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Landpartie Den Dinos ganz nah
Landpartie Den Dinos ganz nah
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07:00 15.08.2015
Von Joachim Welding
Ganz schön scharf, diese Zähne vom Tyrannosaurus. Aber keine Angst, der ist schon vor ewigen Zeiten ausgestorben. Quelle: Joachim Welding

Klar kenne ich die großen Dinos! Und auch von Fossilien habe ich schon etwas gehört. Das sind uralte, versteinerte Tiere. Die kann man manchmal in der Erde finden. Aber heute gießen wir im Urzeitmuseum unsere eigenen Ur-Tintenfische.

 Wie der Tyrannosaurus sein Maul aufreißt! Zur Begrüßung zeigt der Dino gleich seine großen Zähne. Aber Angst haben braucht Ihr nicht: Der ist vor ewigen Zeiten ausgestorben. Dieser hier ist ein nachgebauter Baby-Dino, und der lässt sich ganz in Ruhe ins Maul schauen. Ein bisschen gruselig ist es schon, aber cool! Und ganz ungefährlich! Wir können erst mal das ganze große Museum erkunden und vieles ausprobieren.

 Diese tollen Steine: Kunterbunt sind die, manche ganz groß und glänzend und ganz schön schwer. Am Gesteinspuzzletisch können wir Granit und Flintsteine sortieren. Wie alt die sein sollen, erzählt der Museumschef Herr Kopp. Millionen und Abermillionen Jahre alt! Das kann ich mir gar nicht vorstellen, wo ich doch gerade erst neun geworden bin! Und die schönen orangenen Bernsteine: Ist da etwa eine Mücke drin eingeschlossen? Dann finden wir Knochen und Zähne vom Mammut: Wie schwer sind die denn! Und sogar versteinerte Haifischzähne fische ich aus der großen Sand-Truhe. Zwei ganz spitze darf ich behalten.

 Unten wimmelt es von Dinos, das ist ganz große Klasse. Nachdem wir die Treppe hochgelaufen sind, treffen wir auf King Kong – so nennt man den Riesenaffen, der zum Glück nicht mehr lebt und seine Zähne nur zum Spaß zeigt. Gleich dahinter treffen wir auf die allerersten Menschen, die vor laaaaanger Zeit auf der Erde gelebt haben: Die verstecken sich in einer Mammutknochenhütte, und dahinter in einem Rentierjägerlager. Die Riesenseeschlange hat ein eigenes Wasserbecken, und die können wir auch in einem Puzzle zusammenbauen. Wenn man ein paar Teile vom Schwanz und so herausnimmt, kommt ein dicker, dicker Riesenwal dabei heraus. Und den gab’s wirklich mal, sagt Herr Kopp.

 Auf dem Rücken von dem Mammutbaby muss ich unbedingt mal sitzen. Da muss mir Papa aber mal heraufhelfen! Toll, neben den versteinerten Pferdeschädeln gleich ein Computer mit einer Lupe. Damit können wir Fossilien und Steine ganz groß machen und alles genau erkennen. An einem anderen PC stellen wir mit der Computermaus ein Urzeitpuzzle zusammen. Geht kinderleicht! Aber über Dinosaurier musst Du auch ein bisschen Bescheid wissen. Dafür gibt’s extra eine Dino-Suchtafel und ein kleines Kino: Im Film können die Brontosaurier und alle anderen tatsächlich laufen, fressen und so – ganz wie in Wirklichkeit. Wie alt sollen die noch mal alle sein? 100 Millionen Jahre ungefähr, erzählt der Chef vom Museum. Und ausgestorben sind die auch schon vor so langer Zeit. Aber die Knochen, die finden Forscher heute noch überall in der Welt. Deswegen wissen wir ja so genau, wie die einmal ausgesehen haben, der gefräßige Tyrannosaurus oder der kleine Raptor.

 Und weil es die in echt nicht mehr gibt, gießen wir heute welche aus Gips. Nein, nicht die großen Dinos, sondern kleine Ur-Tintenfische, die aussehen wie dicke Schneckenhäuser. Das geht ganz prima: Wenn unser Fossil an der Luft hart und trocken ist, bemalen wir es so, wie es wirklich mal ausgesehen hat: mit Braun und Rot und Gelb. Ihr kennt doch diese Neandertaler, die in ihren Höhlen auch alles bemalt haben? Gleich danach greifen wir zur Farbe: Dann bin ich ein Steinzeitmensch und ritze mit einem spitzen Stein ein Mammut auf die Gipsscheibe. Und das Beste: Alles können wir mit nach Hause nehmen und Opa und Oma zeigen.

 Zum Schluss muss ich aber noch mal zur Schatztruhe: Was finden wir da noch alles? Kleine glitzernde Edelsteine und viele Haizähne. Zu entdecken gibt es noch eine Menge im Museum. Vom einäugigen Ungeheuer – das heißt wohl Zyklop –, dem Säbelzahntiger und Höhlenbären habe ich Euch ja noch gar nichts erzählt. Oder von der Steinschleuder. Damit haben die Menschen früher gejagt. Und so eine Schleuder bauen wir das nächste Mal selbst. Herr Kopp hat’s versprochen: Auf dem Sportplatz dürfen wir dann ausprobieren, ob die Steine wirklich fliegen können!

Gut zu wissen:

Tor zur Urzeit: Museum für Erdgeschichte, Dorfstraße 4, 24582 Brügge, Tel. 0 43 22-75 25 95 oder 0178-5 61 82 92, 0171-4 15 64 75, Internet: www.torzururzeit.de

Öffnungszeiten: Sa und So 10-17 Uhr, Mo-Fr nach telefonischer Vereinbarung

Eintritt: Erwachsene 5 Euro, Kinder 1 Euro

Führungen: Erwachsenengruppe 45 Euro (Dauer 75 Min.), Kindergruppe 30 Euro (Dauer 60 Min.); Museumsführer erhältlich; zahlreiche pädagogische Angebote für Kinder nach Anmeldung, voll ausgestatteter Klassenraum im Museum, Museumskino; Trägerverein „Tor zur Urzeit e.V.“, Kontakt: E-Mail info@torzururzeit.de

Am Wegesrand:

Wanderung um den Bordesholmer See: Ausgedehnte Spaziergänge lassen sich rund um den Bordesholmer See nahe Brügge unternehmen. Der fünf Kilometer lange Wanderweg verläuft meist direkt am Ufer. Der beste Startpunkt ist die rund 700 Jahre alte Linde von der Klosterinsel aus. Ein Besuch von Klosterkirche und Gewölbekeller lohnt sich immer. Bei hochsommerlichem Wetter kann man sich in der Seebadeanstalt am Südostufer abkühlen (Seestr., Eintritt frei)

Ökopfad Bordesholm: Der Rundgang verbindet viele kleine Schätze am Wegesrand. Insgesamt 30 Stationen umfasst die Route, zu der die Gemeinde viele Informationen und eine detaillierte Karte bereit hält (www.bordesholm.de/oekopfad). Es gibt viel zu sehen und zu erleben: vom Naturerlebnispfad und einem Bienenhotel über eine Kastanienallee und den Eisvogel bis zu Reisighecke und zum renaturierten Kalbach, dem Hauptzufluss zum Bordesholmer See.

 Von Finn Staugaard

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