Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Nachrichten auf Platt En windigen Fall för Landfruuns
Nachrichten auf Platt En windigen Fall för Landfruuns
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:19 20.11.2017
Von Heike Thode-Scheel
Sonja, Inge, Beate, Petra un Helga sünd windige Investoorn op'e Spoor. Quelle: pilotlicht
Anzeige

„Wir haben so viel Anfragen bekommen nach unserem ersten Film „Landeier“, da haben wir uns gedacht: Ok, dann machen wir eben doch noch einen Film.“ Se hebbt sogor so’n Casting maakt, as dat in’e groot Filmindustrie ok Mood is – nich ganz so ernst, aver: „Da war gut was los“, vertellt Mathias Schulz, „wir sind um 10 Uhr gestartet und haben bis um sechs durchgemacht.“ He weer sölben verdattert, datt dor so veele op’e Matt stünnen. De müssen denn mol so’n beten Platt schnacken un denn geev dat een lütten Text to Hand un de tokünftigen Schauspeeler müssen denn ran: „Das haben die meisten souverän gemacht“, swöögt de Dithmarscher Jung, „aber natürlich konnten wir nicht allen eine Rolle geben.“ De annern sünd denn as Statisten to sehn.

De niege Film is jo een plattdüütschen Krimi. Mit Landfruuns. De weern dat nämli, de jichtenswenn op Mathias Schulz tokamen sünd: „Wir schnacken auch Platt und wollen auch mitmachen.“ Also hett he sik wat utklamüüstert: „Mit Krimi, Landfrauen, Windkraft. Das muss ja schließlich in die Region passen“, verklaart de Filmemaker, „man wird ja hier reglrecht dichtgeballert mit den Dingern. So kam eins zum anderen.“ Un de Landfruuns merrnmang. De kaamt nämli so’n windigen Invester för Windenergie op‘e Schliche.  All de Mannslüüd un de Bürgermeester un de Buern wüllt in den „Börger Windt Park Jüksdörp“ investeern – aver Inge, Helga, Sonja, Beate un Petra, de rüükt den Braden. Dor is doch verdammi mol wat fuul! Un wieldatt se in’t Internet nix över den windigen Windbuern finnen künnt, maakt se sik sölben mit den gelen Mercedes vun Inges Mann op’n Wech. Heemli. Bit na Helgoland. Un dat kümmt as dat kamen mutt: En mutt doch noch in’t Gras bieten. Mathias Schulz lacht sik een: „Ja, es gibt auch `ne Leiche. Erst wollte ich das ja nicht. Aber als wir dann das Drehbuch schrieben, da fehlte uns irgendwie die Leiche. Die ist jetzt unser Aufhänger.“

För dat Thema müss he en Barg rechecheern, aver sien Beruf as Kameramann keem em dor goot topass: „Ich hatte gerade einen Imagefilm für einen Windkraftanlagen-Hersteller gedreht. Ich war praktisch im Thema drin“, freut he sik. Ganz besünners aver hett em en Reportaag vun‘ NDR inspireert: „Windiges Geld“: „Das passte wie die Faust auf’s Auge“, vertellt he, „da habe ich viel von mitgenommen. Und wer sich die Reportage vor dem Film anguckt, der findet da auch Parallelen.“

Veer Maande hebbt se den windigen Krimi dreiht. Jümmers na Fieravend un an’t Wuchenenn: „Alles Laien, alle aus der Region, alle sprechen Platt.“ So as bi’n eersten Film weer dat gröttste Problem, alle Lüüd ünner een Hoot to kriegen. Un dat Wedder: „Das hätte uns fast einen Strich durch die Rechnung gemacht“, besinnt sik de Filmemaker. Aver ok de ganze Organisaschoon: „Ich wollte Regie führen. Und Kameramann war ich ja auch. Und dann suchst du die Bilder und überlegst. Und dann kommt einer und will wissen, wann er dran ist und der nächste sagt dir, dass er am nächsten Wochenende nicht kann.“ Dat weer för em stressig: He is sogor de Meen, datt „das Künstlerische so’n büschen gelitten hat.“ Bi em mutt eben all’ns stimmen. Ok wenn dat all’ns Laien sünd un dat‘n „Low-Budget-Produktion“ is: „Aber ich habe schon den Anspruch, dass es unterhaltsam und spannend sein soll. Und es muss inhaltlich stimmig sein“

