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Landtagswahl Schleswig-Holstein SPD-Frau und "Verdi-Schlampe"?
Landtagswahl Schleswig-Holstein SPD-Frau und "Verdi-Schlampe"?
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22:45 26.04.2017
Von Alev Doğan
Die beiden Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 7. Mai 2017: Torsten Albig (SPD, l.) und Daniel Günther (CDU, r.) stehen vor dem Fernsehduell der beiden Spitzenkandidaten im Studio neben dem Moderator Andreas Cichowicz. Quelle: Carsten Rehder
Kiel

Die Urheberin dieses deftigen Vorwurfs ist Kreisvorstandsmitglied der Flensburger SPD und Vize-Landesbezirksvorsitzende der Gewerkschaft verdi.

Die Zuschauerin begann ihren Redebeitrag mit ein paar einleitenden Worten zu ihrer Person: "Ich bin Gewerkschafterin, ehrenamtlich. Ich hab jetzt ein bisschen Schwierigkeiten, weil Herr Günther mit Gewerkschaften ja nicht so viel zu tun hat, kein Freund von Gewerkschaften ist." Und dann: "Das ist leider so, davon bin ich auch selber betroffen - Ja, Sie haben mich mal Verdi-Schlampe genannt, im Landtag, werde ich nicht vergessen."

Günther ging in der Sendung kurz auf den Vorwurf ein ("Nee, also bei aller Liebe (...) Ich habe so etwas noch nie gesagt, noch nie zu Ihnen, noch nie zu einem anderen Menschen") und beantwortete anschließend ihre Frage zur Wohnraumbeschaffung.

"Eine solche Aussage lässt sich weder in dieser noch in abgewandelter Form in den Protokollen des Landtags finden", sagte der Pressesprecher des Landtages Tobias Rischer.

Nach dem Duell habe Günther mit der Zuschauerin geredet: "Sie sagte, sie sei dabei gewesen, als ich in einer Debatte im Landtag einen Gesetzesentwurf als 'Kniefall vor den Gewerkschaften' bezeichnet hatte. Das habe ich auch." Er habe sie aber nie in der von ihr vorgeworfenen Form persönlich beleidigt. "Sie sagte dann zu mir, dass sie es nicht selbst, sondern von Dritten gehört habe." Das hatte sie in der Live-Sendung allerdings ganz anders beschrieben. Da entgegnet sie Günther, der sagt, eine solche Wortwahl sei ihm fremd: "Das können wir nachlesen."

Günther fordert nun die SPD auf, sich von der Äußerung der Frau zu distanzieren.

Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte die Zuschauerin: "Ich möchte mich zu dem Vorfall nicht äußern."

Weitere Informationen und Hintergründe zu dem Thema lesen Sie am Donnerstag in Ihren KN.

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