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Nachrichten auf Platt Nu liert de Haasen Plattdüütsch
Nachrichten auf Platt Nu liert de Haasen Plattdüütsch
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08:50 17.04.2012
Von Heike Thode-Scheel
So süht dat ut in de Hasenschool - dor liert se ook dat Eier anmoolen. Quelle: Esslinger-Verlag

Över eene Million Mol hett sik dat middewiel verköfft. Aver wat weern de feinen Haasen-Riemels vun Albert Sixtus ahn de passen bunten Biller vun den Teekner, Grafiker un Moler Fritz Koch-Gotha? Wohrschienlich nix. Albert Sixtus jedenfalls hett op siene Fru höört un de Verse glieks na Leibzig schickt – an den Alfred Hahn Verlag, de all veele anner Billerböker maakt hett: „Der Verlag beauftragte Herrn Fritz Koch-Gotha mit der Illustration meiner Verse. Der berühmte Künstler nahm den Auftrag an und schuf 1923 in genialem Wurf seine humorvollen Bilder, die Klein und Groß verzückten“, schrifft Albert Sixtus in sien Biografie.1924 kümmt dat lütte Haasenbook rut. Un dat is een Renner. Tweehunnertdusend Böker sünd op’n Slag verköfft. De Kinner hebbt de lütten Haasenkinner Hans un Greten, Lieschen, Mine un Max in ehr Hart slaaten. Offschonst dat dor bi de Haasens jo örnli streng togeiht. Dor hett allns sien Ordnung – ob nu tohuus oder in de Haasenschool. „Eh‘ sie eine Antwort geben, müssen sie die Pfötchen heben“ . . . un Haasenmax, de Bösewicht, de mutt sik sogoor in de Eck stellen un „Buße tun“. Un wieldatt he gor to böös is un ook noch dat Kleed vun Haasenlieschen twei reeten hett , treckt em de Schoolmeister ook noch de Ohren lang.  

Dor regeert noch „Zucht und Ordnung“ – in de eersten Utgaven, dor klemmte bi Hausmann, den Schoolmeister, sogaar noch een Stock ünner den Arm! Den hebbt se üm 1950 rüm aver leever wechlaaten. Eegentli sünd se jo ook ganz ardig, de Haasenkinner. Se liert flietig wat över Plantenkunn un Goornarbeit, se musizeert un singt un danzt. Un se liert den olen, bösen Voss kennen, dat gnadderige Deert. Natürli maalt de lütten Haasenkinner ook Eier an. Wokeen dat nich hinkriggt, de kann ook keen Osterhaas warrn. So eenfach un schöön is dat dor in’t Haasenland. „Wär‘ ich nicht ein Kindelein, möcht‘ ich gleich ein Häschen sein . . .“ heet dat in de letzten Reegen vun de Geschicht. Dorbi is Albert Sixtus eegentli gor keen Häschen-Fan, sünnern een Fan vun de Heinzelmännchen. De lütten flietigen Wichtel sünd sogor schuld dor an, datt Albert Sixtus Schrieversmann wurrn is. Un dat keem so: Sien grooten Broder Walter harr mol een wunnerschönes Heinzelmännchenbook. Dat güng verloorn, as se in een niege Wahnung trocken sünd. Un so hebbt se ümmer versöcht, de Riemels butenkopps optoseggen. Aver dat nützt nix: „Eine Sehnsucht hatte ich nach dem Buch gehabt, das lässt sich gar nicht beschreiben. Als kleiner Knirps . . . bin ich immer und immer wieder zum Schaufenster des Buchhändlers gelaufen, um nachzusehen, ob er’s mal ausstellt. Vergebliches Hoffen . . .“

 As lüerlütten Buttjer fangt he an, Biller to molen un as he endli lesen un schrieven kann, kaamt lütte Riemels dorto. Un denn kriggt em Oberlehrer Wagner merrn in de Stünn bi de Büx: He harr in sien Heft rümmaalt un nich oppasst. Albert Sixtus kennt em noch nipp un nau, den Snack vun sien Schoolmeister: „Der Sixtus ist an Künsten reich, ein Maler und Dichter zugleich!“ Dat weer fründli meent, aver siene Schoolkameroden hebbt sik een feixt un em weer de Lust op Heinzelmännchen eerstmol vergahn: „ . . . dass ich zwanzig Jahre brauchte, ehe ich zu meiner alten Jugendliebe zurückkehrte.“

Dat weer 1922, in de Nacht, as he de „Häschenschule“ in een Rutsch riemelt hett. Een Bestseller,  bit hüüt.

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