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Nachrichten auf Platt "Holstein ist schöner als irgendein Land"
Nachrichten auf Platt "Holstein ist schöner als irgendein Land"
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12:00 30.07.2018
Von Heike Thode-Scheel
"Zu Mittag in Ploen. Hier hätte ich gern bleiben mögen . . ." Quelle: Ulf Dahl

Veele Städte in Sleswig-Holsteen hett Klaus Groth bereist: Mol tosamen mit sien Fru Doris, oftins alleen, mol is Klaus Groth op Besöök west bi anner Dichter, Musiker un Denker in’t Land, mol is he as Literatur-Perfesser ünnerwegens west, mol op Erholen un mankmol ok enfach, üm den Kopp frie to kriegen.

Heide:

1859 geiht dat in Groths Heimat. Doris swöögt: „Unsere Reise nach Dithmarschen hat mich sehr entzückt, sowohl Land wie Leute, die echte Kinder des Landes sind . . . einfach, schlicht, viel Verstand u. praktisches Gemüt.“ Sien leevst Revier weer sien Heimat rund üm Heid. In Lüttenheid, in‘t ole Handwarker-Viddel, dor steiht hüüt noch sien Geburtshuus.  „Ich bin in Heide, dem Hauptflecken der Nordhälfte des Ländchens Dithmarschen  aufgewachsen . . . In unserer ganzen Feldmark kannte ich jedes Fleckchen Land . . . jede Koppel hatte ein Gesicht und eine Geschichte . . .“ so schrifft Groth vull Leev. He stromerte geern in’e Gegend rüm as lütten Buttjer.

Tellingstedt, sien Paradies:

„Von da beginnt die herrliche Waldgegend der Ditmarschen Höhen. Nach Osten zu liegt das Dorf Holm, oder Süderholm, die Holzungen Beenwohld und Norderwohld und das Kirchdorf Tellingstedt.“ Ut Tellingstedt kümmt Groths Modder: „Ik keem dar öfter, des Jahrs wenigstens een oder en paar Mal . . . Tellingstedt blev min Paradies. Hin gung’t jümmer mit Freuden un weg selten ohn Ween’n.“

Ol Büsum

Twölf Meilen wieder na de Küst hin, dor leeg „Ol Büsum“: „Büsum heet de Flecken un liggt in de Südwesteck vun Dithmarschen . . . man keem as Frömder fröher am besten darhin, wenn man sik, wo de Isenbahn opheel, etwa in Glückstadt en Wagen nehm, man harr denn noch veer bet fiv Stunn dörch’t gröne Land to fahrn .  . .“, schrifft Klaus Groth in sien Vertellen „Eine Dorf-Idylle“. Un wat kunn een anno dunnemol noch in’t Strandbad maken: „Ik keem jüs na Büsum hindal um mi en beten Strandwin intokopen, de dar verbolt war.”

Landkirchen/Fehmarn

Vun’e Nordsee, vun Heide,  geiht de Reis nu an’e Ostsee. För lange Tiet. Na Landkirchen op de Insel Fehmern. Nich to’n amüseern. Groth weer nämli böös malaad: „Mut und Kraft und Lebenslust war dahin. Wie ein Wrack brach ich zusammen . . . 1847 ging ich krank nach Fehmarn zu einem Freunde – auf Fehmarn enstand der Quickborn.“ De Fründ weer sien Studienkolleg un Organist Leonhard Selle: „Auf Fehmarn lebte und arbeitete ich in der Einsamkeit einer Insel 5 Jahre; oft war ich in 5-7 Monaten nicht aus dem Schlafrock und Pantoffeln . . . 1852 im November erschien die erste Auflage des Quickborn. Sie war sogleich vergriffen“, schreef Groth stolt in sien Levenserinnern.

Lütjenburg

Vun Fehmarn hett he sik denn op’n Wech trüch na Kiel maakt. Tosamen mit sein Broder Jehann. Wiet is he op de Reis nich kamen, schrifft sien Fründ Karl Müllenhoff 1853 in en Breef an Fontane: „Seit reichlich einer Woche liegt mein Freund und Landsmann Kl. Groth krank darnieder in einem Städtchen des östlichen Holstein . . .“ Dat Städtchen weer Lüttenborg. Veer Weeken müss he dor in een Gasthuus tobringen.

