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Nachrichten auf Platt Wokeen will wull dicke Pött' kieken in'e Sailing City?
Nachrichten auf Platt Wokeen will wull dicke Pött' kieken in'e Sailing City?
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13:45 23.10.2017
Von Heike Thode-Scheel
Siet 15 Johr warvt de Stadt Kiel mit'n engelschen Slogan. Quelle: HFR
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Un wat hett dat Ganze nu mit Marketing to doon? Is doch kloor: De Spraak warrd „Mittel zum Zweck“. Vunwegen „Funktionalisieren“. Een Bispeel is dat Woort „lütt“. Dat hett sik in’t Hochdüütsche nämli so peu á peu rinsliekert: „Wenn man es im Hochdeutschen benutzt, dann bleibt die Bedeutung zwar gleich. Aber es ist nicht mehr neutral. Im Hochdeutschen verwendet heißt das: „Achtung, ich komme aus Norddeutschland  und ich fühl mich meiner Heimat verbunden. Das Enregisterment führt dazu, dass Wörter gezielt eingesetzt werden, um einen bestimmten Effekt zu erzielen“, verklaart de Sprakenexperte ut Kiel. Un dor sünd wi denn wedder bi’t Marketing.

Dat geiht so vör sik: De eerste Stufe is: Een schnackt so, as een dat Muul wussen is. De tweet Stufe: Dor kümmt een Frömden an un markt: Dat is een Plattdüütschen. In de drütte Stufe fangt de nu an un överleggt sik: „Ich flechte Platt mit in meine Sätze ein und signalisiere: Ich bin norddeutsch. Die Sprache bekommt damit eine bestimmte Funktion“, vertellt Elmentaler. „Das ist prädestiniert für Werbung, Politik und Marketing.“

Twaars is dat een Aart „ausgedachter Sprache, die wenig mit der echten Sprache zu tun hat. Ein Mischmasch, der abbilden soll, was man mit dem Norden assoziert“ – man se hett een Vördeel, so de Kieler Perfesser: „Damit kann man gut werben als Stadt.“

He fraagt sik blots, worüm uns Lanneshauptstadt dat nich deit: „Kiel sailing city“ – „Dass sich eine Stadt so einen Slogan gibt“, dat kann he nich verstahn, „da wird doch eine Ressource nicht genutzt“. Un he fraagt sik nich to Unrecht, worüm de Stadt „so eine internationale Ausrichtung“ hat mit vielen Anglizismen: „Kiel verzichtet auf ein sprachliches Merkmal. „Ich habe nichts gegen Anglizismen – aber warum wird das so gemacht?“

 In de Lanneshauptstadt gifft dat jo as Spraak ok nich blots Platt, sünnern ok noch en anner Varietät: „In Kiel gab es ja auch das Kieler Missingsch. Aber das ist ganz aus der Erinnerung verschwunden und wird auch nicht mehr genutzt“, wunnerwarkt Elmentaler. Ganz anners as to’n Bispill in Hamborg.

De Fraag is: Worüm maakt de Geschäfte un de Stadt nix ut düssen Spraken-Schatz? Elmentaler wunnerwarkt ok noch över een anner Saak: „Es gibt eine große Diskrepanz zwischen der Politik und dem, was die Stadt macht. Die Politik interessiert sich sehr für die niederdeutsche Sprache.“ Dat kann een to’n Bispill an’e 29 Modellscholen Platt sehn oder dor an, woveel Stütt un Stöhn de Spraak vun’e Lannesregeern kriegen deit.

 „Die Stadt Kiel könnte schon mit Platt  werben. Aber wenn sie auf den Zug nicht aufspringen wollen . . .“ seggt de Sprakenexperte un tuck mit‘e Schullern. „Kommodifizierung“ is dat Töverwoort. Dat kümmt eegens ut’e Soziologie  - aver de Spraakwetenschapler bruukt dat ok in ehr Rebeet. Un twaars wenn een Spraak „kommodifiziert“ warrd. Denn warrd se „Gegenstand kommerzieller Transaktionen“. Op Platt verklaart: All de T-shirts mit „Schietwedder“ op oder mit „Deern“ oder „Löppt“,  dat sünd Bispeele för „Kommodifizierung“. Dor sett een sien Dialekt oder lütte Spraak in, üm Saken to verköpen.  Wieldatt de Dialekt een ganz besünneres Geföhl bi de Lüüd utlösen deit as Heimat oder Tohuus.

