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Michael Kluth zum Fall Gaschke

Kommentar Michael Kluth zum Fall Gaschke

Nein, sie denkt nicht daran zurückzutreten. Nein, die SPD-Ratsfraktion macht nicht mit beim Abwahlantrag, und ohne Stimmen aus der Mehrheitsfraktion ist die Zweidrittelmehrheit nicht zu erzielen. Die Nachricht des Tages lautet: Susanne Gaschke bleibt Oberbürgermeisterin von Kiel. Die Menschen in der Rathausverwaltung, die von den Launen und der Egomanie der Chefin ein Lied singen können, werden einstweilen mit ihr leben müssen. Die Bürgerinnen und Bürger der Landeshauptstadt auch.

Die SPD hat, um den politischen Schaden zu begrenzen, gestern ihren Frieden mit der ungeliebten Verwaltungschefin gemacht. Es ist ein brüchiger Burgfrieden.

Susanne Gaschke ist weit über ihren Schatten gesprungen, um diesen Burgfrieden herzustellen. Sie bedauert zutiefst. Sie stellt klar. Sie räumt ein. Sie nimmt zurück. Für einen Menschen mit ihrem Selbstverständnis ist das nicht weniger als ein Kniefall.

Albig sagt dazu: „Damit ist die Angelegenheit für mich erledigt.“ Da hat er Recht. Albig ist raus aus der Nummer. Auf ihrer verzweifelten Suche nach Mitverantwortlichen für den Steuer-Deal war Gaschke bei ihm an der falschen Adresse. Sie steht allein in der Verantwortung.

Die Angelegenheit an sich ist damit überhaupt nicht erledigt. Die inhaltliche Prüfung der Kommunalaufsicht läuft noch. Der ganze Deal steht auf tönernen Füßen. Regressansprüche drohen. Gaschkes Ansehen ist ruiniert. Die Opposition bohrt weiter. Die Kooperation im Rathaus ist gespalten. Steuerehrliche Bürger sind auf den Barrikaden.

Kieler Burgfrieden? Nur in der SPD.

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Michael Kluth
Ressortleiter Sportredaktion

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