23 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
20 neue Medienscouts

Hilfe für jüngere Schüler 20 neue Medienscouts

Sie sind selbst noch jung und wollen den noch Jüngeren helfen. 20 Mädchen und Jungen der Jungmann-, Peter-Ustinov- sowie der Grund- und Gemeinschaftsschule Eckernförde lassen sich momentan gemeinsam zu Medienscouts ausbilden.

Voriger Artikel
Kirchensanierung kostet 1,9 Millionen
Nächster Artikel
Junge Europäer tagen

Sie wollen den Jüngeren helfen (von links): Alina, Maya, Svea, Tim, Lina und Il gehören zu den 21 Jugendlichen, die sich zurzeit zu Medienscouts an den Schulen ausbilden lassen.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde.  Dabei sind sie bereits sehr engagiert: Sie sind schon tätig als Streitschlichter und sorgen für Konfliktbewältigung zwischen den Schülern in ihren Klassen. Doch der Bedarf ist groß, und der Umgang mit Medien führt immer wieder zu kleinen und größeren Problemen.

 Zwei Schüler berichten von Vorkommnissen, wo Hilfe dringend nötig war. Sie möchten aber anonym bleiben, damit die betroffenen Personen nicht zugeordnet werden können.

 Ein Schüler, 15 Jahre alt, steht für einen klassischen Problemfall: Er hatte von sich ein Nacktfoto verschickt, ein anderer hat es ins Netz gestellt. Innerhalb von drei bis vier Tagen haben es alle an der Schule gesehen. Er versuchte, sich über Facebook aus der Sache herauszureden, doch es nutzte nichts. Erst als es den anderen langweilig wurde, sich mit dem Thema zu beschäftigen, verebbten die Kommentare.

 Eine andere Schülerin erzählt, dass in ihrem Umfeld jemand massiv gemobbt wurde, regelrecht ein „Anti-Chat“ gegen diese spezielle Person eingerichtet wurde.

 Die 20 Schüler, die an diesem dreitägigen Workshop teilnehmen, sind sich einig: Hätten wir vor ein paar Jahren gewusst, was mit all den Daten geschieht, die sie ins Netz gestellt hatten, wären sie nicht so leichtfertig mit dem „posten“ gewesen. Schulsozialarbeiter Daniel Frank, der im Jungmann-Gymnasium und in der Peter-Ustinov-Schule arbeitet, hat die Sozialpädagogin Mareike Häseker an seiner Seite, um mit den Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren die Vor- und Nachteile der verschiedenen Kommunikationsebenen zu erarbeiten. An drei Tagen von 9 bis 18 Uhr entwickeln die Jugendlichen Strategien, um den Fünft- und Sechstklässlern in Zukunft Hilfe beim Umgang mit den üblichen Medien zu geben. Sie sollen für die bis zu 600 Schüler der drei Schulen, die meist im Alter von zehn oder elf Jahren den Einstieg in die Handy-Kommunikation wagen, Ansprechpartner sein.

 „Es ist keine neue Erkenntnis, dass Jugendliche, die selbst bereits umfangreiche Erfahrungen mit den Medien gemacht haben, für die ganz jungen Schüler glaubwürdigere Quellen sind als Erwachsene“, so Mareike Häseker. Dem kann Daniel Frank nur zustimmen. Und über die Medienscouts sei die Hemmschwelle nicht so hoch, gemeinsam den Weg zum Schulsozialarbeiter zu finden, der in ernsthaften Fällen Hilfe anbietet. Ein Leben ohne WhatsApp können sich die Schüler jedoch nicht vorstellen. „Für uns ist das ein wichtiges Instrument, um uns zu verabreden“, sagt Hannes (16). Wichtig sei jedoch zu wissen, was man von sich preisgebe.

 Gefährlich werde es dann, wenn man unbedacht handele und beispielsweise über YouNow live aus dem Kinderzimmer berichte, gibt Häseker zu bedenken.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Eckernförde 2/3