Michael Elmentaler schnackt denn vun’e „Funktionalisierung der Sprache“. Wat sik so’n beten negativ anhöörn deit, finndt he nich wieder slimm: „Das trägt sicher nicht dazu bei, dass die Sprache erhalten wird. Aber man sieht doch, dass es die Sprache gibt. Sie ist präsent.“ Slimm warrd dat aver, wenn dat blots noch op Schnacks un besünnere Begriffe rutlopen deit, „dann wird man der Sprache nicht gerecht. Dann ist das eine inszenierte Sprache“, verklookfidelt he deepdinkern.

So’n Aart nieges Spraakregister kann aver ok wat Besünneres ween: „Schön, dass das Sprachliche so eine Rolle spielt“, smuustergrient de Kieler Perfesser. Un wokeen nu meent, dat Thema is wat för de Wetenschapler in ehr Elfenbeentoorn – de is op’n Holtwech: „Enregisterment-Prozesse – das ist ein großes Forschungsthema, auch international“, verdefendeert Michael Elmentaler, „das ist ein relativ modernes Phänomen. Da ist die Werbeindustrie aber schnell drauf gekommen.“ Blots nich in Kiel. Dor hebbt se schients noch nix dorvun höört. Löppt? Nee, in Kiel

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Nachrichten auf Platt Fleederbeern maakt gesund - un sünd so lecker - De Medizinschapp vun'e Buern

„Kiek ins blots mol, mien lütt Deern:

all de swatten Fleederbeern!

Morgen fröh, wenn allens glückt,

morgen fröh, denn ward se plückt!

Strippeln ... rin noh’n Putt, sühso!

Lütte Appelstücken to ...

Woter ... Sucker ... Klüten dreihn,

dorijo, dat ward mol fein!“

 

Dor löppt een doch dat Water in‘ Mund tosamen, wenn een de wunnerboren Reegen vun den sleswig-holsteenschen Dichtersmann Emil Hecker lesen deit. Wat is dat doch för’n Genuss, so’n Fleederbeersupp mit Appeln un Klümp! Un dat Schönste: De kannst du glieks vör dien Huusdöör plücken. Tominnst bi uns op’t Land. Keen Buernhoff, wo nich tominnst een Fleederbeernbusch an’t Huus oder an’e Schüün stahn deit. Un dat hett ok sien gooden Grund: „Holunder vor den Stall gepflanzt, schützt das Vieh vor Zauberei und Behexung. Wehrt überhaupt der Verzauberung und allem Bösen“, steiht in een uroles Book binn. Sogor gegen Blitz un Füer schall de Busch hölpen.

Heike Thode-Scheel 21.09.2017
Nachrichten auf Platt "Plattdeutsch ist (k)eine Kunst" - Nieges Book - Grote Kunst op Platt verklaart

Kunst hett veele Sieden – mol schön, mol viegelliensch, mol snaaksch, mol klor un düütli, mol niemoodsch un mol oldbacksch, mol bunt as’n Regenbogen un mol gries as Regenwedder in Sleswig-Holsteen. Un jüst so is dat ok mit uns Mundarten, meent Schrieversmann un Ideensammler Hartmut Ronge: „Dialekte machen großen Spaß, sind originell und reizvoll – Plattdeutsch ist eigenständig und direkt, manchmal deftig, aber immer liebenswert und sehr lebendig“, meent de Experte för Kommunikation un Marketing. Ut Kunst un Dialekt hett he nu wat feines tosamenschoostert: „MundArt“ heet de Reeg mit Böker över Kunst un Mundart. Eens dorvun is wat för Plattschnacker, de för Kunst swögen doot: „Plattdeutsch ist (k)eine Kunst“.

Heike Thode-Scheel 07.09.2017
Nachrichten auf Platt Plattdüütsche Narichten: Vun Afgas-Schandaal bit G20-Krawall - 40 Johr Nieges ut alle Welt

De eerste plattdüütsche Naricht in’t Radio weer man blots veertein Sekunnen kort: „De Tall vun de Arbeitslosigkeit in de Bundesrepublik is in‘ verleeden Maand wieder daal gahn. Se steiht nu op 911 239.“ Dat weer 1977 op de Hansa Welle vun Radio Bremen. Middewiel höört de Platt-Narichten in’t Programm rin as de Bodder op’t Broot. Vun Maandag bit Sünnavend heet dat bi Bremen eins: „De Klock is halvi ölben – de Narichten“. Un dat siet veertig Johr.

Heike Thode-Scheel 31.08.2017
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