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Auch Landratten hatten ihren Spaß

Aalregatta in Eckernförde Auch Landratten hatten ihren Spaß

Das war wie bestellt: Während am Montag Wolken aufzogen, durften sich Gäste und Teilnehmer der Aalregatta am Wochenende über ungetrübten Sonnenschein freuen. Knapp 120 Jachten mit rund 600 Seglern an Bord liefen am Sonnabend das Ostseebad an. An Land feierten mehrere Tausend Besucher das maritime Volksfest mit Hafenmarkt, Riesenrad und Livemusik.

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First ship home: Die „Immac One4All“ benötigt nur knapp vier Stunden, um die Ziellinie vor Eckernförde zu passieren.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Doch für die Sehleute, die sich auf die Jachten freuen, heißt es am Sonnabend zunächst einmal warten. Bei leichten Winden auf der Ostsee kommt das Gros der um 10 Uhr in Kiel gestarteten Schiffe erst gegen 16 Uhr oder später im Eckernförder Hafen an. Zwei Stunden schneller ist die Rennjacht „Immac One4All“, die bereits kurz vor 14 Uhr die Ziellinie passierte. Da ist das große Feld noch weit achteraus.

Auf der Hafenpromenade herrscht dagegen schon ausgelassene Stimmung. Zehn junge Damen ziehen mit Matrosenmützen über die Schiffbrücke, um eine 22-Jährige zu überraschen. Kira Gerlach weiß zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass sie gleich zur Kapitänin gekürt und auf der Aalregatta ihren Junggesellinnen-Abschied feiern wird. „Wir wollen Schiff fahren und dann die Hafenmeile unsicher machen“, verrät eine der aufgekratzten „Deerns“. Da muss Kira noch schnell den roten Lippenstift auflegen.

Unterdessen schiebt sich die „Jalapeno“ an die Kaimauer. Der Name bedeutet auf Mexikanisch soviel wie scharfe Schote. Und scharf schnitt auch die Eckernförder Jacht fünfeinhalb Stunden durch die Ostseewellen. Soll heißen: Rang zwei in der Startgruppe. „Am schönsten ist immer der Platz an der Mauer“, grinst Steuermann Hinnerk Blenckner. „Das zeigt, da liegt ein schnelles Schiff.“ Die Späteren müssen ins Päckchen. Mit Blenckner, Kay Bohlmann und Mathias Matt führt eine alte Folkeboot-Crew die J105. „Wir wollten mal bunte Segel ziehen“, sagt Bohlmann in Anspielung an den Spinnaker.

Hier zeigen wir Ihnen Fotos von der Aalregatta in Eckernförde 2015.

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Auch sie haben auf See nach dem Passieren der Ziellinie den Räucheraal in Empfang genommen, der traditionell allen Aalregatta-Crews per Schlauchboot überreicht wird. „Den werden wir uns gleich mit der Mannschaft schmecken lassen“, kündigt Bohlmann an. Auch die Frauen sind dann mit an Bord. „Das wird zelebriert.“ Jedes Jahr sind die drei Segler bei der Aalregatta dabei. „Für Eckernförder ist das Pflicht“, sagen sie. Und das Liegen im Stadthafen gehört dazu.

Spaß haben auch die Besucher an Land. Theo Schneider verfolgt interessiert die Anlegemanöver. „Bei der Kieler Woche sind die Dickschiffe immer weit draußen, hier hat man sie hautnah“, freut sich der 65-Jährige. Er ist als „Privatsegler“ von Schilksee über Damp nach Eckernförde geschippert, um das Fest mitzuerleben. „Das ist ein Treffen für Jung und Alt“, sagt Schneider, der am Abend auch bei der Musik auf der Hafenbühne vorbeischauen will. Hier, an der Hafenspitze, füllt sich bereits der Platz. Sängerin Anna Silvy Braun fegt mit Amy-Winehouse-Perücke über die Bühne und begeistert mit einer Stimme, die der verstorbenen Rock-Ikone schon sehr nahe kommt. Beifall gibt es auch für Wolfgang Gerdes, der als unterhaltsame Hausmeister-Figur mit Robbie-Williams-Hits überzeugt. Während sich das Riesenrad dreht, ziehen Besucherscharen an den Buden und Ständen zwischen Holzbrücke und Hafenspitze entlang. Den Sonntagabend bestreitet später die Pur-Coverband Abenteuerland.

Der Segelclub Eckernförde (SCE), der die Aalregatta in Kooperation mit der Touristik veranstaltet, zieht am Ende positive Bilanz. „Knapp 120 Jachten, davon 17 im Comfortina-Cup – damit sind wir sehr zufrieden“, sagt Pressesprecher Erhard Rost. Rund 50 ehrenamtliche Helfer hatten sich seitens des SCE engagiert. Allen voran Organisator Berthold Schulz. Die 4000 Kilometer, die er für die Aalregatta seit Dezember im Auto zurückgelegt hatte, hatten sich gelohnt.

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Christoph Rohde
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