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Amt braucht mehr Geld und Personal

Flüchtlinge Amt braucht mehr Geld und Personal

Die steigenden Flüchtlingszahlen beherrschten die Debatte im Amtsausschuss Dänischer Wohld. Am Donnerstagabend wurde deutlich: Die Versorgung der Asylbewerber lässt sich ohne mehr Personal, Geld und Unterkünfte nicht bewältigen.

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Die Gettorfer Tafel-Ausgabestelle besuchen immer mehr Flüchtlinge: Die ehrenamtlichen Helferinnen Heike Bluhm (v. r.), Brigitte Rasch, Hanne Ockert, Barbara Berard-Siegmüller, Barbara Neusüß und Brigitta Hexels brauchen mehr Platz.

Quelle: Jan Torben Budde

Gettorf.  „Wir wissen nicht, wie sich das Thema weiter entwickelt“, sagte Amtsdirektor Matthias Meins. Bis zum Jahresende rechnet die Verwaltung mit 267 Menschen – 2016 kommen nach Einschätzung des Behördenleiters mindestens 200 Flüchtlinge hinzu.

 Wohin mit Syrern, Iranern und Irakern? Für die ehemaligen Pavillonklassen an der Isarnwohld-Schule sind 400000 Euro im Amtshaushalt veranschlagt. Die Behörde mietet die Container vom Schulverband an. Meins rechnet damit, dass dort ab Februar schrittweise bis zu 100 Flüchtlinge untergebracht werden. Einige Eltern verfolgen die Pläne zähneknirschend. Für einen Sicherheitsdienst befinden sich daher 100000 Euro im Etat – das sorgte im Ausschuss für Diskussionen. Gerhard Witte (SPD): „Braucht die Welt das überhaupt?“ Auch Joachim Wendt-Köhler (SPD) stellte die Notwendigkeit infrage („Wer soll vor wem beschützt werden?“). Es gehe um ein Signal an die Eltern, dass sich das Amt um die Menschen kümmere. „Es sind ja keine Türsteher aus der Bergstraße“, sagte Amtsvorsteher Kurt Arndt (SPD). Es gehe keineswegs um Bewachung, ergänzte Meins. Zudem werde eine enge Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingsbeirat Dänischer Wohld angestrebt.

 Unterdessen sieht der Haushalt eine Personalaufstockung von 33 auf 38 Stellen im Amt vor, was laut Verwaltung größtenteils mit der zunehmenden Zahl an Flüchtlingen zusammenhängt. Meins: „Wir erfüllen keine freiwilligen Leistungen, sondern den gesetzlichen Auftrag.“ Ob Abarbeitung von Leistungsfällen oder Bauplanung: „Die Personalerhöhung ist erforderlich“, so Arndt. Die Folge sind zusätzliche Kosten in Höhe von 205000 Euro.

 Die Gemeinden müssen nun eine Erhöhung der Amtsumlage (Quote: 17,58 Prozent) schlucken. Gleichzeitig weist der Ergebnisplan des Amtes einen Jahresfehlbedarf von 204700 Euro, die Schuldenlast klettert von 183000 Euro auf 891000 Euro (Anfang 2016) und eine Kreditermächtigung liegt bei 3,4 Millionen Euro. Als Gründe nennt die Verwaltung Darlehen für den Umbau von Gebäuden in Gettorf (500000 Euro) und Ruckforde (250000 Euro) zu Flüchtlingsunterkünften. Immerhin erhalte das Amt zinslose Darlehen von 1,25 Millionen Euro, so Büroleiter Tomas Bahr. Zudem hebe das Land die einmalige Betreuungskostenpauschale pro Flüchtling schrittweise von 900 auf 2000 Euro an. Damit soll die Integration vor Ort gefördert werden.

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