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Kubicki und Habeck: Die Latin Lover im Ring

Wahlkampf Kubicki und Habeck: Die Latin Lover im Ring

Mit dem Polit-Boxen hat die FDP ein Format gefunden, das die Leute wieder für Wahlkampf interessiert. Das Duell der Spitzenkandidaten von FDP und Grünen, Wolfgang Kubicki und Robert Habeck, verfolgten an diesem Freitagabend rund 300 Menschen auf dem Altstädter Markt in Rendsburg.

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Schon beim Einmarsch zum Polit-Boxen mit dem FDP-Spitzenpolitiker Wolfgang Kubicki (links) fühlte sich der Popstar der schleswig-holsteinischen Grünen, Robert Habeck, sichtlich wohl. Foto Jensen

Quelle: hjj: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. Lange nicht mehr gehört: Gianna Nanninis Latin Lover. Am Freitagabend dröhnt der Hit der italienischen Röhre aus den Boxen auf dem Altstädter Markt. Es ist die Aufmarschmusik für Wolfgang Kubicki und Robert Habeck zum Polit-Boxen der Rendsburger FDP. Er will mit den Takten anspielen auf das von beiden gepflegte Image des bisweilen selbstverliebten Machos, hat Rendsburgs FDP-Chef Stefan Joachim Dohm vorweg augenzwinkernd angekündigt.

 Im Ring fetzten und vertrugen sich die beiden Politiker. Er sei Vertreter der Partei, „die gegen den Koalitionspartner den Rücken grade macht“, stichelte Habeck gut gelaunt. Und kündigte den Weg in eine CO2-freie Gesellschaft an. „Das werden wir machen. Das wird nicht er schaffen.“ Er - damit war Kubicki gemeint. Der schlug zur Erbauung des Publikums ein paar Runden später zurück: „Güter können sie nicht auf Fahrrädern transportieren, dafür brauchen sie schon Straßen.“

 So munter ging der Schlagabtausch weiter bis in den Clinch. Selbst das Publikum machte mit. Bisweilen auch gegen Kubicki. „Sagen sie mal, kriegen sie Geld von den Grünen?“, rempelte der prompt. Und kassierte vergifteten Zuspruch von Habeck: „Das können Sie doch ab. Wolfgang.“ Der ließ nicht locker und entdeckte den Kieler Grünen Lutz Oschmann als Zwischenrufer: „Man muss erst ein bisschen denken, bevor man schreit.“ Dennoch: Weder Kubicki noch Habeck zielten unter die Gürtellinie. Irgendwann sagte der eine über den anderen: „Der ist echt fair.“

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung