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Entscheidung fällt auf Danziger Straße

Altenholz Entscheidung fällt auf Danziger Straße

Zweimal wurde in Altenholz kontrovers, teils mit Misstönen über Flüchtlingsunterkünfte diskutiert. Auch am Mittwoch äußerten Anwohner Kritik, doch blieb die Tonlage moderater. Die Gemeindevertretung beschloss, am Ende der Danziger Straße und gegenüber dem Friedhof Gemeinschaftsunterkünfte zu errichten.

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Helena Jakob und Uwe Kuenzel vom Kampfmittelräumdienst ermittelten gestern auf der Fläche an der Danziger Straße Daten. Dort sollen die Unterkünfte entstehen.

Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck

Altenholz. „Wir müssen alle mit anpacken“, sonst gelingt die Integration nicht, appellierte Hildegard Schaper vom Freundeskreis Asyl an die Besucher der Sitzung. Mit Antje Fenske berichtete sie vom Engagement der Helfer, von Unterstützung im Alltag bis zu ehrenamtlichem Sprachunterricht. Jeder könne einen Beitrag leisten – und sei es durch eine Kaffee-Einladung an neue Nachbarn. „Ängste werden schnell vergehen, wenn wir die Menschen kennenlernen“, sagte Schaper.

Die Flüchtlingskoordinatorin der Gemeinde, Friederike Hüsken, wies darauf hin, dass Angst und der Wunsch nach Sicherheit nicht nur vorherrschende Gefühle in den jüngsten Diskussionen in Altenholz waren: Auch Asylsuchende teilten diese Gefühle, „das ist eine Gemeinsamkeit“. Die Flüchtlingskoordinatorin stellte ihre Arbeit vor und lud die Menschen ein, sich an sie als Schnittstelle zwischen allen Beteiligten zu wenden (Tel. 0431/3201232, E-Mail: f.huesken@altenholz.de).

Eine Anwohnerin der Danziger Straße schilderte sehr belastende Erfahrungen mit einer Zuwandererfamilie, die schließlich umziehen musste. Sie wünschte sich eine flächige Verteilung der Flüchtlinge in der Gemeinde. In der Tat seien viele in der Danziger Straße untergebracht, erklärte Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD). Die Gemeinde habe überall Wohnungen angemietet, doch der Markt sei begrenzt. Er zweifle die Ernsthaftigkeit der Bedenken nicht an, doch bisher habe niemand eine freie Fläche zur Verfügung gestellt: „Ich stoße immer auf eine Abwehrhaltung.“

Mit 19 Ja-Stimmen und einem Nein sprach sich die Gemeindevertretung dafür aus, voraussichtlich im März Modulbauten als Wohnraum für 36 Menschen am Ende der Danziger Straße aufzustellen. Eine Fläche am Schoolredder dient als Ersatz, falls sich der Standort durch Bombenfunde oder schlechten Untergrund als untauglich erweist. „Wir hätten dort mehr Menschen unterbringen können“, erklärte Carlo Ehrich: Aber man habe zum Beispiel Aufenthaltsräume eingeplant, um ein Klima der Integration zu fördern. Der Freundeskreis Asyl und die Flüchtlingskoordinatorin werden sich um die Bewohner kümmern. Zudem wird ein Hausmeister eingestellt, der sich in Altenholz um die Wohnungen kümmert, die Flüchtlinge aber auch anleitet.

Gemeindevertreter Gerhard Hirschfeld (AWG) war es wichtig, „Lob und Dank loszuwerden an den Bauausschuss und den Bürgermeister“. Man habe schwierige, konfliktbeladene Themen diskutiert und sich „ernsthaft bemüht um eine einigermaßen zufriedenstellende Lösung“.

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Ein Artikel von
Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Redaktion Lokales Kiel/SH

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