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„Tintenklecks“-Autoren schreiben fleißig

MiSch bei der Schülerzeitung „Tintenklecks“-Autoren schreiben fleißig

Der Gang in diese Redaktion verblüfft den Fachmann zunächst. Es herrscht eine gespannte Stille, kein Telefon klingelt und niemand läuft aufgeregt den Flur entlang. So lässt es sich arbeiten. Konzentriert blicken Pierre (10) und Josi (10) auf ihre Bildschirme, tippen Texte oder recherchieren im Internet.

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Pierre (10), Josi (10), Lucas (9) und Frida (9, v.l.) halten ihre "Leitmedien" in den Händen: die Kieler Nachrichten und ihre Schülerzeitung "Tintenklecks".

Quelle: Florian Sötje

Neumünster. Die beiden Grundschüler der Neumünsteraner Johann-Hinrich-Fehrs-Schule sind Redaktionsmitglieder der Schülerzeitung „Tintenklecks“. Zum Team von Schulsozialarbeiterin Petra Wenber, die jeden Mittwoch zum Redaktionstreffen bittet, zählen zudem Lucas und Frida (beide 9). Sie alle nehmen am Misch-Projekt der Kieler Nachrichten teil, bekommen täglich frische Zeitungsexemplare in die Schule geliefert und können die Artikel der „Großen“ lesen.

Die nächste „Tintenklecks“-Zeitung erscheint kurz vor den Osterferien

Heute soll KN-Volontär Florian Sötje den Nachwuchs-Reportern ein paar Tipps geben. Die nächste „Tintenklecks“-Zeitung erscheint kurz vor den Osterferien. Sie wird dann zum Preis von 20 Cent pro Ausgabe an der Schule verkauft. Dafür bekommen die Leser eine Menge geboten. In der Weihnachtsausgabe erklärt die „Tintenklecks“-Redaktion die Bedeutung des Adventskalenders, wie Weihnachten in anderen Ländern gefeiert wird oder was der Unterschied zwischen dem Weihnachtsmann und dem Nikolaus ist. „Wir haben hier viele Schüler mit Migrationshintergrund, die die Bedeutung von Weihnachten gar nicht kannten. Das wollten die Kinder ändern“, sagt Petra Wenber. Natürlich dürfen in der Ausgabe auch die typischen Rezepte oder Gedichte zu Weihnachten nicht fehlen.

Probleme des Reporter-Alltags

Als es an die Fragen der Kinder geht, zeigt sich: Ob Groß oder Klein – die Probleme des Reporter-Alltags scheinen identisch zu sein. „Wie finde ich bei der Recherche im Internet genau das, was ich auch suche?“, fragt Lucas. Ein kurzer Tastenbefehl in der Suchmaschine am Computer sorgt dafür, dass der Neunjährige tierische Informationen zum Fuchs findet und keine gleichnamige Firma, die Gewürze herstellt. „Ich habe sieben Seiten zur Geschichte des Telefons herausgeschrieben“, sagt Pierre. Eine „Tintenklecks“-Ausgabe umfasst acht Seiten. Da muss sich der Zehnjährige wohl von einigen liebgewonnenen Textzeilen trennen – ein Problem, das vielen Redakteuren nur zu bekannt vorkommt.

Und wie bei jeder anderen Zeitung hängen der Schüler-Redaktion natürlich stets die Zeit und der Redaktionsschluss im Nacken. In vier Wochen erscheint die nächste „Tintenklecks“-Ausgabe. Im Fokus der Redaktion: die anstehende Faschings-Party. „Zum Ende wird es meist stressig, weil noch nicht alle Texte fertig sind“, berichtet Petra Wenber, die das Layout der Zeitung gestaltet. Sie möchte über die Arbeit für die Schülerzeitung besonders die Medienkompetenz der Kinder stärken: „Die Schüler recherchieren eigenständig im Internet oder leihen sich ein Buch zu einem Thema aus und können hier dadurch einfach mehr über den Umgang mit Medien lernen als im normalen Unterricht.“

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