Sleswiger Sängerfest

Musik hett in Klaus Groths Leven en groot Rull speelt. He weer Maat bi de Heider Liedertafel un hett sik  op’n Wech na Sleswig maakt:  „1844 sangen wir zuerst zusammen unsere Nationalhymne, die seitdem viel gesungene, auf dem Schleswiger Sängerfeste“, so Klaus Groth in een Handschrift.

Niemünster

In Niemünster is uns Dichtersmann mit Kronprinz Friedrich den Bohnstieg langspazeert. Un dat keem so: „Am Ende der Badezeit ließ mir der Kronprinz von Föhr telegraphieren, ich möchte . . .  am Tage seiner Rückreise nach Neumünster kommen. Er habe dort einige Zeit, mich zu sehen . . .“ De beiden hebbt dor över de Universität schnackt un vör allen över den „Quickborn“. Dor hett de Kronprinz nämli jümmers sien Familie ut vörleest.

 Staschoon in Aschebarg:

As Emanuel Geibel storven weer, hett Klaus Groth an Theodor Storm schreven: „Wenn möglich, triff mich in Ascheberg. Wir sind es Geibel schuldig, dass wir ihn zu Grabe geleiten.“ Storm kunn nich, aver Groth is to dat Ehrenbegrävnis na Lübeck anreist. Un hett in Aschebarg Staschoon maakt.

Plön, Preetz, Sophienhoff

In’e Ostholsteensche Gegend weer de Dichtersmann to üm to geern ünnerwegens. To’n Bispill op Pingsttour mit’n goden Frünn. Dat weer 1858. Vun Kiel na Plön güng dat mit‘ Peergespann. Vörbi an Preetz un  Sophienhoff. In Plön hebbt de beiden slapen, denn güng dat wieder över Fegetasche, Adlerhorst un Fissau na Eutin. Groth schrifft in‘n Breef an Louise Petersen:  „Wir gingen gestern von Kiel ab, fuhren nach Plön, gingen heute zu Fuß um den Dieksee, Kellersee, Ugleisee hierher. Holstein ist schöner als irgendein Land . . . Nie ist man einsam, immer Grün oben, unten, an allen Seiten.“

Holsteins Schweiz

Villicht is Klaus Groth sogor schuld, datt de Gegend üm Malente rüm sik „Holsteinische Schweiz“ nöömt. 1877 is de Dichter nämli in Bruhnskoppel in‘ Gasthoff inkehrt un wieldatt dat dor so schön weer, schreev he en Riemel in’t Gästebook: „Bruhnskoppel bleibet für alle Zeiten der schönen Landschaft höchster Reiz, es ist der Rigi-Kulm von Holsteins Schweiz.“ (De Rigi-Kulm is’n hogen Barg in’e echte Schweiz)

Kiel: Welche himmlische Stille

„1853 brachte mein Bruder mich nach Kiel“ . . . schrifft Groth. Un twaars to Foot, denn he kunn dat Rumpeln vun‘ Wogen nich utholln. Dat weer na sien slimme Krankheit. Un dat Dampschipp harrn se ok verpasst.  In Kiel hebbt de Kieler Frünn em een „behagliches Junggesellenheim“ inricht. Un twaars in de Kieler Seebadeanstalt. De Dichtersmann swöögt: „Welche Ruhe sonst, welche himmlische Stille! Aus meinen Fenstern sah man an den Kieler Hafen hinaus, links den Düsternbrook (Wald) ganz nahe, wie eine grüne Wölbung ansteigend, rechts Ellerbek das Fischerdorf, und die Mündung der Swentine .“

1857 liert he sien Fru Doris Finke kennen: „Wir fuhren im Boot nach Düsternbrook. Dort lebten wir sieben Wochen unter einem Dach und waren den ganzen Tag zusammen . . .“

