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En windigen Fall för Landfruuns

Plattdüütscher Film över Wind, veel Geld un plietsche Fruuns En windigen Fall för Landfruuns

Fief Fruunslüüd sitt an‘ Sofadisch un wunnerwarkt vör’n Klapprekner: „Dor mutt doch wat in’t Internet dorto stahn . . . dat is jo komisch. Dor mutt doch wat to finnen sien!“ Un denn finndt se optletzt doch noch wat un klickt dor enfach mol op. Un nu nimmt dat Schicksol sien verdammigten Loop. Dat geiht üm sluusohrig Investoren, de achter dat Geld vun ehr Keerls her sünd, üm den Börger Windt Park Jüksdörp, üm windige Geschäfte un en groot Geheemnis. Dor düükert sogor noch een Liek op in den plattdüütschen Krimi „Landfrauen – Do wat du wullt, de Lüüd schnackt doch“. Dat is all de tweete Film vun den Dithmarscher Filmemaker Mathias Schulz. Un natürli all’ns wedder op Platt.

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Vun' Maiskutscher to'n Internetstar

Sonja, Inge, Beate, Petra un Helga sünd windige Investoorn op'e Spoor.

Quelle: pilotlicht

„Wir haben so viel Anfragen bekommen nach unserem ersten Film „Landeier“, da haben wir uns gedacht: Ok, dann machen wir eben doch noch einen Film.“ Se hebbt sogor so’n Casting maakt, as dat in’e groot Filmindustrie ok Mood is – nich ganz so ernst, aver: „Da war gut was los“, vertellt Mathias Schulz, „wir sind um 10 Uhr gestartet und haben bis um sechs durchgemacht.“ He weer sölben verdattert, datt dor so veele op’e Matt stünnen. De müssen denn mol so’n beten Platt schnacken un denn geev dat een lütten Text to Hand un de tokünftigen Schauspeeler müssen denn ran: „Das haben die meisten souverän gemacht“, swöögt de Dithmarscher Jung, „aber natürlich konnten wir nicht allen eine Rolle geben.“ De annern sünd denn as Statisten to sehn.

De niege Film is jo een plattdüütschen Krimi. Mit Landfruuns. De weern dat nämli, de jichtenswenn op Mathias Schulz tokamen sünd: „Wir schnacken auch Platt und wollen auch mitmachen.“ Also hett he sik wat utklamüüstert: „Mit Krimi, Landfrauen, Windkraft. Das muss ja schließlich in die Region passen“, verklaart de Filmemaker, „man wird ja hier reglrecht dichtgeballert mit den Dingern. So kam eins zum anderen.“ Un de Landfruuns merrnmang. De kaamt nämli so’n windigen Invester för Windenergie op‘e Schliche.  All de Mannslüüd un de Bürgermeester un de Buern wüllt in den „Börger Windt Park Jüksdörp“ investeern – aver Inge, Helga, Sonja, Beate un Petra, de rüükt den Braden. Dor is doch verdammi mol wat fuul! Un wieldatt se in’t Internet nix över den windigen Windbuern finnen künnt, maakt se sik sölben mit den gelen Mercedes vun Inges Mann op’n Wech. Heemli. Bit na Helgoland. Un dat kümmt as dat kamen mutt: En mutt doch noch in’t Gras bieten. Mathias Schulz lacht sik een: „Ja, es gibt auch `ne Leiche. Erst wollte ich das ja nicht. Aber als wir dann das Drehbuch schrieben, da fehlte uns irgendwie die Leiche. Die ist jetzt unser Aufhänger.“

För dat Thema müss he en Barg rechecheern, aver sien Beruf as Kameramann keem em dor goot topass: „Ich hatte gerade einen Imagefilm für einen Windkraftanlagen-Hersteller gedreht. Ich war praktisch im Thema drin“, freut he sik. Ganz besünners aver hett em en Reportaag vun‘ NDR inspireert: „Windiges Geld“: „Das passte wie die Faust auf’s Auge“, vertellt he, „da habe ich viel von mitgenommen. Und wer sich die Reportage vor dem Film anguckt, der findet da auch Parallelen.“

