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Kribbelndes Erlebnis im Wald

Schleswig-Holstein Kribbelndes Erlebnis im Wald

Wer hoch hinaus will, ist im Erlebniswald Trappenkamp genau richtig. Denn dort steht das derzeit höchste Vollholz-Bauwerk Deutschlands, der Teamtower: ein Turm, der Aussicht und Adrenalin-Kick vereint. Von Katrin Heidemann

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Teamtower-Mitarbeiter Henrik Liedtke zeigt den Aufstieg im Kletterkamin.

Quelle: Katrin Heidemann

Trappenkamp. Zu übersehen ist er wirklich nicht, so herausragend ist der Teamtower. Schon vom Parkplatz am Eingang des Erlebniswaldes aus sticht er, alle Bäume überragend, ins Auge. Vom Boden bis zur Spitze misst die Konstruktion aus einheimischen Hölzern imposante 30 Meter. „Der Mittelpfeiler des Turms stammt von dem durchgehenden Stamm einer Douglasie aus der Nähe von Hamburg. Der Baum war ursprünglich 55 Meter hoch. Gut 12,5 Tonnen Holz stehen hier“, erklärt Hartmut Moede von der Firma ropeXcourse, die den Teamtower mit einem Trainerteam im Erlebniswald betreut."

"Nicht nur die Konstruktion ist beeindruckend, auch die Möglichkeiten, die der Turm bietet sind es. Um nach oben zu gelangen, gibt es unterschiedliche Wege. Einerseits ist die Turmspitze über Kletterrouten zu erreichen, zum Beispiel auf der rund 27 Meter langen festen Route am Pfeiler des Turms, wo zwei Überhänge den Aufstieg erschweren. Eine weitere Route führt über die sogenannte „Kletterschlange“, die aus vier frei beweglichen Elementen, Holzstämmen mit Klettergriffen besteht. Beide Varianten erfordern Klettergeschick, Muskelkraft und haben es in sich. Eine weitere Alternative, um den Turm zu erklimmen, ist der Weg über eine Spindeltreppe aus Metall im Innern des Teamtowers und weiter durch den so genannten Kletterkamin, ein tunnelförmiges Spinnennetz aus Tauwerk."
"Gut 13 Meter führt der Kletterkamin von der ersten auf die zweite Plattform des Turms – es geht senkrecht nach oben und wackelt bei jedem Schritt. Je mehr Menschen zeitgleich darin klettern, desto stärker bewegt sich die Konstruktion. Wind pfeift durch die groben Maschen. Mit jedem erklommenen Meter wird die Aussicht über das Gelände des Erlebniswaldes besser. Von der zweiten Plattform des Teamtowers aus reicht der Blick sogar bis Bad Segeberg, wo der Kalkberg hell in der Sonne leuchtet."

"Nur wegen der schönen Aussicht zieht es allerdings nicht viele Turmbesucher nach oben. Die meisten sind nicht auf der Suche nach Fernsicht, sondern nach dem ultimativen Kick. Sie klettern nicht wieder hinunter. Sie fliegen stattdessen über die Baumwipfel in den Wald hinab oder springen in die Tiefe wie ein Eichhörnchen."
"Standsprung oder auch Eichhörnchensprung nennt sich diese Abstiegsvariante aus rund 13,5 Metern Höhe. Mit einem Helm auf dem Kopf und angegurtet geht es dabei von der unteren Plattform des Teamtowers in die Tiefe. „Einfach einen Schritt nach vorne machen“, lautet die Anweisung der Teamtower-Trainerin dort. Doch kaum jemand befolgt den Rat direkt: Erst wandert der Blick nach unten gen Waldboden, der weiter entfernt ist als die Wasseroberfläche vom Brett eines Zehnmeter-Sprungturms in der Schwimmhalle. Einen Schritt ins Nichts machen? Da hinunter? Nur für einen kurzen Adrenalin-Kick?"
"Dann geht alles ganz schnell: Ein Schritt nach vorne, ein kurzer Moment des freien Falls, und schon federt das Fallschirmübungsgerät über einen Mechanismus mit einer Seilwinde und einem Schaufelrad den Fall ab. Schwebend geht es gen Boden. Geschafft. Was Überwindung kostet, wird mit einer ordentlichen Portion Adrenalin und Euphorie belohnt. „Wer sich einmal getraut hat, will meist direkt wieder springen“, sagen die Teamtower-Mitarbeiter."
"Der nächste Kick wartet in rund 26 Metern Höhe: der Wipfel- oder Habichtflug, auch Seilbahn genannt. Der Schritt ins Leere ist auch dort der Schlüssel zum Erlebnis. In ungefähr 300 Metern Entfernung ist zwischen den Bäumen des Erlebniswalds eine hölzerne Plattform als Ende der längsten Seilrutsche Norddeutschlands zu erkennen. Dorthin führt der rasante Flug über die Baumwipfel. Startpunkt ist die obere Plattform des Teamtowers. Von dort rauscht die Bahn am Drahtseil durch den Wald. Dabei erreichen die Wipfelflieger laut Hartmut Moede unterwegs eine Geschwindigkeit von mehr als 50 Kilometern pro Stunde."

