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Eintauchen in die Welt der Marine

Tag des offenen Stützpunktes Eintauchen in die Welt der Marine

3000 Besucher informieren sich am Mittwoch beim offenen Stützpunkt über die Arbeit der Marine und Wehrtechnischen Dienststelle in Eckernförde. Es gab spannende Einblicke hinter die Kulissen der Marine.

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Endlich geklappt: Jacqueline Brehme besuchte den Tag des Stützpunktes gemeinsam mit Tochrter Natalie und deren Freund Robert Joachimi (von rechts).

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. Den Platz mag sie gar nicht mehr räumen: Melina (8) aus Schweigheim bei Stuttgart in Baden-Württemberg sitzt auf dem Kapitänssessel auf der Brücke des Mehrzweckbootes „Krummort“. Es ist der Tag des offenen Stützpunktes, und Melina hat an diesem Mittwoch gemeinsam mit ihrer Familie die Chance genutzt, Einblicke hinter die Kulissen der Marine zu bekommen. Damit ist die Familie nicht alleine: Zwischen 10 und 16 Uhr nutzen weitere 3000 Besucher ebenfalls die Gelegenheit.

 Auf der Brücke der „Krummort“ bekommt Funkoffizier Volker Weseler langsam trockene Lippen. Einigen hundert Besuchern steht er an diesem Tag Rede und Antwort, erklärt die vielen Schalter, Knöpfe und Monitore und greift ein, wenn jemand etwas zu übermütig einen Schalter drückt und Alarm auslöst. Doch er behält die Ruhe, auch wenn es manches Mal schon sehr unübersichtlich wird.

 Gleich im Eingangsbereich lockt ein Torpedo die Besucher, die den Erklärungen von Bernd Kupke lauschen. Er ist Mitarbeiter der Wehrtechnischen Dienststelle 73 (WTD), die das technische Equipment auf die für die Bundeswehr taugliche Nutzung hin überprüft. Die Technik des Torpedos fasziniert die Gesprächspartner von Kupke. Sie erfahren etwas über Lichtwellenleiter, die Torpedos über 50 Kilometer weit steuerbar machen, oder über gegenläufige Doppelschraubenantriebe, die vermeiden sollen, dass sie sich drehen.

 Tief in die technische Materie taucht auch Jörg Althof ein. Der Mitarbeiter der WTD 71 erklärt einem Besucher die Funktion eines Erdmagnetfeldsimulators, einem 111 Meter langen Holzgerüst mit verschiedenen Stromkreisen, in dem Kriegsschiffe eine verringerte Magnetfeldsignatur bekommen sollen. „Das dient dem Schutz der Mannschaft und der Schiffe“, erklärt er, denn so würden sie weniger der Gefahr von Minen ausgesetzt.

 Aus Thüringen sind Jacqueline Brehme mit Tochter Natalie und deren Freund Robert Joachimi gekommen. „Wir kommen aus dem Mittelgebirge, da reizt uns das Wasser hier besonders“, sagt die Urlauberin, die in Eckernförde gerade eine Ferienwohnung bezogen hat. Von der Offenheit bei der Marine sind die Drei begeistert, bestaunen das im Hafen liegende U-Boot und die anderen Schiffe. „Beeindruckend ist das, was uns die Taucher von ihrer Arbeit schildern“, so Brehme.

 Die zeigen vor und in einem Zelt auf der Pier die Entwicklung der Tauchanzüge in den vergangenen Jahrzehnten. Conner (8) aus Oldenburg darf sich einen Helm aufsetzen lassen, Taucher Rolf Fleck hilft ihm dabei, denn der Helm allein wiegt schon 17 Kilogramm – so viel, dass Fleck bald die Arme lahm werden. „Für die Arbeit unter Wasser nehmen wir schon mal 90 Kilogramm Gewicht mit runter, um unten in Ruhe arbeiten zu können und den Auftrieb zu vermeiden“, so Fleck.

 Sein Kollege Joachim Roßat berichtet derweil von einer besonders komplizierten Bergung, die die Taucher vor einiger Zeit bewältigen mussten. So war ein ausrangiertes U-Boot, das zu Übungszwecken beschossen wurde, ungeplant gesunken. Die Bergung des schweren Bootes gelang nur mittels sechs 20-Tonnen-Hebeballons und aufwendigen Umbauarbeiten unter Wasser, die ein Lufteinpumpen in das Wrack und dessen Auftrieb ermöglichten. Spannende Geschichten an diesem Tag.

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