Dat is veel Arbeit, kust veel Sweet un natürli ok veel Geld. Denn Filmfördern? Fehlanzeige: „Die haben mir schon beim ersten Mal gesagt: Vergessen sie’s.“ Also hett he all’ns ut’e egen Tasch finanzeert. Dat sünd so üm un bi 15 000 Euro. Mathias Schulz is froh, datt he bi düssen Film nich ganz alleen dorför stahn deit: „Ich habe drei Mitstreiter im Boot. Die haben auch ihr Portmonnaie aufgemacht. Trotzdem ist das ja ein Risiko, was wir haben.“ Mit in’t Boot sünd Chris un Timm Kaatz un Antje Felgenhauer. De dree speelt ok in‘ Film mit.

Sien Crew hett em dorbi wunnerbor to Siet stahn un Stütt un Stöhn geven – ok wenn se mankeen Szene twintig Mol dreihen müssen.  De Schauspeler hebbt sik sogor ehrn egen Text op Platt översett. Denn dat Dreihbook weer op Hochdüütsch: „Ganz bewusst. Das wollten wir auch so. Ich wollte es den Schauspielern überlassen, das original in ihrem Platt zu sagen. Es sollten ganz verschiedene plattdeutsche Dialekte darin vorkommen.“ He sölben kann twaars Platt verstahn – man mit dat Schnacken deit he sik swoor. Liekers hett he `n Barg Platt dortoliehrt: „Ich sprech‘ Platt ja nicht so oft. In der Bierrunde oder wenn ich mit meinen Kumpels unterwegs bin. Aber nach Drehschluss habe ich dann auch oft nur noch Platt geschnackt“, freut sik de Dithmarscher.

Middewiel is all’ns in‘ Kassen. All de Arger, de Sorgen un de Mallöörs sünd nu Snee vun güstern. Un över eens, dor freut he sik as so’n Sneekönig: „Ich hatte mir für den Film so’n Mercedes Strich 8 vorgestellt. Die Landfrauen sollten ja nicht mit irgendeinem Auto durch die Gegend fahren“, vertellt he un smüüstert, „und da haben wir ein bisschen rumgehört.“ Man de Besitter wullen denn ok sölben mit dat Auto fohren, een hett seggt, datt se dor blots ahn Schoh rindurfen, een wull nich, datt de Mercedes schietig würr: „Ich wollte mich schon fast verabschieden von der Idee.“ Aver denn hett een vun’e Schauspeler en kennenliert: „Der Typ war total enstpannt. Unter dem Motto: Nimm dir den Schlüssel und bring ihn abends wieder.“ Un so hett de ole quietschgeele Mercedes Strich 8 een Hauptrull kregen. Dormit fohrt de plietschen Landfruuns Inge, Helga, Sonja, Beate un Petra nu los. Denn: „Dor mutt doch verdammi noch Mol wat to finnen sien . . .“

www.pilotlicht.de

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Nachrichten auf Platt Keno Veith dreiht Video op Platt in'e Klei - Vun' Maiskutscher to'n Internetstar

