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Gegner formieren sich

Demo gegen Windkraft Gegner formieren sich

Gemeinsam gegen die Windkraft: Rund 250 Gegner dieser alternativen Energiegewinnung machten ihrem Ärger auf dem Rathausmarkt Eckernförde Luft. Zu der Veranstaltung aufgerufen hatte die Initiative Vernunftkraft.

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Auch aus der Region Schwansen ist eine Reihe von Teilnehmern nach Eckernförde gekommen, um gegen einen weiteren Ausbau der Windenergie zu demonstrieren.

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde. „Hören Sie auf, die Menschen zu betrügen und ihnen Märchen von Grünstrom und Nachhaltigkeit zu erzählen“, rief Detlef Ahlborn, zweiter Vorsitzender der Initiative Vernunftkraft, am Wochenende auf einer Demonstration in Eckernförde den Bundes- und Landespolitikern zu.

 Aufgerufen zu der Kundgebung auf dem Rathausmarkt hatte der Landesverband „Für Mensch und Natur – Gegenwind Schleswig-Holstein“. Dieser wollte damit – wie Landesvorsitzende Susanne Kirchhof betonte – auf die dramatischen Folgen hinweisen, die ein forcierter Zubau von Windkraftanlagen auf Mensch und Natur habe. Rund 250 Teilnehmer aus allen Teilen des Landes waren dem Aufruf gefolgt und machten ihrem Unmut gehörig Luft. Ihnen wurde zunächst der monotone Klang einer Windkraftanlage vom Band vorgespielt. „Wir wollen diese ,Musik’ nicht Tag und Nacht ertragen. Wir wollen nicht mehr tatenlos zusehen, wie Menschen krank gemacht, Tiere zerschreddert und Landschaften verschandelt werden“, gab sich Frank Dreves, der örtliche Organisator der Demonstration, kämpferisch.

 Susanne Kirchhof zeigte sich nicht weniger entschlossen. Es sei noch nicht lange her, da habe die Politik die Kernkraft als Allheilmittel präsentiert. Nun sei es die Windkraft als neue Technologie. Doch 200 Meter hohe Anlagen in direkter Nachbarschaft zu Städten und Gemeinden seien keineswegs ungefährlich. Die Landesregierung wisse dies, weigere sich aber, es einzugestehen. Aus gutem Grund: Es gehe um sehr viel Geld. Die Betreiber bekämen hohe Preise garantiert. Die Energieversorger würden wiederum den Bürger zur Kasse bitten. Kirchhofs Forderung: mindestens das Zehnfache der Höhe einer Anlage als Abstand zu Häusern und eine Nachtabschaltung der Windräder.

 Detlef Ahlborn wurde seinem Ruf als engagiertem Kämpfer vollauf gerecht. Die Energiewende, das Werk von „technisch und physikalisch ungebildeten Menschen“, sei längst gescheitert, meinte er. Die Kernenergie lasse sich nicht einfach durch erneuerbare Energien ersetzen. Um die Lücke zu schließen, seien fossile Kraftwerke erforderlich. Die Energie, die aus Wind und Sonne erzeugt werde, sei unzuverlässig und lasse sich nicht speichern. „Jedes Windrad wird die Energiekosten in die Höhe treiben“, betonte Ahlborn unter dem Beifall der Kundgebungsteilnehmer. Um ein Land wie Schleswig-Holstein mit Windkraft zu versorgen, müssten unzählige Anlagen gebaut werden und die Landschaften mit den mehrere hundert Meter hohen Rädern übersäen. Das sei eine „Schändung der gesamten Region“. Auf dem Lande werde es letztlich keinen Menschen geben, der nicht direkt betroffen sei. Dazu dürfe es nicht kommen. Erfreulicherweise nehme der Widerstand geben die Windkraftanlagen ständig zu. „Ihr seid ein Vorbild für die gesamte Republik“, rief Ahlborn den Kundgebungsteilnehmern am Ende zu.

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Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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