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Hotel wird Flüchtlingsquartier

Försterhaus in Owschlag Hotel wird Flüchtlingsquartier

Wohnungen für Asylbewerber sind auch im Amt Hüttener Berge Mangelware. 72 Flüchtlinge sind 2015 in den 16 Gemeinden untergebracht worden. 72 weitere werden bis Jahresende noch erwartet. Um sie unterzubringen, kauft das Amt das Hotel Försterhaus in Owschlag.

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Das Amt Hüttener Berge kauft das Seehotel Försterhaus in Owschlag. Ab November sollen dort 60 bis 80 Asylbewerber untergebracht werden.

Quelle: Rainer Krüger

Holtsee/Owschlag. Diesen Beschluss fasste der Amtsausschuss am Montag auf seiner Sitzung in Holtsee. Wie Amtsvorsteher Gero Neidlinger berichtete, fiel die Entscheidung unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit einer 19:2-Mehrheit. „Unter den gegebenen Umständen ist es die beste Lösung für alle Beteiligten“, so Neidlinger.

 Nach Angaben von Amtsdirektor Andreas Betz kann das Hotel Platz für 60 bis 80 Asylbewerber bieten. Sie sollen dort im November einquartiert werden. Bis dahin läuft der Hotelbetrieb weiter. Über den Kaufpreis sagten Neidlinger und Betz nichts. „Darüber wurde zwischen den Parteien Stillschweigen vereinbart“, so Betz. Die Betreiber wollten sich auf KN-Anfrage nicht zum Geschäft äußern. Wie aus der Homepage des Hotels hervorgeht, gibt es dort 48 Einzel- und Doppelzimmer.

 Das Amt kauft das Hotel mit dem Inventar. Für Neidlinger bringt dies einen klaren Vorteil. „Es müssen keine Möbel angekauft werden. Auch große Umbauten entfallen. Die Flüchtlinge können relativ schnell einziehen.“ Neben dem Hotelgebäude erwirbt das Amt auf insgesamt 8300 Quadratmetern Fläche auch ein Gästehaus, die Terrasse, ein Holzhaus und einen Schuppen. Dabei hatten die Amtsausschussmitglieder die Entscheidung für den Kauf laut Betz intensiv abgewogen. „Auch das Anmieten von Modulgebäuden für 72 Personen war im Gespräch, wurde aber verworfen.“

 Bislang sind die Asylbewerber im Amt in der eigenen Flüchtlingsunterkunft in Ramsdorf sowie in 24 angemieteten Wohnungen untergebracht. Für 2016 erwartet Betz mindestens die gleiche Zahl an Asylbewerbern wie in diesem Jahr. „Bei der Wohnungssuche leben wir von der Hand in den Mund“, beschreibt er die aktuelle Situation.

 Um Fragen rund um die Flüchtlingsunterbringung zu klären, plant das Amt am Freitag, 16. Oktober, eine Informationsveranstaltung. Ort und genauer Zeitpunkt müssen laut Betz noch festgelegt werden.

 Auch auf den Stellenplan im Amt wirkt sich der Zustrom der Asylbewerber aus. Eine zweite Vollzeitkraft zum Bearbeiten der Anträge soll kommen. Außerdem ein Betreuer für die neue Owschlager Unterkunft. Nach einstimmigem Beschluss werden die Stellen jetzt ausgeschrieben.

 Ein Zeichen für die Wertschätzung der Gleichstellungsarbeit im Amt wurde auch gesetzt. Das geschah laut Betz beim Erlass einer neuen Entschädigungssatzung. Der monatliche Betrag für die Gleichstellungsbeauftragte im Amt, Bibeth von Lüttichau, wird von 100 Euro auf 200 Euro erhöht.

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