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Landtagswahl Schleswig-Holstein 195.279 Votes beim Debat-O-Meter
Landtagswahl Schleswig-Holstein 195.279 Votes beim Debat-O-Meter
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21:32 26.04.2017
Daniel Günther (CDU) und Torsten Albig (SPD) im direkten Gespräch mit Bürgern nach der Sendung. Quelle: Felix Koenig
Freiburg/Kiel

Mehr als 860 Teilnehmer haben mit dem Debat-O-Meter live beide Politiker in der Wahlarena bewertet und Daniel Günther (CDU) als Gewinner des Duells eindeutig vorne gesehen. Dabei gaben die Zuschauer während der Debatte insgesamt mehr als 195.279 Votes ab, wobei pro Sekunde eine Bewertung möglich war.

Fast 30 Prozent vor Duell unentschlossen

Vor Beginn der Debatte hätten sich 43,3 Prozent der Teilnehmer für Albig in der Direktwahl als Ministerpräsident ausgesprochen, 41,6 Prozent für Günther und 15,1 Prozent waren unentschieden. Dieses Kopf-an-Kopf-Rennen vor der Debatte zeigte sich auch an einer ausgeglichenen Bewertung von Albig und Günther, wobei Günther (auf einer Skala -2 bis +2) mit 0,17 im Durchschnitt leicht besser bewertet worden ist als Albig (0,09). Insgesamt waren vor der Debatte jedoch noch fast 30 Prozent der Zuschauer unentschlossen.

Für die Zuschauer waren die wichtigsten Themen in der Vorbefragung Bildung und Schule (35,1 Prozent der Befragten), Infrastruktur und Verkehr (26 Prozent) sowie soziale Gerechtigkeit (14,4 Prozent).

Die abwechslungsreiche und muntere Debatte mit vielen Fragen aus dem Publikum drehte sich um den kommunalen Finanzausgleich, die Bildungspolitik, das Gymnasium nach 8 oder 9 Jahren (G8/G9), Kindergärten und Kitas, Infrastruktur und Verkehr, Öffentliche Finanzen insbesondere der HSH Nordbank, der Gesundheitspolitik sowie die Innere Sicherheit. Die knapp 200.000 Bewertungen, die in einer Stunde abgegeben wurden, zeigen insgesamt ein besseres Abschneiden von Daniel Günther an. Am besten schnitt Albig noch beim Thema Bildung ab, während Günther seine beste Bewertung bei Infrastruktur (Ausbau A20) hatte.

In der Nachbefragung zur Debatte (Redaktionsschluss 22.15) sahen 62,7 Prozent der Zuschauer Günther als Gewinner, während nur 30,5 Prozent der Zuschauer Albig  vorne sahen. 6,8 Prozent der Zuschauer waren unentschlossen. Die mittlere Bewertung der Politiker lag in der Nachbefragung für Albig bei -0,26 und bei Günther bei 0,69, wieder gemessen auf einer Skala von -2 bis +2.

Vor Beginn der Debatte hätten sich 43,3 Prozent der Teilnehmer für Albig in der Direktwahl als Ministerpräsident ausgesprochen, 41,6 Prozent für Günther und 15,1 Prozent waren unentschieden. Dieses Kopf-an-Kopf-Rennen vor der Debatte zeigte sich auch an einer ausgeglichenen Bewertung von Albig und Günther, wobei Günther (auf einer Skala -2 bis +2) mit 0,17 im Durchschnitt leicht besser bewertet worden ist als Albig (0,09). Insgesamt waren vor der Debatte jedoch noch fast 30 Prozent der Zuschauer unentschlossen.

Welche Unterschiede fallen für Vor- und Nachbefragung auf?

Betrachtet man nur Personen, die sowohl in die Vor- als auch in die Nachbefragung ausgefüllt haben ergeben sich folgende Ergebnisse.

In der Vorbefragung wurde Günther mit 0,318 (-2 bis +2) leicht positiv bewertet, der Eindruck von Albig war mit -0,02 neutral bis durchwachsen. Nach der Debatte hatte sich Günther auf 0,582 verbessert, während Albig auf -0,176 abrutschte.

Was das Durchsetzungsvermögen in der Diskussion anging hatte Günther zu Beginn einen leichten Favoritenstatus (35,9% glaubten an seinen Sieg), während 30,3% von einem Sieg Albigs ausgingen (33,7% Unentschieden). Nach der Debatte gaben an: Sieg Günther: 59,4%, Sieg Albig: 33,5%, Unentschieden: 7%. Günther konnte dabei sowohl den größeren Teil des „Unentschieden“ Lages an sich ziehen sowie vielfach auch Personen, die zuvor Albig als Sieger erwartet hatten.

