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Füer un Flamm för Spraken

Matthew un Michael Youlden künnt twintig Spraken - un nu hebbt se ok noch ok Plattdüütsch liert Füer un Flamm för Spraken

„Das war uns sehr wichtig mit Platt und wir wollen auch unbedingt weitermachen“, verseekert mi Michael un Matthew Youlden, „aber heute, so am Telefon und für die Zeitung, da schnacken wir erst mal Hochdeutsch. Und nachher künnt wi ok Platt snacken“, smuustert Matthew. Uns Plattdüütsch hebbt de Beiden nämli eerst vör een poor Weken liert. In söven Daag. Gor keen Problem för de Youlden-Tweeschen ut Manchester. Dat is jo man blots een vun’e twintig Spraken, de se tosamen snacken künnt . . . negen fließend, fief op’n hogen Level un de annern ümmerhin so, datt dat för’n Alldag recken deit. „Wir könnten jede Sprache der Welt lernen“, dor sünd sik de Tweeschen eens. Groote as ok lütte Spraken. Un nu ok noch Plattdüütsch.

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De Tweeschen Michael un Michael Youlden sünd Spraken-Genies.

Quelle: ZDF TERRA X Stürmer

De Spraken-Genies, Super-Polyglott-Brothers oder Spraken-Chamäleons, as de Presse se nöömt, sünd för de ZDF-Fernsehsennung „Terra X – Supertalent Mensch“ na Oldenborg in Oldenborg reist, üm in söven Daag Platt to liern. „Ein Bangbüx darf man nicht sein“, wohrschaut Matthew un lacht sik een. Dat Allerwichtigste för de Beiden: „Es soll Spaß machen und man soll keine Angst vor Fehlern haben.“ Enfach lossnacken. „Raus mit der Sprache. Sie draußen anwenden“, vertellt Michael. „So haben wir das schon früher gemacht als Kinder. Wir wollten nach Spanien und da haben wir uns gedacht: Wir müssen uns doch mit den anderen Kindern unterhalten können.“ Ehr Modder hett se een Sprachführer op Spaansch köfft un denn hebbt se Wöör un later ganze Sätze utwennig liert: „Fehler waren uns egal“, vertellt Matthew, „wir haben auf dem Markt auf Spanisch verhandelt. Und die Menschen dort haben sich gefreut. Das hat uns fasziniert“, swöögt de Beiden. „Eine einzigartige Chance, die man in vollen Zügen genießen soll“.

 Un dat doot se – egol, wo se graad ünnerwegens sünd. Se sünd niegeerig op de Spraak un wüllt mit de Lüüd snacken. Jüst so güng se dat ok in Ollenborg – ok wenn dat gor nich so eenfach weer mit dat Snacken: „Da sprechen gar nicht mehr so viele Leute Platt auf der Straße oder im Laden. Das war echt schwer, jemanden zu finden“, wunnerwarkt de Tweeschen.“ Also hebbt se eerst mol Stütt un Stöhn kregen vun Christiane Ehlers vun’t Institut för Nedderdüütsche Spraak in Bremen (INS). De hett se een beten wat över Platt bipuult. Vunwegen de Sprakengeschicht, de Grammatik un de Wöör. Un denn güng dat los – so as jümmers, wenn se een niege Spraak liert. Michael verkloort dat: „Die Wörter, die wir gehört haben, schreiben wir sofort auf Klebezettel. Auch die Bezeichnungen für Gegenstände. Die backen bei uns überall in der Wohnung. Auch ganze Sätze. Das Passiv-Lernen hilft uns sehr.“ Se höört aver ok Radio op Platt un Musikstücke, kiekt sik Böker an oder Filme un vör allen Dingen: Se snackt ok op Platt miteenanner.

Tja, un na een Week weer dat denn sowiet: Dree Platt-Experten hebbt sik anhöört, wat dorbi rutsuert is. Christiane Ehlers werr een dorvun. Ehr Urdeel: Een glatte 1: „De hebbt sik echt mit mi blots noch op Platt ünnerholln.“ De beiden Jungs sünd natürli bannig stolt op so een Note. Aver dat is nich de Erfolg, de bi se tellen deit: „Klar, Bildung und Karriere sind wichtig. Aber wir machen das nicht, weil wir das müssen. Sondern weil uns das Spaß bringt. Und wenn sich einer fragt: Warum Platt?“, lacht he, „Mann, wenn man Deutsch kann und noch eine Sprache lernen kann, die Deutsch nahe ist . . . warum dann nicht.“

Matthew un Michael sünd deep indüükert in de Spraak – se künnt nich blots snacken, se hebbt ok wat vun’e Spraken-Egenart mitkregen: „Die ist sehr direkt und humorvoll – aber auch ein bisschen sarkastisch. Aber das ist sehr, sehr schön“, swöögt de Spraakwetenschapler. Schoolmeester Michael wünscht sik, datt de Lüüd Plattdüütsch ernster nehmt: „Das ist keine Sprache zum lustig machen. Das war mal Handels- und Verkehrssprache. Man sollte diese Sprache einfach wertschätzen.“

Dorüm schull man de Minnerheiten- un Regionalspraken all bi de ganz Lütten unbedingt fördern: „Genau“, röppt Matthew dortüschen, „Michael ist ja Englischlehrer bei den ganz Kleinen. Und das ist so schön zu sehen, wie ein Kind sich dafür interessieren kann und wieviel Spaß die haben.“ De Tweeschen wüllt jedenfalls wiedermaken – mit Plattdüütsch un mit all de annern Spraken (6000 gifft dat), de se noch nich künnt: „Spraken liern is doch Kinnerkraam“, meent Matthew. Un Michael röppt vun achtern: „Un mit Spraken liern künnt ji niege Frünn kennenliern . . .“

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