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Wie funktioniert die Stadt?

200 Kinder leben in Ecktown-City Wie funktioniert die Stadt?

„Ich bekomme eigentlich noch drei Eckis zurück“, äußert sich etwas verhalten die zwölfjährige Mia, nachdem sie bei Sandra-Dijba (8) ein Marmeladenbrötchen gekauft und mit einem Fünf-Ecki-Schein bezahlt hat. Sandra-Dijba denkt kurz nach und tauscht den Schein. Es ist wieder Ecktown-City-Zeit.

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Einmal bei der Abfallwirtschaft im Einsatz sein: Liv, (10), Lennart (12) und Enya (9) schlüpfen in Ecktown-City für einen Vormittag in diese Rolle.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. 200 Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren lernen in der letzten Ferienwoche auf dem Gelände des Schulzentrums Süd in Eckernförde, wie Wirtschaft und Stadt funktionieren.

 Die Szene mit dem Brötchenverkauf spielt im Zelt der Eckernförder Bank, die ebenso wie die Förde Sparkasse als Geldinstitut in der Kinderstadt präsent ist und den Kindern den Umgang mit den Eckis, dem extra geschaffenen Zahlungsmittel, vermittelt. „Hier wird noch richtig Soll und Haben gelernt“, so Manfred Rower, der als Rentner Kenntnisse aus seiner Zeit im Rechnungswesen weitergeben möchte. „Und Kopfrechnen wird hier noch praktiziert“, betont er, im Hintergrund nicken die Kinder.

 Eine Woche lang üben die Kinder in 38 Einzelgewerken inklusive Polizei, Feuerwehr und Rathaus, wie eine Stadt funktioniert. Dazu gehört auch die Müllabfuhr: Liv (10), Lennart (12) und Enya (9) achten auf Sauberkeit in der Stadt, ermahnen auch gern einmal jemanden, der achtlos Papier in die Gegend wirft und sammeln auf, was an Unrat zu finden ist. In ihren reflektierenden Warnwesten sind sie von Weitem zu erkennen, vielleicht auch ein Grund, weshalb nur wenig Müll zu finden ist.

 Am Dienstag wird in Ecktown City sogar ein neuer Bürgermeister gewählt, das Ergebnis gegen 15.30 Uhr verkündet. Amtsinhaberin Ilvy Engel (10) zog aus diesem Anlass Bilanz: „Meine Amtszeit war schön, aber auch ganz schön anstrengend“, fasste sie ihre Amtszeit im vergangenen Jahr zusammen. Ihr Ziel, eine Stadt voller glücklicher Bürger zu schaffen, versuchte sie damit zu erreichen, im Zweifelsfall bei Schwierigkeiten gemeinsam Lösungen zu finden. Ein Tipp, den sie ihrem Amtsnachfolger mit auf den Weg geben will.

 Simone Staack-Simon aus dem Eckernförder Rathaus und Wilfried Lüthge, die beiden Organisatoren der Ferienstadt, sind mit dem Start in dieser Woche sehr zufrieden. So viele Beteiligte und Kinder wie in diesem Jahr gab es bisher noch nicht. „Die Nachfrage ist noch größer gewesen“, so Lüthge, „doch die Kapazität war schon einen Tag nach Anmeldebeginn erschöpft gewesen.“ Immerhin habe man 20 Kinder mehr als im Vorjahr unterbringen können, berichtet er, denn es sei auch die Zahl der mitwirkenden Firmen gewachsen.

 Neu dabei ist beispielsweise „Die Malerin“ Jessica Hansen aus Osterby. „Im vergangenen Jahr sind meine Kinder dabei gewesen“, sagt sie, da habe sie gesehen, dass noch ein Malerbetrieb in der Kinderstadt fehlte. Klar, dass sie dieses Mal dabei sein wollte. Unter ihrer Aufsicht bemalen Max (12) und Henrik (11) einen alten Schulstuhl. „Das wird unser HSV-Stuhl“, sagt Hansen, ein entsprechendes Logo soll noch folgen.

 Die Wahl des ersten Arbeitsplatzes fiel durch ein Losverfahren, um sofort alle Funktionen in der Stadt zu besetzen. Nicht immer entspricht das Ergebnis sofort den Berufswünschen der Kinder. Floristin werden? Lieber nicht. Zur Müllabfuhr? Auch lieber nicht. Trotzdem sei es spannend, in alle Bereiche hinein zu schnuppern, findet Lennart.

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