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Unterschriftenaktion als Signal

Altenholz-Stift Unterschriftenaktion als Signal

Die abgebrannte Ladenzeile in Altenholz-Stift fehlt. Jenen, die dort früher einkauften, sich im Café trafen. Aber auch den verbliebenen Geschäftsleuten. Besonders jenen, die unter schwierigen Bedingungen dem Ortsteil die Treue halten. Die teils um ihr Überleben kämpfen.

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Die Fläche der Ladenzeile liegt brach. Die Bäume im Hintergrund sind Reste der Stifter Allee, die – so eine Idee – weiter Richtung Herrenhaus gezogen werden könnte.

Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck

Altenholz. Über einen Neubau laufen Verhandlungen. Der Investor werde demnächst Kontakt zu den früheren Ladeninhabern aufnehmen, erklärte Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD) gestern. Die hätten sich gewünscht, von der Gemeinde mehr mitgenommen zu werden. Geschäftsleute und Ärzte aus Stift starteten daher vergangene Woche eine Unterschriftenaktion „Rettet Altenholz-Stift – Taten statt Worte!“.

Die Bürger erhofften sich mehr und andere Wege der Kommunikation, erklärte die Ärztin Anne Béress, die zu den Initiatoren gehört. Dafür stünden bisher 558 Unterschriften, davon 84 Prozent aus Altenholz. „Wir haben damit einen Nerv getroffen“, sagte Béress. Die Aktion sei ein „konstruktives“ Signal an die Gemeinde, da die bisherigen Kommunikationswege nicht ausreichten. Viele Kunden wüssten nicht, ob sich in Sachen Ladenzeile etwas tut. Nicht jeder nutze das Internet oder habe Zeit, zu Fragestunden der Gemeinde zu kommen. Als Reaktion auf Kritik trügen die Unterschriftenlisten nun Stempel, um auf die Urheber zu verweisen, so die Initiatoren.

Die Geschäftsleute sind zwar im Bilde über die jüngsten öffentlichen Informationen. Doch warum lade die Gemeinde die betroffenen Geschäftsleute nicht mal zu einem Hintergrundgespräch ein? Oder erkundige sich bei „so kurzen Wegen“ nach der Lage, fragt Anke Petersen vom „Bücher und Zeitschriften“-Laden: „Wir sind das zweite Jahr im Container und wissen nicht, ob wir in einem Jahr noch Zukunft haben.“ Auch die Bäckerei Steiskal arbeitet im Provisorium, unter fordernden Bedingungen. „Es geht um eine Perspektive“, sagt Verkaufsleiter Hendrik Rexin. Lohnt sich das Warten, können sie in absehbarer Zeit in die neue Ladenzeile einziehen?

Sascha Berg vom Friseursalon, weiß, dass es wegen vieler Aufgaben derzeit für die Gemeinde schwer ist: „Aber für uns auch. Wir haben Sorgen und Ängste.“ Er schlägt eine regelmäßige Rubrik „Aktuelles“ im Bekanntmachungsblatt vor, zudem wöchentlich aktuelle Infos auf der Homepage der Gemeinde. Die Geschäftsleute wünschen sich einen „groben Zeitplan von der Gemeinde“, erklärt Béress. „Wenn etwas zu lange dauert, ist ein Ort auch tot“, sagt Carola Koltze von Alegra-Cosmetic.

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Ein Artikel von
Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Redaktion Lokales Kiel/SH

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