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Das matscht so schön...

Meerwasserbaden in Tönning Das matscht so schön...

So richtig reingetraut hatten wir uns bislang noch nicht in den Schlamm. Klar, letztes Jahr waren wir mit der ganzen Familieden mit Füßen drin. Wir sahen wie eine Entenfamilie aus. Aber immer wieder haben wir beobachtet, wie die anderen Kinder und Jugendlichen hier vom Spielplatz aus in den schwarzen Schlamm der Eider waten und sich so richtig darin rumwälzen.

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Willkommen im Eiderschlamm: Leo und Rebecca Mayer aus dem Ruhrgebiet hatten im Eider-Wattenbad ihren Spaß.

Quelle: Rönnau

Tönning. Und manchmal machen sie Schlammschlachten. Sogar einige Erwachsene trauen sich. Am Freitag wollten wir morgens auch hinein – aber wie doof: Da war Hochwasser. Wir hatten ganz vergessen, dass man sich hier sehr nach den Gezeiten richten muss. Und dass es diese auch in einem Fluss geben kann, hätten wir nie gedacht. Doch die Eider fließt ja hier in die Nordsee. Wenn dort Ebbe ist, läuft das Wasser natürlich auch im Fluss ab. Dann ist er viel schmaler und hat auf beiden Ufern breite Wattbereiche. Bei Flut kommt alles wieder zurück, aber dann matscht es hier nicht mehr so schön.

 Für Sonnabend haben wir uns gemerkt, dass um 12.15 Uhr das Wasser am niedrigsten ist. Das ist die beste Zeit. Zuerst sind wir mit unseren Eltern gleich nach dem Frühstück ins Meerwasser-Freibad nebenan gegangen. Hier ist das Wasser superklar und salzig. Und warm ist es meistens auch, denn es wird ständig durch schwarze Schläuche gepumpt, die das Schwimmbad aufheizen. Toll ist, dass wir hier springen dürfen, so viel wir wollen. Es gibt einen „Einer“ und einen Drei-Meter-Sprungturm. Am anderen Beckenrand steht eine Rutsche, die ist auch ein paar Meter hoch. Da kommt man mit Karacho im Wasser an und es spritzt ziemlich weit. Hmmm, manchmal kriegen die am Ufer auch was ab davon! Das ist besonders lustig, wenn die gar nicht baden wollten.

 Zum Glück ist es bald Mittag. Wir gehen zum Kassenhäuschen vor der Brücke und holen uns einen Stempel. Mit dem dürfen wir den ganzen Tag wieder hinein, wenn wir an der Eider waren. Man braucht nur über eine Brücke auf den Deich zu gehen, dann sieht man schon den Spielplatz und die Volleyballplätze vor dem Fluss. Der Weg führt am Deichflieger-Café vorbei zu einer langen Holzbrücke. Die ist eigentlich nur zum Gucken und Baden da. Man kann bis zum Ende gehen und über eine Leiter auf einen Schwimmsteg kommen. Bei Ebbe liegt der allerdings am Grund. Das ist gut, denn dann kann man am leichtesten in den Schlick kommen.

 Wir fangen erstmal vorsichtig mit den Füßen an – unsere Freunde auch. Wir haben sie in der Jugendherberge kennengelernt. Sie kommen aus Marburg. Der Matsch quillt um die Füße herum und durch die Zehen. Ein komisches Gefühl ist das: glipschig, weich und obenauf warm. Doch wenn man tiefer einsinkt, wird es etwas kühl. Ein bisschen unheimlich ist das schon, weil man immer denkt, dass man im Schlamm versinken könnte. Das tut man auch, aber irgendwie immer höchstens bis zu den Knien. Zuerst trauen wir uns nicht. Dann lassen wir den Steg los und sinken noch etwas tiefer ein. Aber man kann sich tatsächlich langsam voranbewegen.

 Einer sammelt Schlamm auf und wirft. Es platscht, und schon ist die Haut gesprenkelt schwarz. Wow! Jetzt machen wir es alle. Das ist eklig, das ist schön – echt cool! Oh, Volltreffer! Sieht aus wie ein Kuhfladen. Bald sind wir alle mehr schwarz als weiß. Auch wenn man eigentlich von der Sonne braun gebrannt ist, sieht die Haut bei diesem Eiderschlamm jetzt fast weiß aus. Oh, jetzt haben wir das Zeug auch noch in den Haaren. Wenn man sich nicht schnell genug wegdreht, kriegt man den Matsch in die Augen – das ist nicht so schön.

