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Nachrichten auf Platt Hollywood op platt in Dithmarschen
Nachrichten auf Platt Hollywood op platt in Dithmarschen
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12:00 25.01.2017
Von Heike Thode-Scheel
De Landeier maakt sik op'n Wech gegen de Banditen. Quelle: Pilotlicht

De Idee för den plattdüütschen Film hett all lang in sien Kopp rümgeistert. Dat schull een Mischen twüschen Tatort un Komödie ween – so as de Stücke in’t Ohnsorg-Theoter. Aver eben as Film. „Das ist sehr speziell“, wohrschuut sien Vadder. Un he sölben harr ok sien Twiefel. Liekers. De Landeier-Kino-Avende weern jümmers „Ausverkauft“. Un an‘ Sluss geev dat sogor standing ovations.

„Ich war platt über die Aufführungen“, vertellt de Dithmarscher Jung, „ich hatte Selbstzweifel und das Drehbuch konnte ich auch nicht so umsetzten wie ich wollte. Umso überraschter war ich über den tosenden Applaus und das Lachen an der richtigen Stelle.“

De Geschicht is flink vertellt. Dat geiht üm Geld un Drogen. Un kloor: Dor sünd ok so’n poor Klischees binn vunwegen de bösen Jungs ut‘e Grootstadt gegen de Deppen ut‘ Dörp. Aver mol de Reeg na: Jens kümmt ut Hamborg un is op’e Flucht för dree slimme Typen. Dat geiht üm een Tasch vull Geld. Tja. Nu is he in Delve in‘ Dörpskroog lanndt un versteekt sik dor. Aver de Buern, de hebbt de Büx jo ok nich mit’e Knieptang antrocken un kaamt achter sien Geheemnis. Eerst puult se em Platt bi un denn hölpt se em ut’e Patsche.

Un nu kaamt de Ganoven in’t Speel. De verstaht nämli blots Bahnhoff, denn verdorri noch Mol: De Dorfdeppen, de schnackt so  komisch. Wenn de Buer dor steiht, mit’e Fork in‘e Hand: „Seht to, datt ji vun‘ Hoff kaamt, sünst püüster ik ju wech“, denn sünd de Spitzboven doch böös verbiestert. Is jo ok Plattdüütsch, wat de dor schnacken doot in Delve. Fakt is: De Spitzboven wüllt ehr Geld trüch – aver de Delver, de hebbt noch wat in’e Achterhand. Woans heet dat doch op Platt: „Dree Dumme maakt een Klooken riek“.

„Ich hatte die Geschichte platt im Kopf“,  smuustert Mathias Schulz, de twaars Platt verstahn kann, aver mit dat Schnacken is dat nich so dull.  „Vadder schnackt zuhause Platt, Mudder weniger“, seggt de Jung ut Lohe-Rickelshof, de sik jümmers freuen deit, wenn he ut’e Grootstadt wedder na Huus kamen deit: „Also, wenn ich dann im Supermarkt oder beim Bäcker bei uns stehe und so ein älterer Herr auf Platt bestellt – dann denkt man doch gleich: Hier bin ich zuhause“, swöögt he.  

Dat Dreihbook hett he op Hochdüütsch schreven – tominnst een Aart Grundgerüst. Denn de Mediengestalter un Kameromann wull de Schauspelers  vun’e Delver Speeldeel nuch Speelruum laten to’n Spelen un Platt schnacken  „wie ihnen der Schnabel gewachsen ist.“ De sünd nämli siene Hauptdarsteller. Un in Dithmarschen bekannt as so’n bunten Hund. Se weern nich blots jümmers to Steed, wenn Mathias Schulz ropen hett, de hebbt em ok jümmers ünner de Arms grepen un bi all siene Probleme Stütt un Stöhn geven.

 Wobi: „Da gab‘s nicht gleich Applaus, als ich erzählt habe, was ich vorhabe“, vertellt de Filmemaker. „Sie mussten sich erst beraten.“ Aver as dat so is bi de drögen Dithmarscher:  Eerst heet dat „man suutje mit de jungen Peer“ un denn sünd se Füer un Flamm. „Die Delver haben sich richtig reingehängt“, swöögt he, „die haben mir den Rücken frei gehalten.“

