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Lernen auf dem Bauernhof

Altenholz Lernen auf dem Bauernhof

Als sich ihr Schwiegervater zur Ruhe setzte, verwandelte Silke Thomsen den landwirtschaftlichen Betrieb in Altenholz erst in einen Erlebnishof – später kam ein Naturkindergarten dazu. Jetzt wurde der Vertrag zwischen Kommune und Trägerverein entfristet.

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Nur wenn es stürmt oder schneit, sind die Mädchen und Jungen im Gebäude, ansonsten verbringen die Lütten den ganzen Kita-Tag draußen. Auch ihre Bilder malen sie an der frischen Luft.

Quelle: Jan Torben Budde

Altenholz. „Das gibt uns und den Eltern mehr Planungssicherheit“, sagt Silke Thomsen über den Beschluss der Altenholzer Gemeindevertretung. Eigentlich ist die 43-Jährige gelernte Kauffrau für Bürokommunikation. Doch ihr Konzept ist offenbar aufgegangen: Mit 18 Mädchen und Jungen ist der Zwergenhof voll ausgelastet.

 Routiniert wie ein alter Cowboy sitzt Morten (3) im Sattel. Pony Sancho ist zwar kein wilder Gaul, trotzdem hält Erzieherin Nicole Oetken die Zügel fest in der Hand. „Er ist lieb“, lobt Morten das Pony. Als Mahlzeit bevorzuge Pancho Müsli und Möhren. Ponyreiten steht Silke Thomsen zufolge einmal in der Woche auf dem Programm. Gleichzeitig lernten die Drei- bis Sechsjährigen auch die mit dem Vergnügen verbundenen Pflichten wie das Entsorgen der Pferdeäpfel kennen. Zudem gibt es auf dem Hof noch Schweine, Schafe und Ziegen, um deren Fütterung sich die Lütten gleich nach dem Eintreffen gegen acht Uhr morgens kümmern. Nur die Hühner sind wegen der Geflügelpest tabu.

 „Unser Konzept basiert auf der Naturspielpädagogik“, erklärt Silke Thomsen, die dafür eigens Zusatzausbildungen absolviert hat. Das Kita-Team veranschauliche den Mädchen und Jungen die vier Jahreszeiten mit Hilfe von Erlebnis, Spiel und Handwerk. Wenn beispielsweise der Holunder blühe, kochen die Erzieherinnen mit den Kindern gemeinsam Saft und färben Stoffe ein. „Und schneit es im Winter tatsächlich mal, bauen wir Schneemänner oder Iglus“, sagt die Kita-Leiterin. Ebenso erfahren die Kleinen, wie Kartoffeln gepflanzt und geerntet werden. „Es ist eine nachhaltige Art des Lernens.“ Dabei verbringen die Lütten den gesamten Kita-Tag bis 14 Uhr an der frischen Luft, wo sie Bilder malen, auf Plastikautos über den Hof sausen, Fußball spielen oder aus Holzklötzen ein „Versteck“ bauen. Nur das Mittagessen verputzen sie in der Bauernküche. „Aber wenn es stürmt, stark regnet oder schneit, sind sie drinnen“, sagt Silke Thomsen. Erkältungen? Die Kita-Leiterin schüttelt den Kopf: „Es ist wichtig, dass die Eltern die Kinder richtig anziehen.“ Zwiebel-Look laute das Zauberwort.

 2008 krempelte Silke Thomsen den Bauern- zum Erlebnishof um. Damals ging ihr Schwiegervater, Hans Thomsen, in den Ruhestand. Zunächst bot sie Kindergeburtstage und Jahreszeitenkurse an, wobei die Lütten Natur und Landwirtschaft hautnah erleben. Solche Aktionen gibt es auf dem Zwergenhof noch immer – am Nachmittag. Denn im August 2011 öffnete die Kita. Anfangs waren es elf Kinder, jetzt sind es 14 Jungen und vier Mädchen, die von den Erzieherinnen Nina Erdt und Nicole Oetken betreut werden.

 Arbeit und Privatleben hat Silke Thomsen seitdem unter einem Dach. „Auf dem Hof leben drei Generationen“, erzählt die Mutter, die mit Ehemann Jürgen, den Kindern Jette (14) und Frederik (12) sowie den Schwiegereltern Anna und Hans in der Idylle lebt.

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