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Statt 100 Wespen lieber einen Dino

Schinkel Statt 100 Wespen lieber einen Dino

Waldlauf, Liegestütze und Übungen mit dem Ball: Kurz vor dem Start in die Saison absolvieren die Bundesliga-Profis ein hartes Training. Bei der Hitze würde so mancher Fußballer wahrscheinlich lieber am Strand liegen. Ganz anders 61 Kinder in Schinkel: Trotz kraftraubender 30 Grad Celsius rennen und dribbeln die Mädchen und Jungen aus dem Dänischen Wohld über den Sportplatz.

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Im Fußballcamp des 1. FC Schinkel stehen neben dem Kicken vor allem Teamgeist und Spaß im Vordergrund: Trotz der Hitze trainieren die Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren drei Tage lang auf dem Sportplatz.

Quelle: Jan Torben Budde

Schinkel. Es dauert drei Tage, das Fußballcamp des 1. FC Schinkel. „Es gibt aber durchgehend Selter zum Erfrischen“, betont Vereinscoach Lars Dubau, der das Training mit einem 14-köpfigen Team leitet. Von Apfelschorle lassen die Fußballer lieber die Finger. „Letztes Jahr waren hier 100 Wespen“, blickt der 46-Jährige zurück.

Aus einem Lautsprecher dröhnt "Gute Freunde kann niemand trennen". Doch für den Schlager von Franz Beckenbauer oder Wespen hat Lasse gerade keinen Kopf. Der Siebenjährige von Manchester City spielt gleich gegen den FC Chelsea. Das Trainergespann hat die Sechs- bis 14-Jährigen altersgerecht in Gruppen eingeteilt – jedes Team ist nach einem namhaften Club benannt. Um Ärger zu vermeiden, sind keine deutschen Vereine darunter. „Man kann ja keinen Schalke-Fan in ein Dortmund-Team stecken“, erklärt Dubau augenzwinkernd. Aber zurück zu Lasse. „Im letzten Spiel habe ich vier Mal getroffen“, erzählt der Osdorfer mit FC-Bayern-Kappe, „einmal fast per Fallrückzieher“. Dafür gibt’s von Betreuer Finn Raabe, Spieler beim 1. FC Schinkel, ein dickes Lob: „Wenn Lasse den Ball verliert, läuft er sofort hinterher.“

Im Fußballcamp sollen Einsatzfreude, Teamgeist und technische Fähigkeiten aus dem Nachwuchs herausgekitzelt werden. Scheinbar unerschöpflich dribbeln sie mit dem Ball im Slalom über den Platz und schießen aufs Tor. Oder tänzeln über eine am Boden liegende Koordinationsleiter. „Es ist auch eine Konzentrationsfrage“, sagt Dubau. Es komme auf die Harmonie von Kopf und Körper an. Doch der Trainer und sein Team zeigen den Lütten nicht nur Fußball-Tricks wie den berühmten „Übersteiger“, sondern helfen auch schon mal beim Schuhe schnüren. Im Spiel gegen Chelsea legen sich Lasse und sein Team mächtig ins Zeug. Zumindest gewinnt Manchester City mit 4:1 – und der Siebenjährige, sonst Stürmer beim Gettorfer Sportclub (GSC), erzielt gleich zwei Tore. Jubelnd liegen sich die Fußballer in den Armen.

Jedes Kind hat eine Ausstattung vom 1. FC Schinkel bekommen – darunter Trikot, Hose, Stutzen, Trinkflasche und Fußball. „Wir haben uns bemüht, dass die Kosten erschwinglich bleiben“, verrät Dubau. Damit auch Familien mit kleinerem Geldbeutel ihr Kind ins Camp schicken können, unterstützen Jugendförderkreis und Freundeskreis die Aktion. Die Teilnahme kostet pro Kind 59 Euro – inklusive Mittagessen. Der Redderkrog versorgt die Kicker mit Pizza, Nudeln und Chicken Wings. Nachmittags gibt es Obst. Einige Mädels sind auch dabei. „Weil in den Ferien kein Training ist, nutze ich die Gelegenheit“, sagt Donna (14) aus Felm, die sonst beim GSC kickt und das Camp zum zweiten Mal besucht. Zum Abschluss dürfen die Eltern vorbeischauen, und zudem gibt HSV-Maskottchen Hermann – ein Dino – ein kleines Gastspiel.

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