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Bahn zieht sich weitgehend aus Fernbusmarkt zurück

Verkehr Bahn zieht sich weitgehend aus Fernbusmarkt zurück

Im Fernbusmarkt dominiert künftig ein Fast-Monopolist. Denn nun verabschiedet sich auch die Deutsche Bahn zum größten Teil aus dem Geschäft. Der Grund sind anhaltend rote Zahlen.

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Die Bahn hat BerlinLinienBus in den vergangenen Monaten kräftig ausgebaut.

Quelle: Bernd Settnik

Berlin. Die Deutsche Bahn zieht sich wegen Verlusten aus dem Fernbusgeschäft weitgehend zurück und lässt damit noch mehr Raum für den Marktführer Flixbus.

Bis Ende 2016 soll die Marke BerlinLinienBus vom Markt verschwinden und nur einen kleinen Teil der Strecken an die Konzernschwester IC Bus abgeben, wie das Bundesunternehmen mitteilte. Die Bahn hat BerlinLinienBus in den vergangenen Monaten kräftig ausgebaut, zuletzt boten die weißen Busse jeden achten Fernbuskilometer an. Damit scheidet der einzige verbliebende größere Konkurrent von Marktführer Flixbus weitgehend aus dem Markt aus.

Der IC Bus habe sich wirtschaftlich als nachhaltiger herausgestellt, begründete Fernverkehrschef Berthold Huber die Entscheidung. IC Bus ergänzt das ICE- und Intercity-Netz der Bahn und fährt auf den Fernstrecken, auf denen Busse schneller oder günstiger unterwegs sind, etwa bei einer Reihe grenzüberschreitender Verbindungen. Damit deckte der IC Bus zuletzt aber nur ein Prozent des Marktes ab, den Flixbus nach Marktdaten mit knapp 80 Prozent dominiert. Der IC Bus werde nun ausgebaut, kündigte Huber an.

Die Bahn hatte im August bereits angekündigt, ihre Fernbus-Strategie im zweiten Halbjahr 2016 neu bewerten zu wollen. Der Druck unter den Wettbewerbern bleibe hoch, die Preise aber unverändert niedrig, hatte der Konzern zur Begründung erklärt.

Hintergrund war auch die fortschreitende Konsolidierung auf dem erst 2013 liberalisierten Markt. Erst Anfang August hatte die Deutsche Post ihren Ausflug ins umkämpfte Fernbusgeschäft nach drei Jahren beendet und die Aktivitäten an den Marktführer Flixbus verkauft. Die Post hatte den Rückzug mit der mangelnden Wirtschaftlichkeit der Aktivitäten begründet.

Branchenprimus Flixbus hatte seine Marktposition in Deutschland durch Zukäufe massiv ausgebaut aus und fasst mittlerweile auch Fuß in mehreren europäischen Ländern. Ende Juni hatte das Unternehmen den britischen Konkurrenten Megabus übernommen.

Flixbus-Geschäftsführer André Schwämmlein teilte am Freitag mit: "Die Bahn wird nach wie vor neben dem Pkw, den Mitfahrzentralen und Billigfliegern ein großer Wettbewerber auf Schiene und Straße von uns bleiben."

Angesichts der Marktkonsolidierung rechnen Branchenexperten mit Preiserhöhungen bei den Fernbussen. "Längerfristig werden sich die Preise erhöhen, zumal im Fernbusgeschäft kein Geld verdient wird", hatte der Sprecher des Fahrgastverband Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, im August gesagt. Allgemein gelte: "Je weniger Angebot im Markt, desto mehr gehen die Preise nach oben." Im vergangenen Jahren hatten die Fernbusanbieter die Preise langsam angehoben.

Das Bundeskartellamt hat bislang nicht in den Markt eingreifen können, weil die Unternehmen noch unter der notwendigen Umsatzschwelle von 500 Millionen Euro operierten. "Wir werden den Markt aber weiter beobachten", sagte ein Sprecher am Freitag.

dpa

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