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Sind Reporter normale Leute?

KN-Besuch in Altenholz Sind Reporter normale Leute?

Zeitung lesen, ob digital oder gedruckt, ist kinderleicht und macht Spaß. Die Klasse 4c der Claus-Rixen-Schule Altenholz liefert den Beweis. Mehr als 20 Kinder studieren dank des Projekts Medien in der Schule (MiSch) der Kieler Nachrichten seit drei Wochen jeden Morgen die lokale Presse.

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 Medien in der Schule 2017: Die Klasse 4c aus der Claus-Rixen-Schule Altenholz macht begeistert mit.

Quelle: Cornelia Müller

Altenholz. Sind Reporter ganz normale Leute? Fahren die von Kiel bis nach Mecklenburg-Vorpommern, wenn dort was los ist? Die Klasse von Lehrerin Constanze Bense hat einen dicken Fragenkatalog zusammengestellt, mit dem die Redakteurin aus der Redaktion Eckernförde gelöchert werden soll. Dieses Reporterteam ist auch für die Berichterstattung aus Altenholz zuständig.

Durch MiSch kann man sogar länger schlafen

„Das gehört zum Ressort Lokales“, bekommt die Frau von der Presse zu hören. Siehe da, an der Pinnwand haben die Kids Ressortbezeichnungen und zugehörige Inhalte schon aufgelistet. Klasse 4c ist also ein echtes Fachpublikum. Außerdem dreht die aufgeweckte zweisprachige Klasse, die auch Unterricht auf Englisch hat, den Spieß um. Nur eine Frage darf die Reporterin in gewohnter Manier stellen: „Warum macht ihr bei Misch mit? Ist das Zeitunglesen am Morgen nicht eine aufwändige Zusatzaufgabe für Schüler?“ Die Antworten geben fix Rasmus und Florian: „Frau Bense hat gesagt, dass wir mitmachen.“ Und: „Misch ist cool, denn ich kann jetzt länger schlafen. Ich lese nämlich nicht mehr beim Frühstück die KN, sondern in der Schule.“

Journalistische Sorgfaltspflicht bleibt auf der Strecke

Dann ist schon Schluss mit Recherche für die Redakteurin. Schließlich soll ja sie interviewt werden. Schnell hat jedes Kind eine Karteikarte mit Fragen gezückt. „Wieso hat man Zeitungen erfunden? Warum können sie nicht kostenlos verteilt werden, damit alle immer gleich gut informiert sind? Wie lange dauert es, bis ein Artikel fertig ist? Wie macht man eine Schlagzeile? Wie viele Exemplare der KN werden jeden Tag gedruckt? Wo kommen die Fotos her?“ 45 Minuten reichen nur knapp für die Antworten, die die Mädchen und Jungen aufmerksam aufnehmen. Sich dabei Notizen zu machen für den versprochenen Artikel in der Sonnabend-Ausgabe im Lokalteil Eckernförder Nachrichten, ist unmöglich. Und so bleibt die journalistische Sorgfaltspflicht, akribisch alle Namen zu notieren, heute mal auf der Strecke.

Längst ist die Stunde zu Ende, als die Kinder ihre Lesetagebücher aufblättern. „Ich darf jeden Tag einen Artikel aussuchen, den ich gut finde, ihn einkleben und selbst etwas dazu schreiben“, erklärt Jonte. Seine Vorliebe für Sport ist klar. Mike fand den Schleppereinsatz statt Schwebefähre auf dem Nord-Ostsee-Kanal spannend. Einige Mädchen lesen gern etwas aus den Schulen. Eine Schülerin bringt es auf den Punkt: „Da steht täglich so viel drin, dass ich immer was Interessantes finde.“ Ein größeres Kompliment kann sich die Redaktion von Lesern gar nicht wünschen.

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Ein Artikel von
Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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