Veer Maande hebbt se den windigen Krimi dreiht. Jümmers na Fieravend un an’t Wuchenenn: „Alles Laien, alle aus der Region, alle sprechen Platt.“ So as bi’n eersten Film weer dat gröttste Problem, alle Lüüd ünner een Hoot to kriegen. Un dat Wedder: „Das hätte uns fast einen Strich durch die Rechnung gemacht“, besinnt sik de Filmemaker. Aver ok de ganze Organisaschoon: „Ich wollte Regie führen. Und Kameramann war ich ja auch. Und dann suchst du die Bilder und überlegst. Und dann kommt einer und will wissen, wann er dran ist und der nächste sagt dir, dass er am nächsten Wochenende nicht kann.“ Dat weer för em stressig: He is sogor de Meen, datt „das Künstlerische so’n büschen gelitten hat.“ Bi em mutt eben all’ns stimmen. Ok wenn dat all’ns Laien sünd un dat‘n „Low-Budget-Produktion“ is: „Aber ich habe schon den Anspruch, dass es unterhaltsam und spannend sein soll. Und es muss inhaltlich stimmig sein“

Dat is veel Arbeit, kust veel Sweet un natürli ok veel Geld. Denn Filmfördern? Fehlanzeige: „Die haben mir schon beim ersten Mal gesagt: Vergessen sie’s.“ Also hett he all’ns ut’e egen Tasch finanzeert. Dat sünd so üm un bi 15 000 Euro. Mathias Schulz is froh, datt he bi düssen Film nich ganz alleen dorför stahn deit: „Ich habe drei Mitstreiter im Boot. Die haben auch ihr Portmonnaie aufgemacht. Trotzdem ist das ja ein Risiko, was wir haben.“ Mit in’t Boot sünd Chris un Timm Kaatz un Antje Felgenhauer. De dree speelt ok in‘ Film mit.

Sien Crew hett em dorbi wunnerbor to Siet stahn un Stütt un Stöhn geven – ok wenn se mankeen Szene twintig Mol dreihen müssen.  De Schauspeler hebbt sik sogor ehrn egen Text op Platt översett. Denn dat Dreihbook weer op Hochdüütsch: „Ganz bewusst. Das wollten wir auch so. Ich wollte es den Schauspielern überlassen, das original in ihrem Platt zu sagen. Es sollten ganz verschiedene plattdeutsche Dialekte darin vorkommen.“ He sölben kann twaars Platt verstahn – man mit dat Schnacken deit he sik swoor. Liekers hett he `n Barg Platt dortoliehrt: „Ich sprech‘ Platt ja nicht so oft. In der Bierrunde oder wenn ich mit meinen Kumpels unterwegs bin. Aber nach Drehschluss habe ich dann auch oft nur noch Platt geschnackt“, freut sik de Dithmarscher.

Middewiel is all’ns in‘ Kassen. All de Arger, de Sorgen un de Mallöörs sünd nu Snee vun güstern. Un över eens, dor freut he sik as so’n Sneekönig: „Ich hatte mir für den Film so’n Mercedes Strich 8 vorgestellt. Die Landfrauen sollten ja nicht mit irgendeinem Auto durch die Gegend fahren“, vertellt he un smüüstert, „und da haben wir ein bisschen rumgehört.“ Man de Besitter wullen denn ok sölben mit dat Auto fohren, een hett seggt, datt se dor blots ahn Schoh rindurfen, een wull nich, datt de Mercedes schietig würr: „Ich wollte mich schon fast verabschieden von der Idee.“ Aver denn hett een vun’e Schauspeler en kennenliert: „Der Typ war total enstpannt. Unter dem Motto: Nimm dir den Schlüssel und bring ihn abends wieder.“ Un so hett de ole quietschgeele Mercedes Strich 8 een Hauptrull kregen. Dormit fohrt de plietschen Landfruuns Inge, Helga, Sonja, Beate un Petra nu los. Denn: „Dor mutt doch verdammi noch Mol wat to finnen sien . . .“

www.pilotlicht.de

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