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Die parteiunabhängige Kraft in der Mitte

AWG in Altenholz Die parteiunabhängige Kraft in der Mitte

Es war nicht die erste Wählergemeinschaft, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Altenholz gründete – doch die dauerhafteste: Am Freitag feierte die AWG ihr 50-jähriges Bestehen. Ihre Devise: als parteiunabhängige Kraft in der Mitte absolute Mehrheiten verhindern und Kommunalpolitik konstruktiv gestalten.

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29 Mitglieder hat die AWG – fast alle waren zum Jubiläum gekommen. Hermann Ulrichs (Achter v. links) ist letztes überlebendes Gründungsmitglied, sein Sohn Jesko Ulrichs (Neunter v. links) seit 2010 AWG-Vorsitzender.

Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck

Altenholz. Sieben Männer und Frauen – vier aus Stift und drei aus Klausdorf – gründeten 1966 kurz vor der Kommunalwahl im Stifter Kamin die AWG. Einer ist immer noch dabei. Der ehemalige Fraktionsvorsitzende Hermann Ulrichs ist nicht nur letztes überlebendes Gründungsmitglied: Mit 99 Jahren war er auch der älteste Gast des Jubiläumsabends im Restaurant Kanalfeuer. Sein jüngster Sohn Jesko Ulrichs führt seit 2010 den Vorsitz der AWG, nachdem zuvor 44 Jahre lang Rolf Stegemann dieses Amt geprägt hatte. „Ganz Altenholz hat diesem Mann viel zu verdanken“, würdigte Ulrichs seinen Vorgänger. Mit Fraktionschef Hans-Werner Suhr und dem Bauausschussvorsitzenden Gerhard Hirschfeld hat die AWG auch zwei Männer in ihren Reihen, die seit 38 Jahren ununterbrochen Gemeindevertreter sind – das hat in Altenholz noch kein anderer annähernd geschafft. Zugleich stehen beide auch für den familiären Aspekt in der AWG, in der zehn Ehepaare aktiv sind oder waren und in der das kommunalpolitische Engagement auch mal in die nächste Generation vererbt wird.

1966 holte die AWG sofort mit etwa 20 Prozent der Stimmen vier Sitze in der Gemeindevertretung. In den 70er- und 80er-Jahren waren es auch mal nur zwei, bis die Wählergemeinschaft in den 90er-Jahren wieder zulegte. 2008 erzielte die AWG ihr bestes Ergebnis, so Ulrichs: Sie gewann sechs Sitze, darunter erstmals ein Direktmandat für Gerhard Hirschfeld. Bei der Wahl 2013 gelang Jörgen Danielsen, dem früheren ehemaligen Bundesligahandballer des TSV Altenholz, das Gleiche – und auch zurzeit verfügt die AWG über sechs Sitze.

Man gehe verantwortungsvoll mit der Rolle als „Mehrheitsbeschaffer“ um, sagt Jesko Ulrichs über die AWG. Es herrscht kein Fraktionszwang, die Mitglieder positionieren sich durchaus unterschiedlich zu Projekten. Als Ehrengäste des Abends begrüßte Ulrichs Alt-Bürgermeister Horst Striebig (CDU) sowie den amtierenden Verwaltungschef Carlo Ehrich (SPD).

In seinem Rückblick auf fünf Jahrzehnte AWG erinnerte Jesko Ulrich an manchen denkwürdigen kommunalpolitischen Abend und die Einflüsse der AWG. Seine Mutter Uschi Ulrichs hatte sich zum Beispiel für den kommunalen Friedhof und ein Pflegeheim eingesetzt. Zurzeit steht unter anderem die ehemalige Ladenzeile als Sanierungsgebiet im Fokus, „an dessen Gestaltung wir alle gemeinsam mit der Verwaltung arbeiten“.

29 Mitglieder hat die AWG zurzeit – sie waren fast komplett beim Jubiläum vertreten. Ein bisschen hatten sie übrigens schon vor zehn Jahren für diese Feier geübt: Zum 40-jährigen Bestehen im Herrenhaus Knoop prangte auf der Menükarte irrtümlich die 50. Die schmückte dieses Mal zu Recht den Saal im Kanalfeuer. ker

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Ein Artikel von
Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Redaktion Lokales Kiel/SH

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