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Dien egen Book in dien egen Spraak

Bilingual-picturebooks - vun'e lütte Regionolspraak bit to grote Weltspraken is all'ns dorbi Dien egen Book in dien egen Spraak

Kokuvi in Ghana freut sik as dull op’t Lesen. De Lütte höllt ehr eerst Billerbook in siSwati in ehr Hannen. Jüst so as Dereje in Äthiopien. De will sik glieks sien nieges Book op Tigrinisch ankieken. Afifa is verleden Johr mit ehr Modder ut Syrien flücht. Endli kann se ok hier in Düütschland een Book lesen. In ehr Modderspraak Dari un op Düütsch. So kann se glieks de niege Spraak liern. Lütt Hein kriggt hüüt avend de Geschicht vun den Voss Oscar op Platt vörleest. Sien Modder kann Plattdüütsch, aver sien Vadder kümmt ut Ameriko un snackt mit em blots Engelsch. Morrn höört he sik den Rest vun’e Geschicht op Engelsch an – denn is nämli sien Vadder an’e Reeg. Woans dat geiht?

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Quelle: Bücherpiraten

Ganz eenfach: En geiht op’e Internetsiet vun „bilingual-picturebooks“, söcht sik‘n Geschicht ut, söcht sik sien Modderspraak ut un denn kann en ok noch een tweete Spraak anklicken. An’t Enn blots noch den Knoop „Download“ anklicken . . . un dat Kinnerbook op Plattdüütsch un Engelsch is dor. „Mittlerweile haben wir über 20 Sprachen im Angebot“, vertellt Martin  Gries stolt. He is Projektleiter bi den Vereen „Bökerpiraten“ in Lübeck un hett de tweespraakig Kinnerböker mit op’n Wech bröcht. „Jetzt kann der Nutzer sagen, welche Sprachen er haben möchte und der Rechner braucht nur Sekunden – und das Buch ist fertig. Von der kleinen Regionalsprache bis zur großen Weltsprache ist alles dabei“, swöögt de Schrieversmann.

De Idee, de dor achter steeken deit, is eegentli een Marktlücke: Kinnerböker in twee Spraken – to’n Utsöken un to’n Kombineern. Ob nu för Kinner, de tohuus tweespraakig opwassen doot, ob för Flüchtlingskinner, ob för Kinner in Afrika, wo dat keene Böker in ehr Modderspraak geven deit oder för’n Ünnerricht: „Es gibt wirklich unglaublich viele Kinder, die Erstkontakt mit Büchern in einer für sie fremden Sprache haben“, verklaart Martin Gries.

 Dat wulln se ännern – aver de Verlage hebbt glieks afwunken: To düer, to wenig Gewinn, to veel Arbeit. För de Bökerpiraten weer dat denn „eine Herausforderung“. „Wir haben überlegt, wie wir das technisch lösen können. Das sind ja über 20 Sprachen, die wir im Angebot haben,“ sineert  de Lübecker. Dat schull een Aart Datenbank warrn mit Geschichten un Biller vun Kinner för Kinner. Un in ganz verscheden Spraken.  „Geschichten in 1001 Sprache“ schulln dorbi rutsuern.

Dat nödige Geld hebbt se vun‘e Dräger-Stiften, vun‘e Possehl-Stiften un  vun‘e Wessel-Stiften kergen. Un denn güng dat los mit een Schrievwarksteed un tein lütte Bökerpiraten, besinnt sik Martin Gries: „Das sind sehr aufwändige Werkstätten mit einer Illustratorin und einem Autor dabei. Und über 60 Ehrenamtliche arbeiten da im Laufe der Zeit mit. Die Kinder haben viel gelernt und es hat gedauert, bis sie gesagt haben: Die Geschichte ist rund.“

Wat dorbi rutsuert is, kann sik sehn laten: „Schokokuchen auf Hawaii“ heet de sööte  Geschicht vun den Lööw, de vun een Tour na Hawaii drömen deit. Un vun Schokokoken. Profi-Överstetter hebbt de Vertellen in söss grote Spraken överdragen: Araabsch, Engelsch, Franzöösch, Mandarin, Russisch un Spaansch. Un denn sünd noch veele Ehrenamtliche bigahn un „haben die Geschichte dann in Dari oder Platt oder siSwati oder in Litauisch oder in eine Sprache übersetzt, von der wir hier noch nie gehört haben“, vertellt de Kinnerbook-Schriever.

 Dree Johr Arbeit steekt dor binn – vun de eerste Idee bit to‘n eersten Download. Nu kann sik dor jedeen sien egen Billerbook na Lust un Luun tosamenschostern. Middewiel staht all twee Böker in 20 Spraken online – 27 Versionen sünd in Arbeit. „Und es ist verrückt: Wir sind jetzt einen Monat online und wir haben über tausend Downloads. In 60 verschiedenen Sprachkombinationen. Und Platt ist gut dabei“, freut sik Martin Gries.

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