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Landtagswahl 2012 Albig und de Jager schenken sich nichts
Landtagswahl 2012 Albig und de Jager schenken sich nichts
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12:38 03.05.2012
Von Bodo Stade
Freundlich und fair gingen Torsten Albig und Jost de Jager im TV-Duell miteinander um.  Quelle: bos
Kiel

Die Auseinandersetzung um den SSW lockte die Spitzenkandidaten gleich am Anfang der NDR-Sendung aus der Reserve. Mit ihrer Kampagne gegen die sogenannte Dänenampel sei es der CDU „unterschwellig“ darum gegangen, die Rechte des SSW infrage zu stellen. „Das ist eine gefährliche Diskussion“, erklärte Albig. Deshalb habe er gesagt, dass er sich an die Zeiten erinnert fühle, die mit dem Namen Barschel verbunden sind. De Jager wies diesen Vergleich als „völlig abwegig“ zurück. Er habe darauf hinweisen wollen, dass ein solches Bündnis nicht stabil sei. Zur Frage von NDR-Chefredakteur Andreas Cichowicz, ob er damit nicht Ressentiments schüre, erklärte de Jager: „Das ist ja Unsinn.“

Und so ging es weiter: Die beiden Männer, die Ministerpräsident von Schleswig-Holstein werden wollen, schenkten sich in den 60 Minuten nichts. Insbesondere in der Finanzpolitik ging de Jager seinen Kontrahenten scharf an und fiel ihm mehrfach ins Wort. „Sie steuern hier im Blindflug“, warf er Albig vor. Und: Die SPD werde immer nur konkret, wenn es ums Ausgeben gehe, sage aber nicht, wie sie ihre Versprechen finanzieren wolle. Der SPD-Spitzenkandidat konterte: Eine von ihm geführte Regierung werde in Bildung und Infrastruktur investieren, ansonsten gebe es keine Tabus. Albig nannte in diesem Zusammenhang auch die Bereiche wie Polizei, Justiz und Innere Verwaltung. Die CDU wolle dagegen 3650 Lehrerstellen streichen, sei aber nicht in der Lage konkret zu sagen, wie das an den Schulen gehen soll.

Ähnlich hart ging es in der Schulpolitik zur Sache. De Jager warf der SPD vor, mit der Einführung eines Stufenlehrers das Ende der Gymnasien einzuläuten. Albig garantierte dagegen den Bestand der Gymnasien. Leitgedanke der SPD sei es, kein Kind zurückzulassen.

Offen ließ de Jager auch gestern die Frage, mit wem er nach der Wahl eine Regierung bilden wolle. Obwohl nach den jüngsten Umfragen für die CDU nur ein Bündnis mit der SPD möglich ist, wollte sich de Jager nicht zu einer großen Koalition äußern. „Wir sind ohne Koalitionsaussage in den Wahlkampf gegangen.“ Dabei werde es bleiben, sagte er. Albig erklärte: „Mir graust vor keiner demokratischen Lösung.“ Sein Ziel sei es, Rot-Grün mit dem SSW zu einer stabilen Mehrheit zu führen. Er werde aber „nicht in mein Kissen weinen“, wenn der Wahlausgang ein anderes Bündnis notwendig machen sollte.

Eine Stimme ist der SPD jetzt schon sicher. Torsten Albig nutzte gestern vor dem Fernsehduell die Möglichkeit zur Briefwahl im Kieler Rathaus. Der Grund: Am Wahlsonntag ist der Spitzenkandidat zu einer Konfirmation eingeladen

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