Dat weern man blots 59 Sekunnen. Un een Mallöör bavento. Aver de hebbt sien Leven nipp un nau op’n Kopp stellt. Ut Keno Veith, den Maiskutscher, is Keno Veith, de Internetstar wurrn. Un dat blots, wieldatt he mit sien Gespann op’e Maiskoppel in‘  Klackermatsch steken bleven is. Vör luder Langewiel hett de ostfreesche Jung denn mit sien Handy en lütt Video dreiht un hett dat bi facebook rinstellt. „Wieder geiht nich, du. Oder anners seggt: Wi sünd mit’n Kopp in, näch? Mitten in‘e Klei. Nu sitt ik hier mit dat dicke Beest.“ Dat dicke Beest is sien Trecker un wat schall he doon? „Tja, nu mööt wi hier luern. Luern, luern. Bit en kümmt un uns ruttrecken deit.“ Nu schnackt de Star ut Ostfreesland aver nich blots Platt, de süht ok noch wat besünners ut: Swatt as de Nacht (ik dörf dat schrieven hett he seggt), groot un stevig, üm‘ Hals veer grote sülverne Keden as de Rapper in Ameriko, `n Irokesen-Hoorsnitt as Bosco ut dat „A-Team“ un jümmers en breed Lachen in’t Gesicht. Dat is Keno, de niege plattdüütsche Internetstar.

Heike Thode-Scheel 06.11.2017
Nachrichten auf Platt 20 Johr Plattdüütsche Bökermess in Hamborg - Kieken, lüstern, smökern

Wi schrievt dat Johr 2005. In Hamborg geev dat twee ganz groote Belevnisse un de heele Stadt weer op‘e Been: De Passageerdamper „Queen Mary 2“ kümmt to Besöök in‘ Haben un in Finkwarder lanndt to glieke Tiet de gröttste Fleger vun’e Welt, de A380. Dat weer een Spektokel! Man för Helmut Kujawa, Schrieversmann vun’t Hamborger Avendblatt, geev dat domols een ganz anner Superlative. Un twaars de Plattdüütsche Bökermess in‘ Lichtwarksaal vun’e Carl-Toepfer-Stiften: „Uns persönlich Highlight aver weer, as mien Leevste un ik von Reimer Bull persönlich mit Handslag begröt worrn. Vergnöögt fraag he uns: „Dörv ik jümehr Kledaasch afnehmen?“ Un dennso hung he uns Mäntel an de Gardrov un sä: „Dat is de Verehrung vun den Autor gegenöver siene Lesers!“ Un nu frag ik di: „Wat sünd de Queen oder een Fleger gegen son Beleevnis?“ Middewiel hett de dore Plattdüütsche Bökermess sogor Jubiläum: To’n 20. Mol kaamt an‘ 4. un 5. November üm un bi 40 lütte un groote Verloge un Schrieverslüüd ut ganz Norddüütschland na Hamborg, üm ehrn plattdüütschen Kraam vörtostellen. Un twaars in den Lichtwarksaal vun’e „Carl-Toepfer-Stiften“ .

Heike Thode-Scheel 23.10.2017
Nachrichten auf Platt Perfesser Elmentaler: "Kiel könnte schon mit Platt werben", - Wokeen will wull dicke Pött' kieken in'e Sailing City?

Dr. Michael Elmentaler is Perfesser an’t germanistische Seminar in Kiel. Spraak is sien Profeschoon – vör allen Dingen de plattdüütsche Spraak. As Linguistik-Experte hett he ´n Barg Böker schreven un en Hupen Opsätze dorto. Een dorvun schullen sik man ok de Marketing-Experten, de Politiker un de Werbefachlüüd in uns Land mol nipp un nau ankieken – villicht künnt se dor wat ut liern. Dat Thema is wat vigelliensch, man dat hett dat in sik: „Platt – Missingsch – Petuh: Enregistermentprozesse zwischen Hamburg und Flensburg“. Tosamen mit sien Kolleg Perfesser Dr. Oliver Niebuhr hett he ünnersöcht, ob dat sowat as een „Funktionalisierung der Sprache“ bi uns in Norddüütschland geven deit. Dat bedüüt: Een bruukt eenfach bestimmte Wöör ut anner lütte Spraken, üm to wiesen: Ik bün vun hier. Ik kaam ut Kiel. Oder ut Flensborg oder ut Hamborg. Wenn jümmers mehr Lüüd jümmers mehr bestimmte Begriffe ut anner Sprakenregister bruken doot, denn suert dor optletzt een ganz nieges Spraakregister bi rut. Un batz – is dor so’n „Enregistermentprozess“ in’e Gang.

Heike Thode-Scheel 23.10.2017
Anzeige