 "Eine Teamtower-Trainerin steht auf einem kleinen Holzvorsprung außerhalb der großen Aussichtsplattform auf der Turmspitze und schickt die Wipfelflieger doppelt gesichert und in einem Gurtsystem sitzend auf die Rutschpartie durch den Wald. Und wieder kurzes Zögern: ein zweifelnder Blick in die Tiefe, ein weiterer zur Endplattform in 300 Metern Entfernung, die sehr weit weg erscheint. „Gute Reise“, sagt die Trainerin. Dann ein Schritt ins Leere. Es gibt kein Zurück mehr. Die Bahn surrt los, in schneller Fahrt über die Wipfel des Erlebniswalds hinweg. Sanft abgebremst endet der Wipfelflug auf der Holzplattform am anderen Ende."
"Zurück auf dem Waldboden geht es vollgepumpt mit Adrenalin dem Ausgang des Erlebniswalds entgegen, der mit dem Teamtower ganz klar um ein Erlebnis reicher geworden ist.

Gut zu wissen

Teamtower im Erlebniswald Trappenkamp: Der Tower bietet Kletteraktionen, Aussicht und Adrenalin-Kick in 30 Meter Höhe.
Öffnungszeiten: bis Herbst sonn und feiertags sowie während der Schulferien in Schleswig-Holstein auch mittwochs jeweils von 12 bis 17.30 Uhr. Gruppenanmeldungen ab 10 Personen auch an anderen Tagen möglich.
Preise für die einzelnen Aktionen am Tower: Kletterkamin 2,50 Euro/Kletterroute „Tower” oder „Schlange“ 5,50 Euro/Standsprung (freier Fall) inklusive Kletterkamin 7,50 Euro/Wipfelflug (Seilbahn) inklusive Kletterkamin 12,50 Euro/ Powertower (freier Fall und Seilbahn) 17,50 Euro.
Wichtig: Sprung und Seilbahn sind nur für Menschen mit einem Körpergewicht zwischen 30 und 130 Kilogramm möglich. Kletteraktionen im unteren Bereich des Towers sowie im Kletterkamin sind auch für jüngere Kinder geeignet. Infos: Tel. 04321/9656603 und www.forst-sh.de/erlebnis/aktivitaeten/teamtower.html sowie www.ropexcourse.de
Tipp: Bis Ende der Osterferien bietet das Team in der Waldwerkstatt kostenlose Bastelaktionen für Kinder an (täglich 11-17 Uhr). Erlebniswald Trappenkamp: von März bis Oktober täglich geöffnet 9-18 Uhr; im Winterhalbjahr
bis 17 Uhr und am Wochenende ab 11 Uhr.
Eintritt: 5 Euro/bis 15 Jahre 4 Euro/Familien 15 Euro.
Anfahrt: Tannenhof, Daldorf (direkt an der A21, Abfahrt Daldorf). Infos Tel. 04328/170480 und www.forst-sh.de

Am Wegesrand

Brauseminare in der Ricklinger Landbrauerei: In dem Kursus werden die Grundlagen des Bierbrauens vermittelt und Biersorten verkostet. Kosten: 80 Euro. Anfahrt: Grüner Weg 1, 24635 Rickling. Infos Tel. 04328/1314 und www.ricklinger-landbrauerei.de

 
Fledermaus-Erlebnisausstellung Noctalis und Segeberger Kalkberghöhle: geöffnet von April bis September Mo-Fr 10-18 Uhr, am Wochenende und feiertags ab 10 Uhr. Die Ausstellung ist ganzjährig geöffnet. Eintritt für Höhle und Ausstellung: 11 Euro/erm. 10 Euro/Kinder 7 Euro. Anfahrt: Oberbergstraße 27, Bad Segeberg. Infos Tel. 04551/ 808211 und www.noctalis.de

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