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Günther und Habeck gegen Heizkraftwerk Wedel

Wahlkampf Günther und Habeck gegen Heizkraftwerk Wedel

CDU-Spitzenkandidat Günther hat eine alte Idee wieder ins Gespräch gebracht: Das Kohlekraftwerk Wedel sollte abgeschaltet und dafür erwärmtes Kühlwasser aus Moorburg für Fernwärme genutzt werden. Kiels Umweltminister Habeck war schon in Hamburg vorstellig.

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Nach Daniel Günther ist das Heizkraftwerk Wedel längst durch Fernwärme aus Hamburg-Moorburg ersetzbar.

Quelle: Ulf Dahl (Archiv)

Wedel. Der Kieler CDU-Fraktionschef Daniel Günther fordert eine zügige Abschaltung des über 50 Jahre alten Heizkraftwerks in Wedel (Kreis Pinneberg). Das Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg könnte mit dort erzeugter Wärme das Wedeler Kraftwerk ersetzen, sagte der Spitzenkandidat für die Landtagswahl nach CDU-Angaben am Donnerstag in Wedel. In den zwei Jahren seit der Inbetriebnahme Moorburgs seien unnötig drei Terawattstunden Wärme abgeführt worden.

"Es wird nur das Elbwasser aufgeheizt"

„Statt damit 180.000 Haushalte mit Fernwärme zu versorgen, wird nur das Elbwasser aufgeheizt“, sagte Günther. Nur wenige Kilometer weiter puste das Kraftwerk Wedel jährlich bis zu 1,4 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre, um Fernwärme zu produzieren. „Diesem Wahnsinn muss sofort ein Ende gesetzt werden.“ So würden Kohlendioxid gespart und Energiekosten für die Haushalte sinken.

Die CDU-geführten Vorgängerregierungen in Kiel und Hamburg hätten sich bereits 2008 darauf verständigt, die in Wedel produzierte Fernwärme durch Moorburg zu ersetzen, führte Günther aus. Die dortige Anlage sei auch darauf ausgelegt. Nur eine Wärmeleitung unter der Elbe müsse noch verlegt werden. Moorburg verfüge über die technischen Vorrichtungen, Wärme auszukoppeln, bestätigte eine Sprecherin des Betreibers Vattenfall.

Die Hamburger Bürgerinitiative „Moorburgtrasse stoppen“ und Umweltverbände hatten sich gegen die sogenannte Moorburgtrasse durch Hamburg gewehrt. Tenor: Damit würde Kohle auf Dauer als klimabelastender Energieträger genutzt, zudem würden in Hamburg durch die Trasse unter anderem Grünanlagen geschädigt.

Günther kritisiert mangelnde SPD-Kooperation

Der Weiterbetrieb von Wedel ist aus Günthers Sicht ein schlimmes Beispiel dafür, dass die heutigen SPD-geführten Regierungen aufgrund mangelhafter Zusammenarbeit Chancen verpassten.

Habeck: "Ball liegt in Hamburg"

Schleswig-Holsteins Umwelt- und Energieminister Robert Habeck (Grüne) betonte am Donnerstag, bei seinem Hamburger Amtskollegen und Parteifreund Jens Kerstan bereits wegen einer zeitnahen Abschaltung des Kohlekraftwerks Wedel vorstellig geworden zu sein. „Der Ball dafür liegt in Hamburg. Die müssen jetzt in die Puschen kommen“, sagte Habeck. „Wedel abzuschalten ist genau richtig.“ Die Lösung lieferten die Erneuerbaren Energien.

In einem Schreiben vom 17. November bot Habeck dem Hamburger Senator an, ihn „bei der weiteren Ausarbeitung alternativer Konzepte zum Kraftwerkstandort Wedel und auch bei der Planung zur Integration von Erneuerbaren Energien aus Schleswig-Holstein, zum Beispiel Strom für Großwärmepumpen, Geothermie- oder flächenhafte Solarthermieanlagen, für die zukünftige Wärmeversorgung in Hamburg zu unterstützen“.

Kerstan ließ in seiner Antwort vom 27. Dezember Habeck praktisch ins Leere laufen und vermied konkrete Zusagen. „Meine Behörde präferiert als Ersatzlösung für das Kohlekraftwerk in Wedel ein modulares Konzept, das ganz wesentlich die örtlichen Müllverwertungsanlagen in die Wärmeversorgung einbezieht und in großem Umfang erneuerbare Wärmequellen erschließen will.“ Er verwies darauf, dass das Wedeler Kohlekraftwerk mehrheitlich noch Vattenfall gehöre und erst 2019 die Stadt die Gesellschaft Vattenfall Wärme Hamburg (VWH) vollständig übernehmen werde. Auch die Stadt Hamburg sei „an einer möglichst zügigen Abschaltung interessiert und setzt sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten dafür ein“, schrieb Kerstan.

dpa

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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