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Protest gegen Kiesabbau

Brekendorf Protest gegen Kiesabbau

Etwa 726000 Kubikmeter Sand und Kies sollen in Brekendorf abgebaut werden - gegen den Willen der Gemeinde. Rund 200 Brekendorfer demonstrierten jetzt gegen die Entscheidung des Kreises.

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200 Einwohner gegen den Kiesabbau in Brekendorfs Norden: Vor dem Demonstrationszug in Richtung Nielander Weg tun sie mit großen Buchstaben ihre Meinung kund.

Quelle: Birgit Johann

Brekendorf. Die Polizei hat einige hundert Meter der K52 abgesperrt, und der Zug setzt sich mit Protestschildern und bunten Kieseimerchen vom Haus der Vereine und Verbände in Richtung Nielander Weg in Bewegung. Denn dort will ein Lohe-Föhrdener Unternehmer innerhalb von zehn Jahren 726000 Kubikmeter Sand und Kies bis in eine Tiefe von 22 Metern gewinnen. 40000 Lkw-Fahrten wären dafür nötig.

 Veranstalter der Demo ist die Bürgerinitiative Brekendorf (BIB). Bevor es losgeht, zählen die BIB-Mitglieder Tino Sieg, Werner Schurawitzki und Kerstin Wagner für alle auf, warum sie aktiv geworden sind. Erstens: die geplante Zerstörung eines der letzten unberührten Naturräume in Brekendorf, der im Regionalplan für Erholung vorgesehen ist, zweitens: Staub, Lärm und Dreck aus der Hauptwindrichtung und drittens: die Missachtung des Bürger- und Gemeindewillens durch den Kreis Rendsburg-Eckernförde. Bereits vor zwei Jahren hätten 200 Brekendorfer gegen den Kiesabbau unterschrieben, ohne jegliche Resonanz, erinnert Schurawitzki. Stattdessen hatte der Kreis die Planfeststellung beschlossen und den Sofortvollzug angeordnet, obwohl die vierte Änderung des Brekendorfer Flächennutzungsplans nur im Südwesten Kiesabbau gutheißt.

 „Es ist unmöglich, wie die Gemeinde behandelt wird“, kritisiert die Brekendorferin Nicole Schröder. Dieser Meinung ist auch der CDU-Kreistagsabgeordnete Thorsten Schulz aus Bünsdorf, der ebenfalls zur Demo gekommen ist. „Ich fühle mich in dieser Sache mit den Brekendorfern solidarisch.“

 Maren Alexander, die an der Dorfstraße wohnt, erklärt: „Unser Haus vibriert bei jedem Lastwagen.“ Gar nicht auszudenken sei, wenn hier täglich 50 zusätzliche Laster fahren sollten. Sie befürchtet auch eine stärkere Gefährdung der Schulkinder. Zwar hat die Lohe-Föhrdener Firma versprochen, nicht die Dorfstraße zu nutzen, aber die K52 und K 86 gehören ebenfalls zur Dorfmitte, außerdem würden ja auch fremde Unternehmen die Kiesgrube ansteuern.

 Oben am Nielander Weg dann hält Bürgermeister Gerhard Guthardt (CDU) eine leidenschaftliche Rede. Es ginge um die Lebensqualität von 1000 Einwohnern. Der Kreis sei wohl durch das Versprechen der Abbaufirma, ein Gewässer anzulegen, geködert worden, und der Kiesabbau habe bei der Planfeststellung hinten angestanden. Brekendorf klagt gegen den Beschluss. In den 26 Jahren seiner Bürgermeistertätigkeit habe er bisher eine solch geringschätzige Behandlung nicht erfahren, stellt Guthardt fest.

 Beim Kaufmann liegt eine neue Liste aus. Die ersten 160 Bürger haben bereits gegen den Kiesabbau unterschrieben.

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