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Planung verursacht „Bauchschmerzen“

Altenholz Planung verursacht „Bauchschmerzen“

Der Wahltermin 13. November wackelt, doch der Kampf um den Bürgermeisterposten in Altenholz hat längst begonnen. In der Gemeindevertretung am Mittwoch nahm die CDU, die Raoul Steckel ins Rennen schickt, verstärkt Verwaltungschef Carlo Ehrich (SPD) ins Visier.

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An der Danziger Straße wird der Bau des Fundaments der Flüchtlingsunterkunft vorbereitet. Wegen des schwierigen Untergrunds ist eine Betonsohle erforderlich.

Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck

Altenholz. Rein rechtlich spreche nichts gegen den Urnengang am Volkstrauertag, teilte der Wahlleiter in der Sitzung mit. Dennoch empfehle das Innenministerium, nicht an einem stillen Feiertag zu wählen. Ob es bei dem Termin bleibt oder ein anderer gesucht wird, entscheidet sich im April.

Der Wahlkampf wirkte sich spürbar aufs Diskussionsklima aus. Bei der Beratung über das Neubaugebiet Dehnberg hatte die Verwaltung kurzfristig eine Tischvorlage nachgereicht. In der Sache habe er damit kein Problem, erklärte Andreas Piltz (CDU) – doch es gehe nicht an, Unterlagen so spät zu liefern. Fraktionskollege Mike Buchau pflichtete bei: Dies sei kein Sonderfall, und „wir müssen uns vorbereiten“. Wichtige Unterlagen müssten rechtzeitig vorliegen – das sieht auch SPD-Fraktionschef Ingo Baasch so: „Aber es war bisher gute Sitte, dass wir bei kleinen Änderungen Tischvorlagen bekommen. Das muss auch in einem Wahljahr möglich sein.“

Das Fehlen detaillierter Kosten zum Kindergarten an der Claus-Rixen-Schule hatte bereits vergangene Woche im Bauausschuss für Kritik gesorgt. Dafür entschuldigte sich Bürgermeister Ehrich. Die nun vorliegenden Unterlagen verursachten bei Dirk Ryll (FDP) „Bauchschmerzen“ – er werde künftig früher auf die Finanzen schauen. Es hätte seit vergangenem Jahr viel Zeit gegeben, in diese Diskussion einzusteigen, erklärte Baasch: „Der Kostenrahmen war frühzeitig bekannt.“

Rund 2,4 Millionen Euro stehen für den Neubau zu Buche. CDU-Mann Piltz zeigte sich überzeugt, dass man preiswerter bauen kann. Altenholz müsse künftig ein Budget für Projekte vorgeben, statt aufgrund von Wünschen zu planen: „Wir geben Geld aus, das die Gemeinde gar nicht hat.“ Peter Heinz von der AWG sah hingegen auch die Gemeindevertreter in der Pflicht: „Ich finde, man kann mal nachfragen.“ Man müsse sich rechtzeitig mit solchen Fragen auseinandersetzen. Auch Ehrich hätte sich frühzeitiger ein Signal aus der Gemeindevertretung gewünscht: „Eins geht nur. Entweder baut man so sparsam wie möglich“ – oder man gehe von einem pädagogischen Programm aus. Letztlich stimmten nur zwei Gemeindevertreter gegen das Baukonzept und die Freigabe der Kosten.

Überrascht zeigten sich die Gemeindevertreter auch von der Kostenentwicklung für die Flüchtlingsunterkünfte am südlichen Ende der Danziger Straße: Für die Modulbauten, aber auch Planungsleistungen, Erschließung, Arbeiten am Fundament, Rückbau und andere Posten fallen Kosten von 1,1 Millionen Euro an. Zum Teil ist das einer wohnlicheren Gestaltung der Modulbauten geschuldet, für die sich der Freundeskreis Asyl stark gemacht hatte. Der größte Zuwachs geht aber auf den schwierigen Untergrund zurück. Bauamtsleiterin Bianca Hess wies darauf hin, dass die Verwaltung diesen Standort nicht vorgeschlagen und vorher nicht untersucht hatte. Er war im Bauausschuss empfohlen worden, nachdem Anwohner anderer Standorte protestiert hatten.

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Ein Artikel von
Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Redaktion Lokales Kiel/SH

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