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Schlechte Noten für neues Schulgesetz

Leselust Schlechte Noten für neues Schulgesetz

Wenn die Bildungsministerin Waltraud Wende (parteilos) Wert auf die Meinung der Bürger legt, sollte sie vor der Verabschiedung des neuen Schulgesetzes in die Lütjenburger Grundschule kommen. Die 4c hat von der Planung erfahren, künftig schulische Leistungen nicht mehr zu benoten. Spontan hat sie eine Umfrage gestartet und ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt.

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Im Lütjenburger Ratssaal ließ sich Bürgermeister Dirk Sohn gerne von der Klasse 4b mit Schulleiterin Christel Labza im Rahmen der Leselust mit Fragen „löchern“ – auch zu Familie und Hobby.

Quelle: Peter Braune

Lütjenburg. Zunächst hatten sie ihre Mitschüler mit der Frage „Schulnoten ja oder nein?“ konfrontiert. Dabei, so berichtete ihre Klassenlehrerin Karen Junge, hätten in den Klassen 3 und 4 von 59 Kindern 53 für die Beibehaltung gestimmt.

Am Mittwoch schwärmte die gesamte Klasse über den Wochenmarkt aus und führte in kleinen Gruppen kurze Interviews zu diesem Thema mit insgesamt 107 Passanten. Das Ergebnis: 95 plädierten für Zensuren, zwölf sprachen sich dagegen aus. Lea und Julia trafen auf Frank Witte. Der pensionierte Studiendirektor machte den Mädchen klar, er habe in seinem Berufsleben nie Probleme damit gehabt, Leistungen zu benoten. „Dann können die Schüler vergleichen und werden dazu angeregt, sich in schwächeren Fächern zu verbessern.“

Mindestens ebenso wissbegierig zeigten sich auch Schüler der 4b von Schulleiterin und Klassenlehrerin Christel Labza im Rathaus. Sie hatten sich zur Aufgabe gemacht, als Leselust-Projekt Bürgermeister Dirk Sohn mit Fragen zu löchern. Der zögerte auch keinen Augenblick, wenn die Kinder Höchstpersönliches wissen wollten. Zum Beispiel: „Waren Sie gut in der Schule?“ Antwort: „Ich muss bekennen, dass ich meistens irgendwo im Mittelfeld gelegen habe.“ Und die Grundschüler erfuhren dann auch, dass der Bürgermeister in den knapp eineinhalb Jahren seiner Amtszeit noch keine Stress-Situation erlebt hat: „Mir macht die Arbeit sehr viel Spaß, es ist mein Traumberuf.“

Mit dieser Fülle an Informationen werden die Viertklässler jetzt ihre Aufsätze schreiben. Dabei sollen sie darauf achten, die W-Worte „wie, wann, wo“ in die Struktur einzubeziehen. Das haben sie schließlich in der regelmäßigen Lektüre der Kieler Nachrichten während der vergangenen Wochen gelernt.

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