Ebenfalls deutlich wird der Sieg Günthers, wenn man auf die Wahlabsichten schaut. Hier waren vor der Diskussion die größten Gruppen: CDU (32,0%), SPD (22,5%) und Untentschieden (31,5%).[1] Das Unentschieden-Lager schmolz durch die Diskussion drastisch auf 7,2% ab. Die Wahlarena half also zahlreichen Zuschauern sich eine Meinung zu bilden. So kletterte die SPD auf zwar von 22,5% auf 30,0%, wurde aber von der stärkeren Wahlenscheidung zugunsten der CDU (von 32,0% auf 49,5%) überflügelt wurde.

Die zuvor Unentschlossenen wechselten in der Nachbefragung fast zu gleichen Teilen zur Wahlabsicht CDU (48 Personen) und SPD (41 Personen), was an sich nach gleicher Stärke der Kandidaten aussieht. Allerdings veränderten nur drei Personen ihre Wahlentscheidung von SPD auf CDU während 19 nach der Diskussion nicht mehr die SPD sondern die CDU wählen wollten. Die Wechsler gingen also klar an Günther, ebenso wie die Unentschlossenen.

Wie verteilen sich die Bewertungen?

Im Debat-O-Meter wurden 193038 Bewertungen registriert, 857 Personen haben dabei mindestens einmal eine Bewertung abgegeben. Im Mittel sind das 225,2 Bewertungen, aber das ist nach oben verzerrt, weil einzelne immens aktiv waren (etwas über 7000 Urteile ist das Maximum) und weil nicht alle Voten gezählt werden (z.B. weil doppelt in einer Sekunde).

Für Albig wurden (saldierte Werte) 48224 einzelne Bewertungen abgegeben, für Günther waren es 54124. Wenn man über alle abgegebenen Bewertungen mittelt, dann landet Albig bei -0,762 während Günther bei 0,981 steht. Dies stützt die Befunde der Vor- und Nachbefragungen, dass es einen positiven Eindruck vom CDU-Kandidaten bei den Wählern gab.

Die Tops und Flops

Bester Moment für Torsten Albig

- Frage an Daniel Günther: „G8 wurde unter Carstensen eingeführt, das verschweigen Sie“

Schlechteste Bewertung für Torsten Albig

- Torsten Albig macht sich über CDU-Vorgängerregierung lustig, dass sie keine Fledermäuse zählen konnte und moniert er habe durch einen Planfeststellungsbeschluss "Jahre verloren".

Bester Moment für Daniel Günther

- Kritik an mangelnder Kommunikation in Regierung Albig beim Bau der A20 (Minister Reden nicht miteinander, leerer Adlerhorst)

Schlechteste Bewertung für Daniel Günther

- Torsten Albig führt aus, dass heute 300 mehr Lehrer da sind als vor 2012

Der Aufreger: „Die Ver.di-Schlampe“

Vom Publikum gibt es für Günther ja immer einen Strom positiver und einen Strom negativer Bewertungen. Der Strom negativer bleibt konstant, der Strom positiver lässt nach, dadurch sinkt kurzzeitig sein Saldo. Nach wenigen Augenblicken pendelt sich das wieder auf dem ursprünglichen Niveau ein. Es hat ihm also offenbar niemand etwas „negativ“ angerechnet, sprich: Seine Beteuerung, das nicht gesagt zu haben wirkte wohl glaubhaft (übrigens auch bei SPD-Anhängern).

Wo wurde am meisten bewertet?

Die Aktivität im Debat-O-Meter stieg im Debattenverlauf immer weiter an was einerseits daher kommt, dass immer noch eine Reihe „Nachzügler“ in die Diskussion einstiegen, andererseits aber wohl auch damit zusammenhängt, dass die Konfrontation in der zweiten Hälfte der Debatte etwas höher war. Die höchste Aktivität gab es einerseits über die Koalitionsaussagen hinweg, vor allem zu Albigs Ausweichen zur Frage einer Koalition mit der Linkspartei („kommen nicht in den Landtag“), sowie im ersten Teil des Infrastruktur-Abschnitts beim Thema A20 und in Fragen der inneren Sicherheit bei Günthers Bekenntnis zu einem Ausbau der Polizeikapazitäten.

Von Uwe Wagschal von der Universität Freiburg

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