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Landtagswahl Schleswig-Holstein Günther liegt laut Debat-O-Meter vorn
Landtagswahl Schleswig-Holstein Günther liegt laut Debat-O-Meter vorn
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22:57 25.04.2017
Von Christian Hiersemenzel
Torsten Albig (SPD) und Daniel Günther (CDU) in der Wahlarena. Quelle: Felix Koenig
Lübeck

Kurz nach der Sendung gaben die Wissenschaftler bekannt: 62,7 Prozent der Teilnehmer sehen demnach den CDU-Herausforderer als Gewinner. Mit 30,5 Prozent hat Albig das Duell verloren, 6,8 Prozent votierten unentschieden. Noch vor der Debatte hatten sich 43,3 Prozent für Albig ausgesprochen, 41,6 Prozent für Günther.

Eine 16-jährige Schülerin aus Stockelsdorf berichtete von ihrer maroden Schule in Bad Schwartau. Albig nickte. „Bankpaläste auf der einen Seite und rotte Schulen auf der anderen“ seien nicht hinnehmbar. Die Gesellschaft habe jahrzehntelang Fehler gemacht. Andererseits statte das Land die Kommunen inzwischen finanziell stärker aus. Günther hielt dem Regierungschef vor, eine wichtige Chance versäumt zu haben. „Sie hätten doch etwas verändern können“, sagte er angesichts sprudelnder Steuerquellen. Die CDU wolle ein eigenes Schulneubauprogramm auflegen: Die Kommunen müssten zwischen 80 bis 100 Millionen Euro mehr bekommen.

Kontrovers ging es auch beim Thema Kindergarten zu. Albig wies auf das neue 100-Euro-Krippengeld hin und darauf, dass er in den nächsten zehn Jahren die Elterngebühren schrittweise auf null setzen wolle. Auch habe seine Regierung seit 2012 die Betriebskostenzuschüsse verdoppelt. Günther bezeichnete das Krippengeld als Wahlgeschenk. Eltern hätten von den 100 Euro netto nichts. Eltern zahlten am Ende dieser Legislatur die höchsten Elternbeiträge aller Zeiten. „Wenn ich im Monat 700 Euro für einen Ganztagsplatz zahlen muss, entspricht das nicht meiner Vorstellung von sozialer Gerechtigkeit. “

Unterschiedlich bewerteten die Kontrahenten auch das Thema Turbo-Abi. „Kinder sollen sich in den Feuerwehren und Sportvereinen engagieren“, sagte Günther und sprach sich für eine Rückkehr zu G9 aus – was Albig für einen Fehler hält. „Nichts ist schlimmer, als wenn ich die Schulen alle fünf Jahre mit einem neuen System überziehe. Das macht den Laden doch irre.“

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