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Landtagswahl Schleswig-Holstein Wie digital ist der Wahlkampf?
Landtagswahl Schleswig-Holstein Wie digital ist der Wahlkampf?
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08:30 03.04.2017
Von Kerstin Tietgen
Ob lustig oder staatstragend: Im Kampf um junge Wähler werben alle Spitzenkandidaten zur Landtagswahl auf Facebook um ihre Positionen. Quelle: Fotomontage Charlayne Querner, KN

Wahlkampftermine werden täglich mit Fotos im Netz geteilt. Mancher Kandidat gibt auch private Einblicke.

  • Würde die Wahl nach Facebook-Likes entschieden, läge Wolfgang Kubicki (FDP) am 7. Mai klar vorn. Er führt das Feld der Spitzenkandidaten mit 37670 Likes an und hat erkannt: „Allein Diskussionen in den Schulen kurz vor einer Wahl locken die Jungwähler jedenfalls nicht mehr hinterm Ofen hervor.“ Ob man heutzutage noch Wahlen gewinnen könne, ohne soziale Medien zu nutzen? „Nein.“ Neben landespolitischen Themen teilt der FDP-Mann auf Facebook seine Meinung zur weltpolitischen Lage. Erdogan („Schwachmat“), Brexit („Schade. Aber wer geht, der geht“) oder die Wahl in den Niederlanden („Sie haben in der gestrigen Wahl gezeigt, dass die Bäume der Rechtspopulisten nicht in den Himmel wachsen“) – nichts kommt ohne Kommentar von Kubicki auf die Seite.
  • Mit weniger als einem Drittel der Likes (10534) kann Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) mit dem FDP-Politiker nicht mithalten. Sein Profil steht ganz im Zeichen des Wahlkampfs: Loblieder auf die  Errungenschaften der Regierung, Bilder von Reden und hier und da eine Prise Martin Schulz. Außerdem teilt Albig die Videoblogs der Juso-Nachwuchsjournalistin Christina Schubert, die vorwiegend ein jüngeres Publikum ansprechen sollen.
  •  Lars Harms (SSW) hält soziale Medien für genauso wichtig wie Diskussionen, Bürgerkontakte und Werbematerialien. 182 Likes hat der Spitzenkandidat auf Facebook, bei Twitter sind es 763 Follower. Seit Februar 2015 zwitschert Harms, etwa 30 Minuten verbringt er damit täglich. Hier kommentiert der Friese aktuelle Debatten auf Deutsch und Dänisch oder teilt hier und da ein lustiges Video.
  •  Grünen-Spitzenkandidatin Monika Heinold ist mit 1113 Likes auf Facebook ein Social-Media-Leichtgewicht, was auch daran liegen kann, dass ihr Profil erst im November des vergangenen Jahres online gegangen ist. Auch sie ist sich bewusst: „ Insbesondere junge Menschen können wir so sehr gut erreichen, da für diese die klassischen Medien an Bedeutung verloren haben.“ Heinold ist auch auf Instagram aktiv. Dort zeigt sie sich mal seriös im Gespräch mit Wählern, mal augenzwinkernd: Auf einem Bild ist sie zu sehen, wie sie gerade einen grünen Werbeprospekt unter einen Scheibenwischer klemmt. Es ist Daniel Günthers Wahlauto, und die Bildunterschrift lautet: „Gut angebrachte Argumente.“
  •  Für Verwirrung sorgt derzeit Daniel Günther (6569 Likes) von der CDU. Der ist gleich als doppelter Daniel im Netz unterwegs. Derzeit gibt es von ihm auf Facebook zwei Profile: ein privates und ein neues öffentliches. Günther lässt bei Facebook tief blicken: Joggen, Blut spenden, Plakate aufhängen. Es scheint, als wäre immer eine Kamera dabei. Der CDU-Spitzenkandidat ist sich sicher: „Eine Wahl gewinnt man, indem man möglichst viele Menschen erreicht und von seinem Programm überzeugt.“ Soziale Medien könnten dabei hilfreich sein, unproblematisch seien sie allerdings nicht: „Es besteht immer die Gefahr, dass Sachverhalte vereinfacht oder verstärkt und aufgebauscht werden.“
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