Per Boot nach Neumühlen

Na de Verlobung hebbt de Bruudlüüd in‘ Juni 1859 een Fohrt dörch Holsteen maakt. Doris weer Füer un Flamm: „Morgens um 7 Uhr fuhren wir fröhlich . . . per Boot nach Neumühlen bei dem schönen sonnigen Morgen. Dort wartete unser Stuhlwagen . . . Ich sollte das schöne Holstein sehn . . . Hügel, Wald Wiesen, Felder, große Seen, kleine Seen . . .“

Wunderbare, großartige Aussicht

„Am 29ten sahen wir Neumühlen, Oppendorf, Rasdorf, die Rasdorfer Papiermühle sehr schön gelegen. Die Swentine rauschend im künstlichen Bett . . .“ Se hebbt Staschoon in Selent maakt, sik dat Slott Blomenborg ankeken un sünd bi Panker op’n Hessensteen ropkladdert: „Wunderbare, großartige Aussicht auf die Ostsee . . .“ swöögt Doris Groth in ehr Daagbook.

Zu Mittag in Ploen

An‘ nächsten Dag güng dat denn wieder över Schönweide, Rantzau un Plön: „Zu Mittag in Ploen. Hier hätte ich gern bleiben mögen . . . Ploen von lauter Seen umgeben . . . ich wünsche mir sehr, an den Plöner See zurückzukehren.“

Eutin, wo wir schön logierten

Avends kemen se in Eutin an, „wo wir schön logierten und prächtig schliefen.“ Vun dor güng dat na Lübeck. Un denn mit’e Isenbohn na Ratzeborg. Un wat romantisch dat dor weer: „Wir . . . sahen eine alte Kirche u. einen schönen Sonnenuntergang.“

Per Schnelldroschke na Kiel

1859 heiraat de beiden. „Wir reisten  . . . per Schnelldroschke von Bremen nach Hamburg . . .“ un denn na Kiel, „das nun mein Heim werden soll.“ Hier wahnt se  eerst to Miete. 1866 hebbt se dat Huus  an‘ Schwanenweg buut. Fief Kinner kaamt dor to Welt. Un mit de hett Klaus Groth sien Freud: „Macht euch zurecht, Kinder. Wir wollen einmal nach der Forstbaumschule gehen!“ Und dann ging es durch die Buchenhallen des Düsternbrooks und bei Forsteck vorbei oder hoch über die Koppeln zwischen Knicks und Haselnüssen . . .“, schrifft sien Fründ un Naver Geert Selig.

Reizende Tour durch Schleswig und Angeln

To ehrn eersten Hochtiedsdag maakt de Beiden een Reis na Flensborg un Kappeln: „Wir machten in einem für 5 Tage gemieteten Wagen eine sehr hübsche reizende Tour durch Schleswig u Angeln . . . am 1ten Tag nach Schleswig, dessen wahrhaft prachtvolle Lage an der Schlei mich sehr entzückte . . . 2ten Tag nach Flensburg. Groß, interessant, viel Leben, herrlicher Hafen . . . 3ten Tag . . . Klaus nach Glücksburg.“ Dor hett de Dichter den König Dank seggt för en levenslanges Salär.

Hübsche Touren zu Wagen

Ok laterhen is de Dichtersmann geern mit sien Doris op Tour gahn. 1862 hebbt se ehr Leeven to Besöök – man dat „Wetter könnte besser sein. Doch haben wir schon hübsche Touren gemacht zu Wagen nach Eckernförde, nach dem Rönner Wald . . . nach Flintbek, einmal zu Wasser nach Holtenau.

Herrliche Ausfahrten

In‘ Sommer 1863 noteert se: „Gestern machten wir eine herrliche Ausfahrt, Burghorst, Lindhöft, Noer, Grünwald, Hohenhain, Dänisch-Nienhof, D’hagen, Holtenau, Kiel.“

. . . aber Holstein blifft Best

Tweemol sünd Klaus un Doris Groth op’n Bungsbarg west: 1869 weern se eerst in Gremsmöhlen un an‘ tweeten Dag „auf dem Bungsberg, wo wir die herrlichste Nah- und Fernsicht hatten.“ 1871 sünd se noch mol in’t Forsthuus west un de Dichtersmann hett in’t Gästbook riemelt: „Ik kenn Nord un Süd, denn de Welt is wit. Ik kenn Ost un West, aber Holstein blifft dat Best.“

