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Millionenfach Stein auf Stein

Legoland Millionenfach Stein auf Stein

Mit Lego habe ich schon immer gern gebaut und ins Legoland wollte ich, seitdem ich im Internet Fotos von dort gesehen habe, mit Häusern, Raumschiffen, Tieren und allen möglichen Figuren, die alle aus Lego bestehen.

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Majestätische See-Perspektiven

Trickige Perspektive: Echte Welt und Lego-Welt verschmelzen vor der Feuerwache im Lego-Miniland zu einem großen Ganzen.

Quelle: Sabine Spatzek

Billund/Dänemark. 65 Millionen Steine, habe ich gelesen, sind insgesamt dort verbaut. Das sind so irre viele, dass ich mir das gar nicht vorstellen konnte und mich gefragt habe, ob auch die Achterbahn und die Gebäude aus Lego bestehen (was sie natürlich nicht tun, aber dazu später mehr).

 Obwohl ich in den Ferien am liebsten ausschlafe, bin ich für diesen Ausflug mal ausnahmsweise früh aufgestanden. Denn wir mussten ja bis nach Dänemark fahren und wollten auch möglichst früh dort sein, damit wir genug Zeit für alles haben und sich die weite Anreise auch richtig lohnt. Vor dem Eingang standen dann gleich die ersten großen Figuren aus Lego herum und ich war sofort begeistert. Außerdem gab es verkleidete Menschen, die als Prinzessin und Pirat die Besucher begrüßt haben. Viele Kinder (ich auch) haben sich mit ihnen fotografieren lassen. Nur unterhalten konnte ich mich mit dem Mann und der Frau nicht, weil ich kein Dänisch kann und auch noch nicht viel Englisch.

 Bis wir unsere Eintrittskarten hatten, mussten wir zuerst ein bisschen Schlange stehen – nicht zum letzten Mal an diesem Tag. Auch drinnen war es nämlich sehr voll, so dass man sich meistens eine Viertelstunde oder halbe Stunde lang anstellen musste, wenn man mit irgendwas fahren wollte. Das war nervig, aber mir ist klar, dass das nicht zu ändern ist, weil im Sommer eben alle Ferien haben und mal etwas Tolles unternehmen wollen.

 Zuerst sind wir mit dem „Legotop“ gefahren, einem Turm, der kurz hinter dem Eingang steht und einen in einer gläsernen Kabine so hoch nach oben bringt, dass man den ganzen Park sieht und auch den Flughafen, der direkt daneben ist. Danach war uns klar, dass das Gelände selbst eigentlich gar nicht so groß ist. Der Hansapark, wo ich auch schon mal war, ist jedenfalls viel größer. Aber dort gibt es eben kein Lego, und die Häuser aus den Hansestädten sind zwar größer, aber für mich nicht so toll wie im Miniland. Das Miniland ist „das Herz“ von Legoland und besteht aus ganz vielen berühmten Gebäuden und Landschaften im Kleinformat. Auf Schildern steht, aus wie vielen Steinen die einzelnen Sachen zusammengesetzt sind. Vieles darin bewegt sich auch, zum Beispiel Autos, Schiffe und Züge. Das ist so ähnlich wie im „Miniaturwunderland“ in Hamburg, einem anderen Lieblingsausflugsziel von mir. In Miniland-Holland, das aus 2,1 Millionen Steinen gebaut ist, bewegen sich auch die Flügel der Windmühlen. Nyhavn, ein Hafen an einem Kanal in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen, besteht sogar aus 3,5 Millionen Steinen. Wenn ich selbst jemals so viele Steine haben könnte, würde ich damit auch so eine große, tolle Stadt bauen!

 Nicht schlecht fand ich auch den Teil im Miniland, in dem nur „Star Wars“-Modelle stehen. Dargestellt sind Szenen aus den Filmen und Serien, die Raumschiffe sind viel größer, als man sie normal im Laden kaufen kann. Der Hammer ist aber das riesige Modell des X-Wing-Starfighter, das Raumschiff, in dem Luke Skywalker saß, als er den Todesstern zerstörte – alle „Star Wars“-Fans wissen, was gemeint ist. Dieses XXL-Teil steht nicht draußen, sondern in einer eigenen Halle, die erst in diesem Jahr eröffnet wurde. Das Raumschiff ist 13 Meter lang, 13 Meter breit, 20 Tonnen schwer und besteht aus 5,3 Millionen Steinen! In der Halle ist es ziemlich düster, dazu hört man die „Star Wars“-Filmmusik und sieht in einem Film, wie sehr viele Leute sehr viele Stunden an dem Starfighter gearbeitet haben.

