hätten“.

Nach ihrem Rücktritt vor einer Woche will Susanne Gaschke offenbar wieder als Autorin arbeiten. Sie kündigt an, ein Buch über ihre Erfahrungen als Berufspolitikerin schreiben zu wollen. „Es liegt doch nahe, dass ich Dinge auch schreibend verarbeite. Ich habe unendlich viel in dieser Zeit erlebt“, sagte die ehemalige Zeit-Redakteurin.

Bereits am Freitagabend hatte die 46-Jährige in der Fernsehsendung „3 nach 9“ angekündigt, sich nicht auf den „Status Hausfrau“ zurückziehen zu wollen. Dennoch sei sie „vorsichtig, etwas zu planen“ und wolle sich „ein bisschen Zeit“ lassen.

Susanne Gaschke hat mit ihrem Rücktritt keinen Anspruch auf finanzielle Versorgung durch die Stadt Kiel. Auch ihren ehemaligen Arbeitgeber habe sie vor einem Jahr ohne „Rückfallposition“ verlassen, betonte Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo, der die Sendung moderierte.

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Ein Artikel von
Paul Wagner
Redaktion Lokales Kiel/SH

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