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Allgemeine Richtlinien für Wochenmärkte

Kiel Allgemeine Richtlinien für Wochenmärkte

Wer auf einem der Wochenmärkte in Kiel Waren anbieten will, muss sich bei Ingrid Hamann schriftlich bewerben. Die Marktmeisterin schaut dann, ob das neue Angebot auf den Markt passt.

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Wochenmärkte verändern sich

Frisches Obst aus der Region: Dafür kommen viele Kieler auf die Wochenmärkte.

Quelle: Uwe Paesler

„Wir wollen ja nicht zehn Käseanbieter auf einem kleinen Markt haben, die sich gegenseitig Konkurrenz machen. Grundsätzlich dürfen auf dem Wochenmarkt Waren des täglichen Bedarfes angeboten werden. Das reicht von Kurzwaren über Brot, Fisch, Fleisch, Obst, Gemüse bis zu Blumen. „Unsere Märkte entwickeln sich enorm. Es gibt immer mehr Angebote, um auf dem Markt auch zu verweilen. Kaffeestände, Pastisserie und Imbiss: Die Menschen nutzen den Wochenmarkt wieder als Treffpunkt.

Dabei mischt Ingrid Hamann die traditionellen Anbieter auch gerne mit neuen „Start up Unternehmen“. Der Markt ist für solche neuen Ideen ideal, denn die Kosten sind pro Stand denkbar gering. „Wir müssen kostendeckend arbeiten und dürfen keinen Gewinn machen“, berichtet die Marktmeisterin. Momentan kostet ein Quadratmeter Verkaufsfläche pro Tag 30 Cent für Abbucher und 40 Cent für Barzahler. Ein zehn Quadratmeter großer Stand kostet also für einen Markttag übersichtliche vier Euro Standgebühr. Wasser und Strom gibt es zum Selbstkostenpreis.

Um Auf dem Markt Waren anbieten zu dürfen, müssen die Beschicker eine Gewerbeanmeldung haben und bei bestimmten Lebensmitteln auch ein Gesundheitszeugnis vorweisen und in Hygienerichtlinien geschult sein. Dann aber kann es spontan losgehen. „Wir haben immer Beschicker, die morgens vorbeikommen und sich spontan anmelden“, so Hamann. Gerade in der Erntezeit gibt es viele Menschen, die ihr Obst und Gemüse aus dem Kleingarten so auf dem Markt anbieten.

„So ein Markt ist sehr flexibel“, weiß die Abteilungsleiterin des Ordnungsamtes Sabine Naumann, die schon seit mehr als einem Jahrzehnt für die Wochenmärkte zuständig ist. Es gäbe immer wieder Anbieter, die was Neues ausprobieren. Um Erfolg zu sehen brauche es aber Geduld. „Mir erzählen die Anbieter, dass man schon ein Jahr durchhalten müsse, um einen Stand erfolgreich einzuführen“, so Naumann. Und es geht nicht jedes Angebot auf jedem Markt. Auf dem Vinetaplatz gibt es viele Kurzwaren und einen Stand mit Nachthemden. So etwas würde auf dem Blücherplatz niemand kaufen. Der Wochenmarkt sei eben Martwirtschaft pur. Um immer im Gespräch zu bleiben gibt es einen Marktbeirat, der sich in allen Belangen mit den Vertretern der Stadt bespricht.                       

Gewerbeordnung

§ 67 der Gewerbeordnung regelt, was auf einem Wochenmarkt angeboten werden darf. Das ist Lebensmittel mit Ausnahme alkoholischer Getränke. Zugelassen sind nur alkoholische Getränke aus selbstgewonnenen Erzeugnissen des Weinbaus oder des Obst- und Gartenbaus, Produkte des Obst und Gartenbaus an sich, der Land- und Forstwirtschaft und der Fischerei. Rohe Naturerzeugnisse sind erlaubt, mit Ausnahe dess größeren Viehs. Die Stadt Kiel erlaubt außerdem den Verkauf von Haushalts, Keramik und Korbwaren von Putzmitteln, Kurz und Toilettenwaren, Blumenarrangements, Madeschmuck, Neuheiten, Textilien, Schuhe, Kleinspielwaren, Geschenktartikel, Eigenerzeugnisse sowie Weine und Liköre in Flaschen, die aber nicht vor Ort verzehrt werden dürfen.

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Wer auf einem der Wochenmärkte in Kiel Waren anbieten will, muss sich bei Ingrid Hamann schriftlich bewerben. Die Marktmeisterin schaut dann, ob das neue Angebot auf den Markt passt. mehrKostenpflichtiger Inhalt

Überall, wo Menschen siedelten bildeten sich Plätze zum Kaufen und Verkaufen von Waren.Seit Beginn der Städtebildung im 10 Jahrhundert gibt es auch zentral gelegene und historische belegbare Märkte. Zu den ältesten verbrieften Märkten gehören der Markt in Esslingen am Neckar, den Karl der Goße um 800 gründete und der Trierer Hauptmarkt der 958, also vor mehr als 1.000 Jahren als Wochenmarkt angelegt wurde. mehrKostenpflichtiger Inhalt

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Wochenmärkte in Kiel
Foto: Schon im Morgengrauen ist Volker Mißfeldt auf dem Blücherplatz im Einsatz und bestückt seinen Stand. Er gehört regelmäßig zu den ersten Marktbeschickern. Wenn die Kunden kommen, liegen Kartoffeln und Co. längst bereit.

Bummeln, schauen, schnacken und nebenbei den Kühlschrank mit regionalen Produkten füllen. Die Kieler können sich an jedem Tag der Woche auf einem anderen Markt versorgen. Für unsere Serie haben wir uns auf den Kieler Märkten umgesehen. Zum Start blicken wir auf den Blücherplatz.

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