 Tolle Figuren aus Lego gibt es auch bei der Achterbahn im „Polarland“, der Bootsfahrt im „Piratenland“, in der Westernstadt „Legoredo Town“ und eigentlich überall im Legoland. Aber die Schienen, die großen Gebäude wie zum Beispiel die Ritterburg bestehen nicht komplett aus Plastiksteinen. Ist ja eigentlich auch logisch, denn das könnte ja niemals stabil und sicher genug sein. Besonders gut gefallen hat mir der „Dragon“. Da fährt man zuerst durch eine Art Höhle mit einem Rittersaal und anderen Räumen, in denen die Figuren aus Lego gebaut sind, und im zweiten Teil wird es schnell und kurvig, aber nicht so sehr, dass man Angst bekommt. Der amerikanische Weltraumbahnhof mit einem Space Shuttle, das am Ende des Countdowns eine große Rauchwolke ausstößt, war auch nicht schlecht. Toll war außerdem noch das „Atlantis Sea Life“-Aquarium, wo Rochen, Haie und andere Fische in einem großen Wasserbecken herumschwimmen. Weil an dem Tag, an dem wir im Legoland waren, kaum die Sonne schien und es öfter geregnet hat, war es auch gut, zwischendurch einmal irgendwo drinnen sein zu können und sich aufzuwärmen.

 Insgesamt finde ich, dass sich der Ausflug total gelohnt hat. Ein bisschen Lego kaufen durfte ich mir dann auch noch – schließlich bekommt man so eine große Auswahl in keinem anderem Geschäft in Deutschland! Meine Eltern sagen, dass das Ganze ein ziemlich teurer Spaß ist. Aber mir hat es auf jeden Fall gefallen, obwohl ich dafür sogar ein bisschen von meinem Taschengeld dazu geben musste.

Am Wegesrand

Legeparken, Kolding:  Der Spiel- und Erlebnispark im Stadtzentrum der dänischen Stadt eignet sich gut für eine Pause, u.a. kann auf einem Teich kostenlos gerudert werden. Tägl. 10-20 Uhr, Eintritt frei. Grønningen 2, Kolding. www.kolding.dk/legeparken

Tolkschau, Tolk:  Wer nicht ganz so weit Richtung Norden fahren möchte, findet auch in diesem Freizeitpark bei Schleswig eine familiengerechte Mischung von Fahr- und sonstigen Attraktionen. Besonderheit: „Tal der Dinosaurier“ mit über 100 lebensgroßen Nachbildungen. www.tolk-schau.de

Christiansfeld:  Die Plansiedlung der evangelischen Brüdergemeinde, erbaut zwischen 1773 und 1812, wurde Anfang Juli zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt. Zwischen Kolding und Haderslev (Hadersleben). www.visitkolding.de/de/kolding/architektur/christiansfeld

Gut zu wissen

Legoland Billund: Der Freizeitpark am Stammsitz des dänischen Spielzeugherstellers wurde 1968 eröffnet. Einige Fahrgeschäfte und Attraktionen sind neu, Schwerpunkt blieb die Präsentation der Steckklötzchen. Hauptpublikum: Familien mit Kindern von zwei bis zwölf Jahren.

Öffnungszeiten: Täglich ab 10 Uhr. Am 1., 2., 6.-14., 22., 29. Aug. bis 20 Uhr (Fahrgeschäfte bis 18 Uhr); 3.-5., 15. Aug. bis 21 Uhr (20 Uhr), sonst bis 18 Uhr (17 Uhr). Im Sept./Okt. teils verkürzte Öffnungszeiten, ab 2. Nov. geschlossen.

Eintrittspreise/Währung: Tageskarte am Eingang: Erw. (13-64 J.) 329 DKK (44 Euro), Kinder (3-12 J.) und Senioren (65+) 299 DKK (40 Euro). Bei Online-Buchung vorab vergünstigte Preise, z.B. Familienkarte für 2 Erw., 2 Ki. 956 DKK (128 Euro). Im Legoland kann mit Euro bezahlt werden, als Wechselgeld erhält man dänische Kronen (DKK).

Anfahrt/Parken: Nordmarksvej 9, 7190 Billund. Von Flensburg kommend auf der A7/E45 bis zur Abfahrt Nr. 63 (Bramdrupdam), dann Route 441 Richtung Bredsten und 28 nach Billund oder Route 176 über Egtved. Kostenfrei parken auf P6 (immer geöffnet), 3 oder 4 (bei Hochbetrieb), Fußweg ca. 15 Min. Tagesticket P1, 2 und 5 kostet 50 DKK (6,70 Euro).

Tipp: Die deutsche Internetseite www.legoland.dk/de/ bietet eine Besucherprognose. Auch zu beachten der Expresspass: Preise nach Größe.

Von Oskar Spatzek

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