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Schnorcheln in Scharbeutz Zu Besuch bei Seenadel und Qualle

Beim Schnupperschnorcheln in Scharbeutz lernen Klein und Groß die Unterwasserwelt kennen.

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 Gruppenbild mit Flossen: In Neoprenanzügen, die vor dem Auskühlen schützen, geht es beim Schnupper-Schnorcheln in Scharbeutz ab in die Ostsee.

Quelle: Sabine Spatzek

Scharbeutz. Ich hatte keine Ahnung, was es in der Ostsee unter Wasser an Tieren alles zu sehen gibt. Außer Quallen natürlich, die sieht man ja im Sommer auch vom Land aus ziemlich oft. Die Zeiten, als ich diese runden Geleehaufen noch interessant und auch ein bisschen ekelig fand, sind aber schon lange vorbei. Vor dem Schnorchelkurs dachte ich, die sind einfach langweilig, nichts Besonderes eben. Aber als wir sie dann schwebend unter Wasser gesehen haben, war das richtig toll, weil die Quallen dort nicht einfach wie Schwabbelmasse aussehen, sondern viel schöner und eleganter. Ich wusste auch vorher nicht, dass es bei uns eine Art von Quallen gibt, die richtig bunt leuchtet. Das sah super aus! Wir haben auch Seesterne gesehen und eine kleine Krabbe, die habe ich sogar in die Hand genommen, damit ich sie meinem Freund zeigen konnte. Ein paar Fische waren auch da. Wie die heißen, hatte uns Vroni von der Tauchschule vorher schon mit Bildern erklärt, und ich konnte sie ganz gut erkennen.

Mit dem Erklären – die Erwachsenen haben es Basis-Briefing genannt – ging das Schnupperschnorcheln um 10 Uhr im Tauch-Sport-Zentrum „Tauchenostsee“ in Scharbeutz los. Vroni hat mir und den anderen in der Gruppe zuerst die Bücher mit den Meeresbewohnern der Ostsee gezeigt, dann die Ausrüstung mit Maske, Schnorchel und Flossen. Das sind die gleichen Sachen, wie sie auch die Taucher anziehen, nur die Flaschen auf dem Rücken braucht man zum Schnorcheln natürlich nicht, da bleibt man ja eigentlich die ganze Zeit an der Oberfläche. Außerdem hat sie uns erklärt, mit welchen Beinbewegungen wir den Flossenschlag am besten hinbekommen, und wie wir Wasser aus der Maske durch den Schnorchel wieder loswerden können. Das ging richtig einfach, weil der Schnorchel unten ein Ausblasventil hat und man das Wasser nicht ganz hoch durch das Luftloch rauspusten muss. Ein bisschen Tauchersprache haben wir auch gelernt, das Handzeichen für „Guck mal hier hin“ zum Beispiel, für „Mir geht es gut“ oder „Ich friere und möchte raus aus dem Wasser“ (was wir aber nicht gebraucht haben). Außerdem hat Vroni uns eine Skizze von der Seebrücke gezeigt und wo genau wir uns im Wasser aufhalten, nämlich unter der Brücke und links von einer Leine, die dort im Wasser liegt. Auf der rechten Seite fahren nämlich Boote, denen man besser nicht in die Quere kommen sollte.

Dann haben wir die Neoprenanzüge angezogen. Kappen, Handschuhe, und Schuhe gehörten auch dazu. Diesen Anzug anzuhaben, fühlte sich total ungewohnt an und vor allem war uns sofort richtig warm! Da wurde es echt Zeit, endlich ins Wasser zu kommen! Bis zur Seebrücke ist es zwar nicht weit, aber wir wurden trotzdem mit dem Kleinbus hingefahren, weil uns beim Laufen in den Anzügen ja noch viel wärmer geworden wäre. Der Strand war ziemlich voll und alle haben natürlich erstmal geguckt, als wir dort in unseren Anzügen ankamen. Wir sind langsam ins Wasser gegangen, haben uns die Flossen und die Brillen mit den Schnorcheln angezogen, und dann ging es richtig los. Besonders an den Betonsäulen, die die Seebrücke tragen, ist im Wasser richtig was los. Die sind bewachsen, da verstecken sich zum Beispiel Grasnadeln. Das ist ein kleiner Fisch, der dünn und lang ist und perfekt getarnt, weil er aussieht wie Seegras. Grundeln haben wir auch gesehen, das sind auch Fische, die gibt es überall auf der Welt in vielen verschiedenen Arten. Bei uns gibt es Sandgrundeln und Schwarzgrundeln. Das habe ich nachher nochmal nachgeguckt auf einem Infoblatt mit Bildern von den Meeresbewohnern des Fehmarnbelts. Das Schnorcheln gehört nämlich zu einem Projekt, das Undine heißt. Ein schöner Name, finde ich. Über Undine gibt es auch Infomaterial und eine Seite im Internet, wo man auch ein Taucherspiel spielen kann. Das habe ich zuhause mal ausprobiert, da muss man Lebewesen erkennen.

Zum Schnorcheln konnten wir richtig lange im Wasser bleiben – fast eineinhalb Stunden. Das war viel länger als normal, weil wir eine sehr kleine Gruppe waren, alle fit waren und gut zusammengeblieben sind, hat Vroni gesagt. Ohne Neoprenanzug hätten wir schon nach ganz kurzer Zeit raus gemusst. Schade ist nur, dass man mit ihnen nicht zwischendurch mal ein kleines bisschen nach unten tauchen kann. Irgendwie ziehen die Anzüge einen immer nach oben. Um runterzukommen, braucht man Blei, und das hatten nur Vroni und Christian vom Projekt Undine dabei. Ich hätte noch viel länger gucken und schnorcheln können. Aber wir wurden dann wieder abgeholt und zum Tauch-Sport-Zentrum gefahren. Dort haben wir uns wieder normal angezogen. Wir hätten zum Aufwärmen auch duschen können, aber mir war gar nicht kalt. Dann haben wir nochmal kurz über alles geredet. Also, ich fand es super! Ich würde sofort nochmal mitmachen.

Service

Schnupper-Schnorcheln in Scharbeutz: Über das Europa-Projekt UNDINE (Underwater Discovery and Nature Experience) für Kinder ab acht Jahren und Erwachsene. Termine: Jeden Fr, 10 Uhr; bis einschl. September, Dauer ca. 3-4 Stunden. Kosten: 29 Euro inklusive Leihausrüstung (Schnorchel, Flossen, Tauchanzug).

Info: Tourismus-Agentur Lübecker Bucht, Tel. 04503 / 7794160, www.luebecker-bucht-ostsee.de (Navigation: „Einblick“, „Undine – unsere Ostsee“), Anmeldung: Tauch-Sport-Zentrum „Tauchenostsee“, Tel. 04503 / 889999, www.tauchenostsee.de. Zusätzliche Infos und Online-Taucherspiel: www.undine-baltic.eu

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