 Alles andere ist toll. Wir lassen uns in den Matsch fallen und drehen uns darin. Wir haben alle Mega-Spaß. Rechts vorn am Steg ist noch ein Schwimmsteg. Er hat eine kleine Rutsche, mit der man volle Pulle in die schwarze Masse rutschen kann. Da kann einem schon mulmig werden, weil man denkt, dass der Boden dann doch irgendwie hart ist. Ist er aber nicht. Es spritzt nur ordentlich. Noch zwei-, dreimal rutschen – dann haben wir erstmal genug.

 Und nun wird's echt ungemütlich: Bevor wir wieder ins Schwimmbad dürfen, müssen wir den ganzen Schlamm wieder abwaschen. Einen Teil kann man am besten im Flusswasser loswerden. Wenn man da schwimmt, muss man allerdings vorsichtig sein, weil die Strömung oft recht stark ist. Den Rest müssen wir dann unter einer der Duschen am Ufer abwaschen – und die sind leider eiskalt. Schnell laufen wir über den Deich und die Brücke zu unserem Platz im Freibad: Abtrocknen und Sonnenbaden – wieder aufwärmen. Dann gehen wir zum Kinderbecken mit dem bunten Wasserpilz. Da ist das Wasser schön warm zum Relaxen.

Aber wir haben noch mehr vor in diesem Urlaub. Im Multimar Wattforum waren wir schon und bei der Schafskäserei in Tetenbüll. Am Sonntag wollen wir vor den Halligen eine Wattwanderung machen.

Von Rebecca und Leo Mayer

Gut zu wissen

Meerwasser-Freibad und Badestrand Tönning: Solarbeheiztes Freibad. Ab Bahnhof über die Badallee zum Strandweg 2, Tönning. Info Tel. 04861/5688, E-Mail info@freibad-toenning.de

Öffnungszeiten: je nach Wetter Mai bis Mitte September täglich 10-19.30 Uhr.

Kosten: Der Eintritt in das Eider-Wattenbad ist frei. Eintritt ins Meerwasser-Freibad: Erwachsene 3 Euro, Jugendliche bis 18 Jahre 1,50 Euro, Familien mit zwei eigenen Kindern bis 18 Jahre 7,50 Euro. Der Eintritt berechtigt einen vollen Tag zum wiederholten Verlassen des Geländes, sofern man sich einen Stempel an der Kasse geholt hat.

Angebote: Strandkorbverleih, Wassergymnastik (Di, 10.30 Uhr), Aqua-Jogging (Di 18.30 Uhr, Do 10.30 Uhr), Wasserspiele für alle (Mi, 16.30 Uhr), Kinderspiel-Nachmittag (Mo + Fr 14.30 Uhr). Gelegentlich Konzerte und Kinderspiele am Deichflieger-Café.

Am Wegesrand

Friesische Schafskäserei Tetenbüll: Mitten auf Eiderstedt liegt Tetenbüll mit der Schafskäserei von Monika und Redlef Volquardsen. Sie beleben eine alte Tradition der Westküste - das Herstellen von Käse aus Schafsmilch von den Tieren, die für feste Deiche sorgen. Führungen Mai bis Oktober jeden Dienstag um 15 Uhr. Teilnahme 3,50 Euro, Kinder 6-16 Jahre 1,50 Euro. Kirchdeich 8, Tetenbüll. Info: hof-volquardsen@web.de

Wattwanderung vor Vollerwiek: Rund zehn Kilometer hinter Tönning liegen die Feriendörfer Welt und Vollerwiek. Von hier geleiten kundige Nationalpark-Führer von April bis Oktober Besucher durch das Weltkulturerbe Wattenmeer. Treffpunkt an der Badestelle Vollerwiek/DLRG-Container. Teilnahme 6 Euro/Kinder ab 6 Jahren 3 Euro. Termine unter www.wattwanderungen-vollerwiek.de

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