18 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Investor möchte Villa erhalten

Hoheneck Investor möchte Villa erhalten

Droht Investor Sven Olsen Altenholz jetzt mit dem Abriss der Villa Hoheneck? Oder will er das historische Gebäude in Knoop doch erhalten? Nach der Missstimmung im Bauausschuss, der sich von ihm unter Druck gesetzt sieht, meldet sich Olsen mit Kritik an Gemeinde und Gremien selbst zu Wort.

Voriger Artikel
Raumnot bei Tafel
Nächster Artikel
Plietsch mit Platt

Investor Sven Olsen würde die Villa nach jetzigem Plan mit moderner Wohnarchitektur umgeben.

Quelle: Cornelia D. Mueller

Altenholz. Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD) geht davon aus, dass der Flensburger Unternehmer „einem Missverständnis erlegen ist“.

 Er erlebe in Altenholz Ignoranz und Gleichgültigkeit gegenüber seinem jüngsten Planungsvorschlag zum Erhalt der Villa, beklagt Olsen, der sich in Mexiko aufhält, im Schriftwechsel mit unserer Redaktion. Bei Gesprächen im Rathaus und beim Ortstermin, „haben wir uns unter die Planungshoheit der von der Gemeinde beauftragten Stadtplanerin gestellt und ihre Vorgaben als Richtmaß anerkannt“, sagt er. Die Reaktion des Bauausschusses aber sei „absurd“. Er betont aber auch: „Uns wäre der Erhalt der Villa lieber als jeder andere Plan. Aber man muss uns auch die Chance geben und zu eigenen Plänen Ja sagen.“

 Der Ausschuss hatte Olsens jüngste Vorlage, die Vorgaben der von der Gemeinde beauftragten Stadtplanerin aufnimmt und die Restaurierung der Villa, einen modernen Anbau sowie Reihen- und Doppelhäuser vorsieht, am 14. September nur kurz diskutiert. Das Papier war dem Gremium kurzfristig vorgelegt worden. Ein Votum, das Olsen erwartet hatte, blieb aus. „Wir müssen uns zuerst mit den Fraktionskollegen austauschen“, so die Mitglieder unisono. Einige äußerten Kritik an der Größe der Doppelhäuser. Allerdings hatten die meisten durchblicken lassen, dass der neue Plan der Schritt in die richtige Richtung sei. Olsens Architekt mahnte dennoch, die Zeit dränge. „Das Hoheneck-Grundstück ist noch für ein Hotel ausgewiesen. Wir haben eine Abrissgenehmigung, und es gibt einen Interessenten für einen Hotelneubau.“

 Ehrich weist Olsens Vorwürfe zurück und stellt sich vor die Gremien. „Die einzige Chance für die Gemeinde, den Erhalt der Villa festzuschreiben, ist ein vorhabenbezogener Bebauungsplan, der das Gelände zum Wohngebiet macht. Das haben wir deutlich erklärt. Zusagen vorab können weder Bürgermeister noch Verwaltung machen. Frühestens im nächsten Bauausschuss kann es ein erstes Votum geben.“

 So läuft ein B-Plan-Verfahren ab: Zuerst entscheidet der Bauausschuss, ob ein konkretes Vorhaben in Planungsrecht gegossen werden soll. Vorab muss der Bauherr einen Antrag mit den Details stellen. Die Gemeindevertretung entscheidet danach über den Aufstellungsbeschluss. Wird er gefasst, folgt die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange. Auch Bürger können Bedenken einbringen. Verwaltung und Politik wägen Plan und Eingaben ab. Oft müssen Kompromisse geschlossen werden. Will der Bauherr sein Vorhaben so umsetzen, ist der Weg für den auf sein Vorhaben bezogenen B-Plan frei. Läuft es reibungslos, vergeht ein Jahr bis Baubeginn.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

Anzeige
Mehr zum Artikel
Altenholz
Foto: Die defekte Wärmedämmung muss fallen. Die Villa Hoheneck soll ihr altes Gesicht wieder bekommen. Aber sie wird nicht mehr allein am Nord-Ostsee-Kanal stehen, wenn der Investor Sven Olsen seine Pläne umsetzt.

Aufatmen beim Investor, Blick nach vorn in der Politik, Ängste bei Nachbarn: Die Weichenstellung für den Erhalt der Villa Hoheneck in Altenholz bei Bebauung des Grundstücks mit vier neuen Wohnhäusern löst widersprüchliche Reaktionen aus.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten aus Eckernförde 2/3