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Im Land herrscht großer Frust

Schulpolitik Im Land herrscht großer Frust

An der Schulpolitik scheiden sich in Schleswig-Holstein die Geister. In vielen Fragen liegen die Parteien über Kreuz. In unserer Wahlserie beleuchten wir alle Aspekte und zeigen, worüber sich die Bürger beim Thema Bildung ärgern.

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Abitur nach zwölf oder 13 Jahren? Das ist nur eine der Streitfragen im Wahlkampf.

Quelle: Daniel Bockwoldt

Kiel.. Für die Schleswig-Holsteiner ist die Bildungspolitik laut Umfragen eines der wichtigsten Themen im Wahlkampf. Und auf keinem anderen Feld ist der Frust über die Regierungspolitik so groß wie im Schulbereich.

Unbestritten ist, dass sich die Unterrichtsversorgung verbessert hat. Die Koalition aus SPD, Grünen und SSW hat zwar anders als behauptet unter dem Strich keine zusätzlichen Lehrerstellen geschaffen, aber den einst von CDU und FDP geplanten Abbau von etwa 2000 Stellen im Schulbereich faktisch nicht umgesetzt. Zeitgleich sind die Schülerzahlen gesunken. Folge: Die Unterrichtsversorgung ist auf im Schnitt 97 Prozent gestiegen.

Entwicklung der Schüler- und Lehrerzahlen in SH
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Alle Parteien wollen die Versorgung auf 100 Prozent steigern, die SPD an den allgemeinbildenden Schulen bis 2019 und an den berufsbildenden Schulen bis 2021. Die CDU strebt für das Ende der Legislaturperiode (2022) sogar eine Unterrichtsgarantie an. In diesem Fall müsste die Unterrichtsversorgung bei über 100 Prozent liegen, damit beim Ausfall von Lehrkräften etwa durch Krankheit keine Schulstunde ausfällt. Offen bleibt, wie die Parteien ihre Versprechen angesichts des Stellenabbaus finanzieren wollen. Laut Schuldenbremse sollen von 2018 bis 2020 mehr als 1260 Lehrerstellen wegfallen. Sie müssten größtenteils im Schulsystem bleiben, damit sich die Unterrichtsversorgung dann dank der nochmals sinkenden Schülerzahlen weiter verbessert.

Für Zündstoff im Wahlkampf sorgt zudem ein Kursschwenk der CDU. Sie will das von ihr 2008 durchgesetzte Turbo-Abi an Gymnasien (G8) landesweit durch das Langsam-Abi (G9) ersetzen. Folge: Von den 99 Gymnasien müssten 84 reine G8-Schulen und vier Y-Schulen (G8 und G9) ihr System umstellen. Außen vor wären die elf Gymnasien, die bereits zum G9-System zurückgekehrt sind. SPD, Grüne und SSW wollen an der Abi-Struktur nichts ändern.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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