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Rückschlag für die Gläubiger

Steuerfall Uthoff Rückschlag für die Gläubiger

Im Steuerfall Detlef Uthoff deutet sich eine weitere, für die Gläubiger dramatische Wende an. Die Forderungsverwaltungsgesellschaft DSU, die abgeschriebene Schulden des Augenmediziners in Höhe von 56 Millionen Euro hält, tritt offenbar wieder als Hauptgläubigerin auf.

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Detlef Uthoff türmte Schulden in Millionenhöhe auf. Die DSU kaufte sie den Banken für nur 360 000 Euro ab.

Quelle: Oliver Krato

Kiel. Insolvenzverwalter Klaus Pannen bestätigte am Donnerstag in einem NDR-Interview, dass er bislang DSU-Forderungen in Höhe von 13 Millionen Euro anerkannt habe. Auch die restlichen Forderungen der DSU in Höhe von 34 Millionen Euro werde er wohl anerkennen, sagte Pannen im Schleswig-Holstein Magazin. Für die Stadt Kiel mit einer Forderung von 7,8 Millionen Euro ist das keine gute Nachricht. Je höher die Forderungen der DSU ausfallen, desto geringer wird der Anteil an der Insolvenzmasse, auf den die Stadt hoffen kann.

Das überraschende Manöver vor knapp zwei Monaten, als Uthoff seinen Insolvenzplan plötzlich zurückzog und damit alle Gläubiger vor den Kopf stieß, steht jetzt in einem neuen Licht da. Zur Erinnerung: Bis zum Rückzug des Plans waren die Gläubiger davon ausgegangen, dass die DSU weitgehend auf Forderungen verzichtet und maximal die 360000 Euro geltend macht, die sie für die Übernahme der Millionen-Schulden hingeblättert hatte. Die Gläubiger und auch die Stadt Kiel waren unter diesen Bedingungen bereit, dem Insolvenzplan zuzustimmen und den Fall zu den Akten zu legen. Die Stadt hätte bei dieser Einigung immerhin mit 3,2 Millionen Euro rechnen können.

Nun steht erneut die DSU im Fokus. Pikant: Gesellschafterin war über lange Zeit die Frau von Detlef Uthoff, die mithilfe des komplizierten Konstrukts die von ihrem Mann aufgetürmten Schulden übernommen hatte. Auf dem Papier stand der bekannte Augenmediziner damit zwar weiterhin mit einer stattlichen Millionensumme in der Kreide. Tatsächlich hatte er aber vonseiten der DSU nur wenig zu fürchten. Auch für Insolvenzverwalter Pannen ist das Neuland: „So ein Konstrukt ist mir noch nicht untergekommen“, erklärte er.

 Unabhängig vom Ausgang des Insolvenzverfahrens haben die bisherigen Gesellschafter die DSU bereits zu Geld gemacht und nach NDR-Recherchen an einen Düsseldorfer Unternehmensberater verkauft.

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Ein Artikel von
Bodo Stade
Stellvertretender Chefredakteur

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