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Nachrichten auf Platt Book op Hoch un Platt över uns Küsten-Vagels mit wunnerbore Biller vun Steffen Walentowitz - Hier püstert de Seewind rut

„Dat schall nich as so‘n Schoolbook ween“, meent Teekner Steffen Walentowitz un smuustert, „dor mutt de Seewind rutkamen un de Vögels mööt dor rutpickern!“ Un dat is em echt glückt in sien nieges Book „42 Vögels van uns Küst“. Meist musst du oppassen, dat de lütt flinke „Keen-Tied“ (Sanderling) nich miteens ut de Siet ruttippelt kümmt. De süht op dat Bild so fidel ut. In düt Book warrd aver nich blots de Vagels in wunnerbore Biller wiest, du kriggst ok een Barg to weten över ehr Besünnerheiten. Op Hoch un op Platt. En Vagel is to’n Bispill so lütt as en Lünk, man de flüggt alleen vun Kanada över den groten Atlantischen Ozean hin an uns Küst. Dat gifft een annern Vagel, de is so flink as‘n Rennauto. Un dat gifft Vagels, de in‘ Summer as Steerns op’e Nordsee glinstern doot. Aver dat Allerbeste, dat sünd de Naams, de wi Plattdüütschen uns Frünn mit de Feddern geven hebbt.

Heike Thode-Scheel 13.07.2018

„Ich hab‘ da eine Frage: Ich kenn‘ von früher so ein Gedicht, da kommt Hein drin vor und irgendwas mit Weihnachten. Das haben wir damals in der Schule gelernt. Können sie mir helfen?“ Kloor kann ik dat – tomeist jedenfalls.  Denn wöhl ik so’n beten in’t Nett rüm oder kiek in mien Platt-Schapp na oder ik fraag ok mol de Experten. Dat gifft nämli middewiel veele verscheden Steeden, wo de Plattschnacker Hölp finnen künnt. Ob dat nu üm en Gedicht geiht, üm en wetenschapli Fraag, üm Översetten, üm Texte, üm Arbeitsmateriol, üm Fragen to de Regionolspraak, üm Veranstalten, Förderungen  oder üm de Rechte vun‘e Plattdüütschen. För jedeen Fall gifft dat en Instituschoon oder en Person, de Stütt un Stöhn geven deit.

Heike Thode-Scheel 29.06.2018
Nachrichten auf Platt Buernhoff-Pädagogik: Siet 25 Johr der Renner in Sleswig-Holsteen - Magic moments op Platt

„Boah, das riecht hier drinnen so komisch“, jault de lütt Lazar, as he in‘ Kohstall rinkümmt. He höllt sik lever glieks mol de Nees to un kiekt wat opsternaatsch. „Iigitt, die kackt“, röppt en anner Buttjer. Liekers will he de Swattbunte geern mol an’e Nees anfaaten: „Iii, das fühlt sich ganz glibschig an.“ Un as denn noch de lange Tung op em to kümmt, nimmt he Rietut. Fatma Nur dorgegen hett all de lütt Schüffel in’e Hand un will de Köh fodern. Se is Füer un Flamm: „Wir sind jetzt Kuhmenschen“, seggt se wiss un truut sik noch en lütt Stück dichter an den groten Kohkopp ran. Un swupps . . . warrd se eenmol vun’e Koh afslickt. Man se lacht sik en. „Die Kühe essen aber komisch“, wunnerwarkt Machmut un schüfft dat Heu wat dichter an’e Koh ran: „Ich hab‘ jetzt eine Kuhfreundin“, swöögt he stolt. Das war soooo toll!“ „So, denn wüllt wi mol de Köh rutlaten“, röppt Birgit Erichsen dortwüschen un denn suust de ganzen Kinner los. „In‘ Kohstall warrd nich rennt!“ wohrschaut se un lacht sik en. Se kennt dat all. Denn siet twölf Johr  maakt de Buersfru op ehrn „Buernhoff „Schnepfennest“ bi Dannewerk nu all „Bauernhof-Pädagogik“. An‘ leevsten op Platt – aver se kann ok Hochdüütsch.

Heike Thode-Scheel 14.06.2018