Denn dat is jo nu wiss nich so eenfach, so’n Film blangen de Arbeit to dreihn. Un denn noch ahn veel Geld. He hett op Filmportale anfraagt, ob een mitspelen will: „Ich habe ihnen natürlich reinen Wein eingeschenkt, dass ich nichts oder nicht viel bezahlen kann“, sineert de Alleskünner. Liekers hebbt de Lüüd toseggt – aver an‘ eersten Dreihdag stünn he miteens alleen dor. Keeneen weer kamen, keeneen harr afseggt. Tominnst twee junge Schauspeler (Lena Kluger un Hannes Träbert) un de Delver Speeldeel sünd bi em bleven. Liekers  weern de Dreiharbeiten een groot Problem: „Der eine Schauspieler kam aus Bremen, die andere aus Hamburg, dann musste die Gaststätte frei sein, dann waren Schichtarbeiter unter den Schauspielern, dann war da ein Landwirt dabei, der seine Tiere versorgen musste – ich musste viele Kompromisse eingehen.“ Veer Maande hett he för de Dreharbeiten bruukt – avends un an‘t Wuchenenn hett dat denn heten: „Kamera löppt.“ „Die Drehtage hatten zwei Gesichter: Das gab Zeiten, wo alles klappte und die Leute mich 100 Prozent unterstützt haben. So wie die Delver. Da kannst du Pferde mit stehlen. Und dann haben mich Leute am Abend vor den Dreharbeiten einfach hängen lassen.“

De Bösewichte ut Hamborg to’n Bispill. De speelt nu sien Frünn. Un twaars richtig goot. Mathias Schulz hett för jedeen Rull extra een Charakterbild schreven: „Ich habe ihnen erklärt, wie sie rüberkommen sollen. Dass sie nicht zu komisch wirken dürfen.“

Aver Stück för Stück weer denn de Film doch noch in’ Kassen, freut sik de Regisseur, de all’ns sölben maken müss: Kamera, Schnitt, Regie, Dreihbook, Licht . . . „Ich bin froh, dass ich das alles als Mediengestalter gelernt habe. Dass man auch die anderen Gewerke gut kennt.“ Ok wenn „das nicht immer das war, was ich haben wollte. Aber im Nachhinein ist es ein super Film geworden“, meent de Dithmarscher Jung trüchhöllern. Eben so’n lütt Stück Hollywood op Platt in Dithmarschen. www.pilotlicht.de

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Nachrichten auf Platt Dat Hamborger Theoter geiht op Abstecher na Südafrika - Ohnsorgs op Reis na Kapstadt

„Touristen und Geschäftsreisende kommen oft nach Namibia, aber das gleich ein ganzes Schauspielensemble samt mitgereister Fans in der Hauptstadt aus dem Flugzeug klettert, gibt es wahrscheinlich nicht jeden Tag . . . Begleitet von zahlreichen Kulturfreunden reisen acht Schauspieler und Angehörige des Ohnsorg-Theaters, Dekorationen, Requisiten und Kostüme per Flugzeug nach Namibia“, so stünn dat för tein Johr in’e „Allgemeine Zeitung Namibia“ binn.  Nu will sik dat Ensemble mit Chef Christian Seeler wedder op’n Wech na Afriko maken. Dütmol schall de Reis na Kapstadt gahn. Sotoseggen mit Kind un Kegel. Twaars ahn Kulissen un ahn Pütt un Pann (de klüütert se in Kapstadt na de Pläne ut Hamborg) – aver mit Ohnsorg-Fans un Leser vun’t Hamborger Avendblatt. An 17. März geiht dat grote Aventüür los.

Heike Thode-Scheel 13.01.2017
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„Uns geiht‘t doch ganz goot mit dat, wo wi leevt, mit dat, wat wi hebbt“, singt de „Tüdelband“ op ehr niege CD „Ganz goot“. Un dat, wat se dor singen doot, dat föhlt se ok so. Mire, Malte, Micha un Lars geiht dat richtig goot mit ehre sülvstmaakte plattdüütsche Musik. Platt-Pop nöömt se dat. Siet söven Johr dreiht sik bi de dree Jungs un de eene Deern all’ns üm’e Musik. Op’e Bühn un ok in’t echte Leven.

Heike Thode-Scheel 15.12.2016
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„Woans schnackt de Norden?“ dat hebbt sik Spraakexperten ut söss verscheden Unis in Norddüütschland fraagt. In  ehr Projekt SiN geiht dat siet 2008 üm de „Sprachvariation in Norddeutschland“. Ünner de Leit vun de Kieler Christian-Albrechts-Universität  sünd de Unis Hamborg, Bielefeld, Potsdam un Frankfurt/Oder bigahn un hebbt de Lüüd bi’t Schnacken tohöört. Un twaars twüschen Nord- un Ostsee un twüschen Oder un Rhein. Dat geiht üm de sonöömte „Sprachwirklichkeit“. Gifft dat bi uns in‘ Norden sowat as een Ümgangsspraak? Woveel Platt steekt in uns Hochdüütsch binn? Un ümgekehrt: Woveel Hochdüütsch rutscht in‘t Plattdüütsche rin? Nu hebbt de Wetenschapler för ehr Studie den Wissenschaftspries 2016 kregen.

Heike Thode-Scheel 02.12.2016