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Leselust „Floh“ kümmert sich ums Kloproblem
Leselust Leselust „Floh“ kümmert sich ums Kloproblem
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17:31 13.03.2014
Von Ulrich Metschies
Blattkritik mit KN-Redakteur Ulrich Metschies: Die 4a hat gerade die erste Ausgabe ihrer Zeitung „Floh“ herausgebracht. Quelle: vr: Volker Rebehn
Kiel

Ziemlich stolz überreicht Redaktionschefin Laura (10), ihrem Kollegen von den Kieler Nachrichten die zehnseitige Erstausgabe der Zeitung, die ihre Leser mit einem breitgefächerten Rätsel- und Witzeprogramm natürlich auch unterhalten soll. Nicht alle Scherzfragen sind politisch korrekt („Was zieht Frauen in die Küche?“), aber das füllt später die Leserbrief-Seite.

Intensiv und täglich hat sich die 4a unter Leitung von Klassenlehrer Boris Bartusch während ihres „Leselust“-Projektes mit den Kieler Nachrichten beschäftigt, über die Zeitung diskutiert und Artikel ausgeschnitten, die als besonders gelungen empfunden wurden. Natürlich wird der Journalist, der heute zu Besuch ist, ordentlich gelöchert. Viele Fragen, die die Mitglieder der Schülerzeitungs AG wie Stina, Henry, Dana oder Randi stellen, zielen natürlich auf einen gewissen Know-how-Transfer ab: Wie kommt man an Themen und Informationen? Was macht einen guten Artikel aus? Wie lange schreibt man daran? Und: Wie geht man am besten mit Zeitdruck um? Doch es gibt auch Fragen, die eine Qualitätsverbesserung der Kieler Nachrichten im Fokus haben. So sollte die Tageszeitung unbedingt mehr Witze bieten. Und: Sie sollte geheftet sein, so wie der „Floh“ – dann gibt’s auch kein Papier-Gewusel. Dass sich die Zeitung dann am Frühstückstisch auch nicht so leicht teilen lässt, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Ein Tipp des große Redakteurs zur Förderung der Leser-Blatt-Bindung stößt sofort auf Begeisterung: Umfragen machen! Die Meinung des Lesers erforschen! Fast alle in der Klasse wissen, dass Kiel bald einen neuen Bürgermeister wählt. Eine Spontan-Umfrage in der 4a fördert diese Wünsche an den künftigen OB zu Tagen: Mehr Naturschutz, weniger Autos und Fabriken, Gerechtigkeit für alle, 500 Euro Taschengeld und mehr Spielflächen. Ach ja: Nett soll der Bürgermeister sein, und auf gar keinen Fall darf er Leute belügen.

Auch die 4c steht an diesem Tag auf dem Besuchsprogramm. „Wie lange bist du schon bei der Zeitung?“ will Ben wissen. „Am 1. April sind es genau 25 Jahre.“ Ein Raunen geht durch die Klasse angesichts einer derart unvorstellbar langen Zeit. Hannes will wissen, ob der Gast schon mal im Fernsehen zu sehen war. Die Antwort lautet Ja: „Bei einem Kiel-Tatort. Für drei Sekunden. Und leider nur von hinten.“ Immer wieder gehen Arme hoch, doch schließlich muss Klassenlehrerin Verena Schneider die Runde beenden. Es ist Pause, und die können nach lebhaftem Austausch alle gebrauchen. Doch die Beschäftigung mit dem Medium Zeitung, die wird weitergehen.

Ach ja: Die Antwort auf die politisch unkorrekte Scherzfrage der „Floh“-Redaktion steht noch aus: Was zieht denn nun Frauen in die Küche? Die „Herdanziehungskraft“.

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