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Pressekonferenz in der Schule

Misch 2016 Pressekonferenz in der Schule

Drei dritte Klassen der Hermann-Löns-Schule in Elmschenhagen versammelten sich im Flur des ersten Stocks. Sie nehmen teil am MiSch-Projekt (Medien in der Schule) der Kieler Nachrichten und der Förde Sparkasse. Ein KN-Redakteur stellte sich den Fragen der Nachwuchsreporter.

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KN-Redakteur Christian Trutschel wurde mit schlauen Fragen überschüttet.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. So fühlt sich das also an, wenn man nicht mehr selbst die Fragen stellt, sondern sich den Fragen vieler stellt; wenn man 55 offensichtlich gut vorbereiteten Interviewern gegenübersitzt und Rede und Antwort stehen soll. So ist das also auf einer Pressekonferenz, wenn man auf der anderen Seite sitzt.

„Achtung, eine gute Nachricht!“ steht über dem Arbeitsblatt, das die Schülerinnen und Schüler der Klassen 3a, 3b und 3c von ihren Klassenlehrerinnen Ingeborg Schwardt, Saskia Jessen und Gudrun Ewert bekommen haben. Zweieinhalb Wochen schon – im Rahmen des Deutsch-, HWSU- und Computer-Unterrichts – arbeiten sie alle schon im MiSch-Projekt mit. Die Buch-Struktur der täglich in die Schule gelieferten Zeitung haben sie erarbeitet und sich als Nächstes das Erkunden von KN online und des E-Papers vorgenommen. Gerade der Sportteil findet breites Interesse, und einige Schülerinnen und Schüler fragen, ob sie am Ende des Unterrichts die Zeitung mit nach Hause nehmen dürfen.

Heute ist ein anderer Stoff an der Reihe, oder wie es auf dem Arbeitsblatt weiter heißt: „Am Mittwoch bekommen wir Besuch von einem echten Zeitungsredakteur. Er freut sich auf viele neugierige Fragen und hofft, alle beantworten zu können. Überlege dir mindestens 5 Fragen, die du dem KN-Redakteur stellen möchtest, und notiere sie auf diesem Arbeitsblatt.“

Gut, dass sogar zwei KN-Redakteure da sind – einer von ihnen fotografiert. Denn die Fülle und Vielfalt von Fragen fordert von der ersten Minute dieser Pressekonferenz an volle Konzentration: Wie viele Menschen arbeiten bei den KN? Wie könnt ihr immer so aktuell sein? Woher kommen die Fotos? Werden die Comics in der KN mit der Hand gemalt? Wie viele Fotos sind in einer KN? Wie viele Buchstaben stehen in einer Ausgabe? Wie lange arbeiten Sie schon bei den KN? Arbeiten Sie am Computer? Muss man für diesen Beruf studieren? Arbeiten Sie jede Woche sechs Tage? Warum gibt es am Sonntag keine KN? Was war Ihr spannendster Artikel? Und was Ihr lustigster? Was war ihr schlimmstes Erlebnis im Beruf? Wie viele Zeitungen werden am Tag gedruckt?

Einige Fragen ließen sich schnell und leicht beantworten: „Mögen Sie Ihren Beruf?“ zum Beispiel mit einem Ja. „Wird der Beruf nicht irgendwann langweilig?“ mit einem Nein. Schwerer, fast fundamental, wurde es bei den Fragen „Warum gibt es einen Redakteur?“ und „Warum druckt ihr die Zeitung?“ Und die Frage „Was verdienen Sie im Jahr?“ erforderte zunächst eine professionelle Vereinbarung, wie sie zum Beispiel Politiker oder Polizisten mit Journalisten treffen: „Das Folgende sage ich nur unter c.“ Was bedeutet: „Nur, wenn es unter uns bleibt.“ Als die Interviewerinnen und Interviewer dies dem Redakteur zusicherten, erhielten sie eine wahrheitsgetreue Antwort. Und hakten sofort nach: „Wie viel Euro sind das im Monat?“

Es waren spannende anderthalb Stunden, unterbrochen nur von einer kurzen Pause. Der Foto-Redakteur erklärte den Schülerinnen und Schülern ihr Recht am eigenen Bild, der andere ihr Recht am eigenen Wort. Und hatte dann noch eine Gegenfrage: „Was meint ihr – was ist das Wichtigste für einen Journalisten?“ Nun waren sie mit dem Antworten an der Reihe und taten dies genauso mühelos und phantasievoll, wie sie gefragt hatten. „Dass man gut in der Schule war?“ „Dass man gut schreiben kann?“ „Dass man nicht so viele Fehler macht?“ „Dass man sich konzentrieren kann?“ „Neugier?“ All das ist wichtig, „aber am wichtigsten ist Interesse. So wie eures heute. Wer gern und oft sagt ‚Ist mir doch egal‘, der sollte lieber kein Journalist werden.“

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Ein Artikel von
Christian Trutschel
Lokalredaktion Kiel/SH

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Misch 2016
Foto: Wirtschaftsredakteur Jörn Genoux berichtete den Schülern der Klasse 4b der MiSch in der Matthias-Claudius-Schule in Elmschenhagen von seiner Arbeit und beantwortete viele Fragen.

Was ein Thema für die Medien ist, und dass manchmal auch ein wenig Glück dazu gehört, damit über ein Ereignis auch berichtet wird, das können Grundschüler beim Projekt Medien in der Schule (MiSch) lernen. Die Schüler der 4b der Matthias-Claudius-Schule in Elmschenhagen haben es sogar selbst erfahren.

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